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„Ich habe mich nie mehr so frei gefühlt“

Susanne Rummel hat nicht immer beim Radio gearbeitet. 1990 und 1991 war sie Redakteurin der DAZ („Die Leipziger Andere Zeitung“). Im Interview erinnert sie sich an die erste unabhängige Wochenzeitung der DDR – und besonders an das Gefühl von Freiheit. Von Claudia Laßlop und Ute König Sie gehörten zu der Gruppe, die im November 1989 „Die Andere Zeitung“ gegründet haben. Was war denn anders? Sie hieß ursprünglich Leipziger Andere Zeitung, weil es auch in Berlin eine Andere Zeitung … noch weiter lesen »



„Wer nichts weiß, kann nichts bewegen“

Steve Hauswald gründete vor einige Wochen die „Leipzig School of Design“. Dort sollen Interessierte per Vorstudium in alle Facetten des Gestaltens hineinschnuppern – eine für Deutschland ungewöhnliche Sache. Ein Gespräch über Design, den Wert von Bildung und das Bild Leipzigs im Ausland. Das Gespräch führte Jonathan Fasel Steve, wie schreibt man deinen Nachnamen denn nun? Ich habe hier eine Visitenkarte mit der englischen Schreibweise „Housewald“ … (lacht) Das kommt aus meiner Zeit in den USA. Ich habe weltweit … noch weiter lesen »



„Keine Bauchnabelprosa“

Franziska Wilhelm ist 29 und arbeitet in der Öffentlichkeitsarbeit der Verbraucherzentrale. Nicht so spannend? Stimmt. Viel interessanter ist dagegen, was Franziska Wilhelm in ihrer Freizeit macht: Schreiben. Mit ihren Kurzgeschichten hat sie Preise eingeheimst, in der Leipziger Poetry-Slam-Szene kennt sie jeder. Jetzt schreibt sie an ihrem ersten Roman. weiter hat mit ihr gesprochen – über alles. Nur nicht über ihren Job. … noch weiter lesen »



„Macht da mal ein paar Blumen rein“

Das „Stelzenhaus“ am Karl-Heine-Kanal wurde 2001 saniert. Zu den Mietern der ersten Stunde gehört das gleichnamige Restaurant. Thomas Langer und Uwe Wolf haben es mit zwei Kompagnons einst als edle Ergänzung zu ihrem Restaurant „Kitchen“ in der Südvorstadt gegründet. Das „Kitchen“ haben sie inzwischen aufgegeben, das „Stelzenhaus“ gilt unter Genießern als Geheimtipp. … noch weiter lesen »



„Gehen Sie nicht mit jedem ins Bett!“

Was für eine Frau! Friederike Rubart lebte zwei Leben: Zuerst das der braven Gattin in Hannover. Dann zog sie nach Leipzig und wurde zum Künstlervamp. Heute weiß sie, wie Männer ticken und warum 50-Jährige einfach die besseren Genießer sind. Und bringt sogar unsere Fotografin zum Erröten. … noch weiter lesen »



„Dreck fressen“

Martin Endt, 28, ist Sänger der Leipziger Band Zen Zebra. Die Musik beschrieb mal einer als schöne Mischung aus Deftones und At The Drive In. Im Oktober produzieren die Fünf ihr erstes Album. Im Interview verrät der gebürtige Weißenfelser, welche Hindernisse Leipziger Bands beim Durchstarten haben. Das Gespräch führte Dirk Stascheit Was macht euren Sound aus? Wir versuchen, Musik zu machen, die zwar sehr nachdenklich ist, aber dabei nicht soft. Sie vereint Brachialität und Intimität. Wir haben nachdenkliche Passagen, es soll aber auch zwischendurch auf die Fresse geben. Ist das schon Dark? Wir sind eher auf der Post-Core-Schiene – also mehr Dreck und etwas mehr Punkrock als Dark, wenn man das so sagen will. Eure Musik hat schon etwas massenkompatibles. Ein kleines bisschen schon, ja. Es sind schon poppige Strukturen drin. Trotzdem müsste vor einem Massenerfolg einiges … noch weiter lesen »



„Ich halte nicht viel von Frauenquoten“

Jana Eggers ist Geschäftsführerin der Leipziger Durchstarter „Spreadshirt“. Im Interview stellt die US-Amerikanerin klar: Frauen denken anders – und sind deswegen in Führungsebenen gefragt. … noch weiter lesen »



„Endlich haben wir eine, Gott sei Dank!“

Mädchen in einer Männerdomäne: Katharina Beckemper, 39, wird die mutmaßlich erste Jura-Professorin in der Geschichte der Uni Leipzig sein. Ab Oktober wird sie für Strafrecht, Strafprozessrecht und Wirtschaftsstrafrecht berufen. Und sagt von sich: „Ich bin typisch Mädchen.“ … noch weiter lesen »



„Theater ist Leben auf der Bühne“

Der englische Schauspieler Gareth Knapman kam 2005 nach Leipzig. Theater als Therapie für jeden in der Gesellschaft, sagt der 29-Jährige, wird auch in Deutschland immer mehr Anwendung finden. Erfolgreich gibt er Workshops der ganz besonderen Art – und mit ganz besonderen Menschen. … noch weiter lesen »



„Singen schweißt wirklich zusammen“

Sarie Teichfischer managt einen Arbeitslosenchor und ist selber arbeitslos. Zu unserem Treffen kam sie von einem Termin beim Arbeitsamt. Vielleicht, sagt die 31-Jährige, hat sie bald wieder einen Job. Keine Sorge, aus dem Chor fliegt sie deswegen aber nicht. … noch weiter lesen »



„Multimegamehrdimensional“

Thomas Seifert, 29, leitete seit 2008 das Baumpatenschaftsprojekt „600 Bäume zum 600. Geburtstag der Universität Leipzig“. Der Student der Theaterwissenschaft, Philosophie und Afrikanistik engagierte sich zuvor bereits als Kulturreferent des StudentInnenRates und als studentischer Senator. … noch weiter lesen »



„Rücksicht erzwingen“

Fahrradstadt Leipzig? Pustekuchen. Gerade einmal 14,4 Prozent der Verkehrsteilnehmer treten hierzustadte in die Pedale. Zu wenig, findet auch Torsten Schönebaum. Der Fahrradfahrer aus Überzeugung kennt die Knackpunkte. Das Gespräch führten Dirk Stascheit und Jonathan Fasel Warum Critical Mass? In der großen Gruppe durch die Gegend fahren – das hat Vorteile. Man wird sichtbarer. … noch weiter lesen »



„Eben Verwaltung, nicht Gestaltung“

Die Choreografin Irina Pauls ist in Leipzig geboren, lernte in Dresden und Leipzig ihr Metier. Nach über 20 Jahren an Bühnen in aller Welt kam sie wegen des Tanztheaters 2007 zurück in die Stadt ihrer Kindheit – und findet nicht alles rosig. Das Gespräch führten Katharina Seibt und Dirk Stascheit Warum Leipzig? Es ist nicht vorrangig die Stadt, es sind die Menschen, mit denen ich arbeite. Ohne das Angebot vom Leipziger Tanztheater (LTT) wäre ich nicht zurückgekommen. … noch weiter lesen »



„Schwein sein, das ist heute noch viel aktueller“

Er war der Vorzeige-Ossi, sang über sein Fahrrad und wenn ihn eine Sache richtig nervt, dann sind das Nazis: Sebastian Krumbiegel ist einer der bekanntesten Leipziger Bürger. Und einer, der ungeniert den Mund aufmacht. Auch, wenn sein Gegenüber Roland Koch heißt. Das Gespräch führten Jonathan Fasel und Katharina Seibt … noch weiter lesen »



„Aufraffen, umdenken“

Mike Nagler, 31, ist seit Jahren in Leipziger Bündnissen aktiv. Nach dem erfolgreichen Bürgerbegehren gegen die Privatisierung der Leipziger Stadtwerke verpasste er 2009 knapp den Einzug in den Bundestag und widmet sich nun wieder seiner Doktorarbeit – aber nicht nur. Das Gespräch führten Claudia Laßlop und Dirk Stascheit Wie kam es zu Deiner Kandidatur für den Bundestag? Das war eine Konsequenz aus dem Bürgerbegehren für den Erhalt kommunaler Unternehmen. Wir haben die Privatisierung für die nächsten drei Jahre verhindert – solange gilt der Entscheid. Aber Leipzig ist verschuldet und wird das auch 2011 noch so sein. Wenn sich also nachhaltig etwas ändern soll, muss sich bundespolitisch etwas ändern und dabei vor allem die Gemeindefinanzierung. … noch weiter lesen »



„Ich will sie alle“

„Ich will sie alle“

Mit seinen Panometer-Projekten hat Yadegar Asisi bewiesen, dass Kunst zum Spektakel für die breite Bevölkerung werden kann. Und hat dabei ohne Subventionen gewirtschaftet – ein für die Szene ungewöhnlicher Erfolg. Jetzt plant er, neue Stätten zu bespielen. … noch weiter lesen »



„Auf jeden Fall. Sozialistin.“

Frau Nagel, sind Sie eine Berufsrevolutionärin? Ich habe mich vom Begriff der Revolution schon länger abgewandt, auch weil das Wort historisch negativ belegt ist. Revolutionen werden nie ohne gewaltsame Mittel geführt. Ich und die Netzwerke, in denen ich aktiv bin, wir haben uns auf einen neuen Begriff geeinigt – die „Transformation“. Das ist ein Zwischending zwischen Reform und Revolution; der Anspruch, die Gesellschaft mit Menschen zu verändern. Sie sind in verschiedenen Bündnissen aktiv, im Abgeordnetenbüro tätig und als Stadträtin gewählt – da bleibt doch wohl kaum genug Zeit für jede dieser Tätigkeiten. Die Stadtratstätigkeit ist relativ neu dazugekommen. Und das Abgeordnetenbüro, linXXnet, hat nicht nur den Anspruch, eine Anlaufstelle für Bürger zu sein. Uns geht es darum, Leute zu aktivieren und sie darin zu bestärken, selbst für ihre Belange aktiv zu werden. Insofern … noch weiter lesen »



“Wissen, wo die Fahrt hingeht”

Seit 2006 sorgt sich Heiko Rosenthal, 35, von der Linkspartei als Bürgermeister und Beigeordneter um Sicherheit, Umwelt und Sport in Leipzig. Weiter fragt, wie er das macht und warum. Herr Rosenthal, Sie sind gerade einmal 35 Jahre alt und bereits Bürgermeister – eine steile Karriere. Zieht es Sie, gerade als gebürtiger Berliner, nicht irgendwann wieder in die Hauptstadt? Mir gefällt‘s sehr gut hier – sowohl in der Stadt als auch im Amt. Ich habe nicht vor, das hier aufzugeben. Warum haben Sie sich für eine Laufbahn im öffentlichen Dienst entschieden? Ein Jurastudium eröffnet viele Möglichkeiten. Meine Erfahrungen als Referendar in Anwaltskanzleien haben dazu geführt, dass ich den Beruf des Anwalts nie als Traumjob gesehen habe. Eigentlich wollte ich in die Staatsanwaltschaft wechseln. Dann ergab sich aber eine Tätigkeit im Regierungspräsidium Chemnitz und die … noch weiter lesen »