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Stadtgespräch: Was wichtig war und wird

Von Johannes Kiehl Schwerer Vorwurf Zwei Mitarbeiter der Bank UBS hätten bewusst dabei geholfen, die kommunalen Wasserwerke (KWL) zu schädigen – das behauptet ein am Mittwoch präsentiertes Papier, mit dem die KWL-Anwälte eine Verlegung des Rechtsstreits von London nach Leipzig erreichen wollen. Die Argumentationslinie: Die beiden für die KWL tätigen Anlageberater, die die Geschäfte vermittelt hatten, haben bereits eingeräumt, den damaligen KWL-Geschäftsführer bestochen zu haben. Nun sollen zwei UBS-Mitarbeiter als sogenanntes „Deal-Team“ das Geschäft zum Schaden der KWL mit den beiden Beratern geplant haben – im Juristendeutsch: Banker und Berater haben in „kollusivem Zusammenwirken gehandelt“. Die UBS und andere an dem Geschäft beteiligte Banken fordern bis zu 300 Millionen Euro von den KWL, für die die Kommune geradestehen müsste. Gesunder Ehrgeiz Ab dem 1. Januar 2011 hat Leipzig, wenn es nach dem Willen der Stadtverwaltung … noch weiter lesen »



Mit Köpfchen durch die Decke

Und ab die Post! Mit spannenden Ideen starten in Leipzig immer wieder Jungunternehmer durch. Was manchem skurril erscheinen mag, hilft der Medizin von morgen oder ist ein Standbein bei der Markenbildung. Wir zeigen drei Beispiele. … noch weiter lesen »



Stadtgespräch: Was wichtig war und wird

Von Johannes Kiehl Rad ersteigern und besteigen Am Mittwoch, 13. Oktober 11 Uhr versteigert das Ordnungsamt gefundene Fahrräder auf dem Platz vor der Moritzbastei. Wer diesen Herbst noch keinen zweirädrigen Gefährten hat, könnte hier fündig werden – sofern die Konkurrenz aus der nahen Uni-Mensa nicht schneller oder spendabler ist. Etwa 100 Räder werden aufgerufen, besichtigt werden kann ab 10 Uhr 30 vor Ort. Wer sein Rad vermisst, sollte allerdings nicht so lange warten: „Ansprüche hinsichtlich der zur Versteigerung freigegebenen Fundsachen können bis zum 12. Oktober, 18 Uhr, im Fundbüro, Prager Straße 130, 04317 Leipzig und unter der Telefonnummer 123-8400 geltend gemacht werden“, teilt die Behörde mit. Die Revolution und ihre Schauplätze Metallsäulen mit Fotos und Texten sollen an die Ereignisse vor 20 Jahren erinnern, als die Ostdeutschen ihre Regierung zum Teufel schickten und sich … noch weiter lesen »



Stadtgespräch: Was wichtig war und wird

Von Johannes Kiehl Spießer im Trend 20 Fragen zum „Sinn des Lebens“ stellt das sächsische Sozialministerium über ein Marktforschungsunternehmen alle zwei Jahre an die Jugend im Freistaat. Die weitaus meisten damit erhobenen Einstellungen sind über die Jahre gleich geblieben. Doch bei drei Themen zeigt sich ein Trend: Existenzangst macht die Jugendlichen offenbar egoistischer und karriereorientierter – Sachsens Jugend verspießert. So wünschten sich in der vergangene Woche veröffentlichten jüngsten Studie „Jugend 2009“ zwei Drittel der Befragten (2001: die Hälfte) materielle Sicherheit, noch jeder zweite wollte die Welt kennen lernen (2001: zwei von drei Jugendlichen) und jede fünfte sich für ein hehres Ziel einsetzen (2001: jede dritte Jugendliche). Sozialministerin Christine Clauß (CDU) freut sich: Die Jugendlichen setzten sich aktiver mit der Zukunft auseinander und zeigten eine „von selbstbewussten Lebensentwürfen getragene Grundeinstellung“, schreibt sie im … noch weiter lesen »



Stadtgespräch: Was wichtig war und wird

Von Johannes Kiehl und Dorothea Hecht Rechte sehen schwarz Rechtsextremisten haben für den 16. Oktober zwei Demonstrationen in Leipzig angemeldet – Wunschrouten sind nach Presseberichten der gesamte Innenstadtring und die lange Strecke zwischen S-Bahnhof Plagwitz und Hauptbahnhof. Für beide Strecken steht allerdings bisher noch die städtische Genehmigung aus. Die Organisatoren wollen dieses Jahr mit Hinweisen auf die Wirtschaftskrise, die alternde Gesellschaft und die geplatzte Demo vom Vorjahr mobilisieren: „Die Krise kommt auch noch zu dir“, orakelt einer der Demo-Slogans. Zum düsteren Gesamtbild passt die Kleiderordnung: Symbole und Jacken sollen bei den rechten Demonstranten diesmal „nicht nach Antifa“ aussehen und einheitlich schwarz sein. Eine erste Gegenveranstaltung wurde für die Freifläche gegenüber des Felsenkellers durch die Vereine „Leipzig. Courage zeigen“ und Erich-Zeigner-Haus angemeldet. Städte machen Strom Acht große deutsche Stadtwerke sind tatsächlich noch städtisch, also mehrheitlich … noch weiter lesen »



„Macht da mal ein paar Blumen rein“

Das „Stelzenhaus“ am Karl-Heine-Kanal wurde 2001 saniert. Zu den Mietern der ersten Stunde gehört das gleichnamige Restaurant. Thomas Langer und Uwe Wolf haben es mit zwei Kompagnons einst als edle Ergänzung zu ihrem Restaurant „Kitchen“ in der Südvorstadt gegründet. Das „Kitchen“ haben sie inzwischen aufgegeben, das „Stelzenhaus“ gilt unter Genießern als Geheimtipp. … noch weiter lesen »



Stadtgespräch: Was wichtig war und wird

Von Johannes Kiehl Rettende Sprachlosigkeit Die Staatsanwaltschaft hat im Fall des im Januar entlassenen Wasserwerke-Geschäftsführers offentlichtlich keine Lust, den Hauptverdächtigen wieder freizulassen – und deshalb noch innerhalb der Sechs-Monatsfrist nach seiner Verhaftung Anklage erhoben. Dem Ex-Manager, der die Annahme von mehreren Millionen Schmiergeld bereits zugegeben hat, wird Bestechlichkeit, Untreue, Bilanzfälschung und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Das Verfahren gegen seinen ebenfalls entlassenen Mitgeschäftsführer Andreas Schirmer wird abgetrennt: Schirmer konnte glaubhaft machen, wegen mangelhafter Englischkenntnisse nicht alle Verträge verstanden zu haben, die er im Namen seines Arbeitgebers unterschrieb. Gefühlte Unsicherheit Gewaltsame Episoden – Belästigungen oder handfetse Gewalt – in Trambahnen und Bussen sollen nach Angaben der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) im laufenden Jahr gegenüber 2009 zugenommen haben. 2009 wurden rund 80 Pöbeleien oder Belästigungen registriert. Schon fordern besorgte Bürger, allen voran die hiesige große Lokalzeitung, private Sicherheitskräfte: Mifahrende „schwarze … noch weiter lesen »



Stadtgespräch: Was wichtig war und wird

Von Johannes Kiehl und Dirk Stascheit Raus ins Reihenhaus Wenn Leipziger umziehen, präferieren sie die Peripherie: Grüne Neubausiedlung statt grauem Asphaltdschungel. Daran ändern auch attraktive Innenstadtquartiere und neue Wohnformen wie die „Stadthäuser“ wenig: Zu den Wanderungsgewinnern 2009 zählen vor allem die Neubaugebiete im Nordwesten (Wahren, Lindenthal) und im Südosten (Engelsdorf, Baalsdorf). Wanderungsverlierer bleiben Stadtviertel wie Altlindenau, Reudnitz oder Mockau. Das sind Ergebnisse des statistischen Quartalsberichts, den die Stadt Leipzig im Juli vorgelegt hat. Die städtischen Statisker fanden aber noch einen weiteren, gegensätzlichen Trend: Wer umzieht, bleibt meist seinem Kiez treu – nur knapp zwei Kilometer liegen im Durchschnitt zwischen alter und neuer Adresse. Graffitis werden schlichter 2009 wurden 1395 Graffitis in Leipzig ermittelt – rund ein Fünftel weniger als noch 2008 (1852). Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) sieht darin einen Beweis dafür, dass die Stadt … noch weiter lesen »



Stadtgespräch: Was wichtig war und wird

Von Johannes Kiehl Sumpfiges Gelände Beim Umgang mit dem so genannten „Sachsensumpf“ hat die Staatsregierung 2007 und 2008 ein „Drehbuch der Scheinaufklärung zur Vertuschung“ abgearbeitet, sagt Johannes Lichdi, innenpolitischer Sprecher der Bündnisgrünen im Landtag und Mitglied eines neuen Untersuchungsausschusses, der sich mit mafiösen Strukturen im Freistaat beschäftigt. Lichdi sieht schon jetzt als erwiesen an, dass bei den Ermittlungen zum Leipziger Kinderbordell „Jasmin“ Zeugenaussagen nicht protokolliert und Täter nicht ermittelt oder „überschaubar“ bestraft worden seien – und er fragt sich, warum die „unglaublich großzügige“ Förderung eines Immobiliengeschäfts, des Ankaufs eines Hauses in der Leipziger Riemannstraße, von der Staatsregierung „vehement verteidigt“ wird, obwohl der Landesrechnungshof sie jüngst bemängelt hat. Zwei Journalisten, die erstmals für „Spiegel“ und „Zeit Online“ einen Zusammenhang zwischen beiden Themenkomplexen beschrieben hatten, stehen seit 28. Juli in Dresden vor Gericht: Sie … noch weiter lesen »



Stadtgespräch: Was wichtig war und wird

Von Johannes Kiehl Wochenkarten, die zweite Der Rat der Stadt Leipzig folgt dem Antrag der FDP-Fraktion und fordert – wie schon 2005 – den Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) auf, neue Tages-, Wochen- und Monatskarten anzubieten, die ab Entwertung für den entsprechenden Zeitraum gültig sind – nicht, wie aktuell, bis 24 Uhr, Sonntag oder den 1. des Folgemonats. Gegenüber der weitgehend wirkungslosen Forderung von vor fünf Jahren legt die Stadt diesmal, dem Antrag entsprechend, noch einen Zahn zu: Tarifänderungen im Verbund müssen Stadt und städtische Verkehrsbetriebe grundsätzlich absegnen – zukünftig wollen sie das aber nur tun, wenn der MDV tatsächlich neue Zeittickets auflegt. Das aktuelle, von FDP und Stadtrat kritisierte Zeitkartenmodell soll bei der Gründung des MDV auf Wunsch der Leipziger Verkehrsbetriebe eingeführt worden sein. Da müsste es dem Verbund eigentlich leicht fallen, es … noch weiter lesen »



Stadtgespräch: Was wichtig war und wird

Von Johannes Kiehl Finanzierungsvorbehalt Wie schon vor zwei Jahren muss die Stadt Leipzig für 2010 ein Haushaltssicherungskonzept vorlegen – das verlangt die Landesdirektion, und das tut sie immer dann, wenn sie ein Minus im städtischen Haushalt befürchtet. Dieses Jahr vermuten die sächsischen Haushaltswächter einen Einbruch bei den Gewerbesteuern. Im Haushaltssicherungskonzept muss die Stadt angeben, bis wann und auf welche Weise sie wieder schwarze Zahlen schreiben will. Die Stadt kann beispielsweise eine Haushaltssperre darin festschreiben. Dann werden, sobald der Haushalt ins Minus dreht, nur noch Pflichtaufgaben wie Lohnzahlungen erfüllt. Alle weiteren Ausgaben werden vertagt – auf den nächsten Haushalt. Doch 2011 und 2012 könnten die Kassen noch knapper werden: In den nächsten beiden Jahren will der Freistaat seine Zuschüsse für Bildung und Verkehr um bis zu 80 Prozent zurückfahren. Elektroantrieb Zehn weitere Hybridbusse sollen ab … noch weiter lesen »



Stadtgespräch: Was wichtig war und wird

Von Johannes Kiehl Guckloch für die Blechbüchse Auf der Seite des Goerdelerrings soll in die berühmte Aluminiumhaut ein 15 mal 15 Meter großer Guckkasten eingesetzt werden. Durch das Glas wäre ein Abschnitt der ursprünglichen Jugendstilfassade zu sehen – eben der Abschnitt, den der Bauherr ohnehin erhalten muss, weil der Denkmalschutz es so verlangt. Mit dem Glaskasten-Vorschlag reagiert das Essener Unternehmen mfi auf Proteste Leipziger Bürger, die rund 1000 Unterschriften für eine Restaurierung des Jugendstilbaus gesammelt hatten. „Es ist nur Pech, dass die Fassade am Ring die geringsten Schäden hatte – während die dem Richard-Wagner-Platz zugewandte Seite nun wohl endgültig verloren ist”, sagt der Kunsthistoriker Arnold Bartetzky, einer der Protest-Initiatoren. Blau ist wieder Radio Seit Freitag vergangener Woche ist Radio Blau wieder per UKW zu empfangen. Das freie Radio aus Leipzig hat zusammen mit Radio … noch weiter lesen »



Alle Wege führen zum Strom

Wie dreckige Autos gegen Elektro-Wagen tauschbar werden, beschäftigt nun die Entwicklungsteams. Ein Leipziger Kfz-Meister ist weiter, elektrifiziert Gebrauchte – allerdings ab 30.000 Euro. … noch weiter lesen »



Stadtgespräch: Was wichtig war und wird

Von Johannes Kiehl Boxenstopp für Leoliner Die Straßenbahnzüge aus Leipziger Fertigung sind deutschlandweit bekannt – Verkehrsbetriebe aus entlegenen Städten wie Mülheim-Kärlich oder Mannheim-Käfertal organisieren Betriebsausflüge zu den Leipziger Verkehrsbetrieben, um die 32 von LVB-Tochterunternehmen geschweißten Züge zu bestaunen. Doch an denen zeigen sich jetzt technische Mängel: Bei 30 der 32 Züge wurden Haarrisse an den Achsen festgestellt – die Züge wurden zwar repariert und laufen wieder, müssen aber nun alle 14 Tage überprüft werden. Sendepause für Radio Blau Seit dem vergangenen Wochenende bleibt die tägliche Umschaltung auf die freien Radios aus Leipzig, Chemnitz und Dresden aus, das Radio stumm – nach dem Programm von Apollo-Radio, das sich die Frequenz mit den freien Funkern teilen muss, herrscht Stille. Grund: Zusammen schulden die freien Radios dem Klassiksender nach dessen Auffassung 16 000 Euro Leitungsgebühren – die Freien … noch weiter lesen »



Die Fördermeile

Hohe Arbeitslosigkeit, viel Kriminalität – dafür ist der Leipziger Osten um die Eisenbahnstraße bekannt. Doch in dem alten Arbeiterviertel tut sich etwas. Durch EU-Beihilfen wird die Eisenbahnstraße zur Fördermeile. Von Nora Gohlke und Johannes Kiehl An der Hermann-Liebmann-Straße im Leipziger Osten wirbt die Spezialitätenmetzgerei „Dr. Sehmisch“ mit auffälligen Symbolen. Zwei durchgestrichene Tierköpfe signalisieren: Hier gibt es weder Rind noch Schwein. Dr. Gerald Sehmisch hat nämlich alles andere: Gans, Strauß, Büffel und Nutria, das ist ein entfernter, aber dem Vernehmen nach schmackhafter Verwandter des Meerschweinchens. … noch weiter lesen »



Datenspeicherung: Wenn der Bürger zum Täter wird

Winter 2007. Noch stehen die alten Kastanien in der Waldschlösschenallee, dort, wo die Zufahrt zur umstrittenen Brücke entstehen soll. Eine Handvoll Demonstranten in weißen Overalls hat sich auf die Bäume verteilt, in ihre Äste gesetzt oder darunter auf den Boden gekauert. Die Demonstranten haben Transparente dabei: „Gegen die Brücke“, steht darauf, „für den Elbtalkompromiss“. Steffen H. (Name von der Redaktion geändert) ist einer von ihnen. Zwei Beamte werden ihn unter den Schultern packen und wegtragen, damit Waldarbeiter die Bäume fällen können. Routine am Dresdner Elbufer in diesem Winter. … noch weiter lesen »



Versammeln, versemmeln

Warum das neue Versammlungsgesetz des Freistaats Sachsen einen schweren Stand haben wird – und die Liberalen ein weiteres Stück ihrer Identität riskieren. … noch weiter lesen »