nochweiter » 10. Ausgabe, 12.03.2010

„Schwein sein, das ist heute noch viel aktueller“

Er war der Vorzeige-Ossi, sang über sein Fahrrad und wenn ihn eine Sache richtig nervt, dann sind das Nazis: Sebastian Krumbiegel ist einer der bekanntesten Leipziger Bürger. Und einer, der ungeniert den Mund aufmacht. Auch, wenn sein Gegenüber Roland Koch heißt. Das Gespräch führten Jonathan Fasel und Katharina Seibt … noch weiter lesen »



Stadtgespräch: Was wichtig war // Was wichtig wird

Berater setzten auf Kreditwetten An den riskanten Wetten der kommunalen Wasserwerke (KWL) verdienten vor allem die Berater – 70 Prozent der Abschlussprämien flossen an eine Schweizer Beratungsfirma. Ob die Entscheider in Leipzig an den Gewinnen beteiligt wurden, ist Spekulation – Beweise dafür gibt es noch keine. Klar ist nur, dass die Kosten der Wetten, die die Gewinne um das Zehnfache übersteigen, an der Kommune hängen bleiben. Die Stadt klagt gegen drei der beteiligten Banken: Sie hätten gewusst, dass die KWL-Chefs nicht berechtigt waren, die Verträge abzuschließen. Unterirdisch schneller Zwei Großtunnels, Finne und Bibra, entstehen an der Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Thüringen – für die neue ICE-Strecke München-Berlin, die ab 2015 über Erfurt und Leipzig/Halle führen soll. Vergangene Woche feierten die Bauherren Bahn und Bund „Durchschlag“: den Moment, wenn sich zwei Bohrteams endlich in … noch weiter lesen »



Hintergrund: Flach und rostrot wie Aldi-Kaffee

Hermann-Liebmann-Straße Ecke Eisenbahnstraße: Ein „D-Zentrum“. So heißt im Jargon der Stadtplaner ein Ort, an dem bis zu 10 000 Menschen regelmäßig für den kurzfristigen Bedarf einkaufen. In einem D-Zentrum gibt es einen Supermarkt, Bäcker, Fleischer, vielleicht einen Geldautomaten, eine Apotheke, einen Schuster, einen Arzt. Das 2007 erschienene „Stadtentwicklungskonzept“, ein 240-seitiges Planungswerk aus dem Rathaus, nennt das „D-Zentrum“ an der Eisenbahnstraße allerdings „besonders problematisch“: Es gebe „Defizite in der Nahversorgung“. Der Lösungsvorschlag, im Telegrammstil: „Ansiedlung Lebensmittelmagnet“. … noch weiter lesen »



Die Fördermeile

Hohe Arbeitslosigkeit, viel Kriminalität – dafür ist der Leipziger Osten um die Eisenbahnstraße bekannt. Doch in dem alten Arbeiterviertel tut sich etwas. Durch EU-Beihilfen wird die Eisenbahnstraße zur Fördermeile. Von Nora Gohlke und Johannes Kiehl An der Hermann-Liebmann-Straße im Leipziger Osten wirbt die Spezialitätenmetzgerei „Dr. Sehmisch“ mit auffälligen Symbolen. Zwei durchgestrichene Tierköpfe signalisieren: Hier gibt es weder Rind noch Schwein. Dr. Gerald Sehmisch hat nämlich alles andere: Gans, Strauß, Büffel und Nutria, das ist ein entfernter, aber dem Vernehmen nach schmackhafter Verwandter des Meerschweinchens. … noch weiter lesen »



Soziales Leipzig: Leben auf der Kippe

Peter Küchler konnte sich immer gerade so über Wasser halten. Ein Tiefschlag reichte jedoch aus, um sich auf der Kehrseite der Gesellschaft wieder zu finden. Ohne Hilfe wäre er in der Obdachlosigkeit gelandet. Eine Geschichte aus Lößnig. Von Helena Tsiflidis „Als die Arbeit nicht mehr da war, war alles weg.“ Es ist kurz vor Weihnachten, vergangenes Jahr. Siebzehn Jahre hat Peter Küchler für ein deutsches Versandhaus gearbeitet. Doch als das Unternehmen sich auflöst, muss auch er gehen. … noch weiter lesen »