Freitag, 24. Dezember

Weihnachtsmärchen, Teil 4/4:
Da war er nun also, der arme Student. Zuerst waren die Türen verschlossen, nun war er selbst eingeschlossen. Wie sollte er nur jemals wieder hier herauskommen? Verzweifelt ergriff er seinen mobilfunkbetriebenen Fernsprecher. Wen sollte er nur anrufen, wer könnte in einer Situation wie dieser helfen? Er wählte eine Telefonnummer eines seiner Freunde nach der anderen. Doch niemand nahm ab. Schließlich sah er keinen anderen Ausweg mehr. Er wählte langsam, aber bestimmt die Zahlenkombination 1-1-0. “Polizei-Notruf?” antwortete eine Stimme am anderen Ende. Der Student schluckte. Dann erzählte er mit zitternder Stimme seine Geschichte. Vom Verlassen Leipzigs, von seiner Rückkehr, von der verschlossenen Tür und vom jungen, hilfreichen Yakfohlen. Natürlich war die Telefondame der Polizei höchst entrüstet und erklärte ihm mehrmals, dass das Yakfohlen aus dem Leipziger Po ausgebrochen und ein seit Wochen gesuchter Schneeräuber sei und er sein Erscheinen sofort der Polizei hätte melden müssen. Da sie allerdings froh war über den unvermuteten Hinweis auf den Aufenthaltsort des als Stadtfeind eingestuften Fohlens war, sandte sie eine Polizeistreife zu dem eingeschlossenen Studenten, die ihn sogleich befreite. Der Student lebte danach glücklich und zufrieden, das Yakfohlen aber ward nie mehr gesehen.

Dorothea Hecht lacht, wohnt, arbeitet, isst und ist gerne in Leipzig. Manchmal verlässt sie Leipzig, kommt aber immer wieder gerne zurück. Sie hat Journalistik an der Uni Leipzig studiert und dürfte sich somit ein "Dipl-Journ." vor den Namen setzen. Mag und macht sie aber nicht.

Veröffentlicht unter: Dorothea Hecht, Update

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