Erleuchter zu Untermiete

Die Scientology-Kirche will die Finger offenbar nicht von Leipzig lassen. Aufklärende Vereine machen es der Organisation zwar schwer, neue Mitglieder zu werben. Trotzdem gelang es einem Scientology-nahen Verein, eine Ausstellung am Brühl zu organisieren. Trotz vorangegangener Warnung verhielten sich einige Akteure erschreckend naiv.

Von Jan Kröger, Dirk Stascheit und Maria Althaus

Von gegenüber weht der Staub der abgerissenen Blechbüchse. Das Erdgeschoss am Brühl 8 steht eine Weile leer. Über dem Eingang hängt noch weiß auf rot der Schriftzug „Schuh Boulevard“. Nun ist er verdeckt durch ein großes Banner: „Psychiatrie: Tod statt Hilfe“.

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Eine Woche lang war die Ausstellung am Brühl geöffnet  –
zeitgleich zum Weltkongress für Kinder- und Jugendpsychiatrie auf der Neuen Messe. Verantwortlich für die Ausstellung: die Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte (KVPM), ein eingetragener Verein, 1972 in München gegründet. Sein Hintergrund ist schnell erklärt: Die KVPM ist der deutsche Ableger der Citizens Commission on Human Rights (CCHR) in den USA, und beide Organisationen gelten als Seitenarm von Scientology. Die Verbindungen in die USA sind eng: Jene Schautafeln, die nun in Leipzig zu sehen waren, stehen im englischen Original im Museum „Psychiatry: An Industry of Death“, Adresse: Sunset Boulevard, Hollywood.

Nun also Schuh Boulevard, Leipzig.

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Aber nicht nur der Vermieter, auch die Lokalredakteure der LVZ witterten offenbar nichts, als die freundlichen Menschenrechtler ihnen eine Pressemitteilung zustellten, die sie prompt ohne Einordnung veröffentlichten (LVZ, Seite 18, Ausgabe vom 28. Juni).

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Der Verfassungsschutz schreibt von bundesweit „stagnierenden Mitgliederzahlen“. Behält die „wenigen Dutzend“ Sachsen-Scientologen dennoch im Auge (http://bit.ly/w19scient3). Zwar hat Scientology keine offizielle Repräsentanz in Sachsen. Das kann sich aber laut der Vizepräsidentin von Scientology Deutschland, Sabine Weber, durchaus ändern. „Es ist denkbar, dass wir bald eine Mission in Sachsen gründen. Wann, können wir noch nicht festlegen. Aber sicherlich in Leipzig oder Dresden.“

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Solveig Prass will das verhindern, indem sie die Städte und deren Bürger sensibilisiert und warnt. „Gäbe es mich nicht, hätte Scientology schon eine Mission in Leipzig gegründet.“

Dies ist eine Leseprobe.
Der gesamte Text findet sich in Weiter.19 (bestellen, selbst kaufenePaper)


2 Meinungen auf “Erleuchter zu Untermiete”

  1. [...] Scilons in Leibzisch Erleuchter zu Untermiete [...]

  2. Moser sagt:

    welch Künstliche Kontroverse…keiner der Schreiber hat wohl je mehr als 2 Seiten eines Hubbardbuches in der Hand gehabt.
    Hat man denn aus der Vergangenheit nichts gelernt wenn man nun kontroverse Gruppierungen
    verbannen will…gerade im Osten sollte man doch gegen solchen totalitären Ideen Vorsicht walten lassen. Gelbe Karte fuer Prass, die sich auf ihre Diskrimierungen wohl auch noch was einbildet.

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