Es gibt Städte, die sind weiter. Stadtverwaltungen, die verstanden haben, dass frei zugängliches Internet ein Standortfaktor ist. Sogar Berlins Bürgermeister denkt laut über ein offenes WLAN nach. In Leipzig hat die Stadt kein Geld, stadteigene Firmen wollen nicht einspringen. Zum Glück gibt es Graswurzel-Alternativen.
Ohne Zugang zum Internet können viele Menschen nicht mehr. Sei es um für die Uni, Schule oder Beruf zu recherchieren. Oder um einzukaufen oder zu arbeiten – oder um in sozialen Netzwerken Zeit zu verschwenden. Welcher Mix von Bedürfnissen auch immer dafür verantwortlich ist, 67 Prozent der Deutschen haben Internetzugang, eine Mehrheit braucht es also (http://bit.ly/d6qvmz).
Blöd nur, das ausgerechnet in jenen Vierteln Leipzigs, die bei jungen, studierenden Menschen am beliebtesten sind, teilweise die Brot-und Butter-Internettechnologie der 2000er, das DSL, nicht verfügbar war. In manchen Gegenden hat sich dies mittlerweile erledigt, aber gerade im hippen Südraum fehlt es noch arg. Der Hilferuf eines Stadtrats („Leipzig versinkt vielerorts noch im digitalen Nirvana. Noch immer gibt es in Leipzig ganze Stadtteile ohne schnelles Internet“) vergangenes Jahr ist einer von vielen, und nach wie vor aktuell.
(…)
Alternative: Kommunales Netzwerk?
Guter Internetzugang ist ein Standortfaktor. Internet ist Infrastruktur. Freier Internetzugang für alle würde die Spaltung der Gesellschaft in diejenigen, die sich Breitbandverträge leisten können und jene, denen dies zu teuer ist bzw. die wegen ihrer Zahlungsmoral in der Vergangenheit bei den Telekommunikationsanbietern keine Verträge bekommen, mildern. Klingt nach Daseinsvorsorge (http://bit.ly/cN7mGJ) – wenn auch einer neuen, für Verwaltungsbeamte eventuell ungewohnten.
Nebenbei könnte die Stadt und auch ihre Beteiligungsfirmen mittelfristig ein solches Netzwerk nutzen, um die Straßenbeleuchtung zu steuern, Meßdaten zu übertragen oder schlicht mit den Bürgern in Kontakt zu treten. (…)
Dies ist eine Leseprobe.
Der gesamte Text findet sich in Weiter.20 (bestellen, selbst kaufen, ePaper)

