Donnerstag, 23. Dezember

Weihnachtsmärchen Teil 3/4:
Vorsichtig betrat der Student das Gebäude. Nur langsam setzte er einen Fuß vor den anderen und blickte sich bedächtig um. War das hier seine alte Universität? Alles war so neu, frisch getrichen, keine Schmiereien an der Wand. Die Pinnwände zwar mit Zetteln beheftet, aber ordentlich nebeneinander ohne einander zu verdecken. Der Student stieg die Treppen hinauf in den zweiten Stock. Dort, wusste er, würde sich der Übergang zum Hörsaalgebäude verbergen. Schnell fand er das richtige Hinweisschild, den richtigen Gang, die richtige Tür. Wiederum drückte er die Klinke nach unten – und fand die schwere Glastür unverschlossen. Lächelnd machte der Student sich auf den Weg, um sobald vor erneut vor einer Tür zu stehen, ganz ähnlich derer, die er gerade hatte ins Schloss fallen lassen. Wiederum drückte er, nun selbstbewusster, die Klinke. Zu. Er drehte sich um, die Stirn runzelnd, nachdenklich, begreifend. Nichts Gutes ahnend rannte er zurück zur anderen Tür. Seine Vorahnung behielt recht. Sie war von dieser Seite nicht zu öffnen. Sie war zu und er, er war eingeschlossen.

Dorothea Hecht lacht, wohnt, arbeitet, isst und ist gerne in Leipzig. Manchmal verlässt sie Leipzig, kommt aber immer wieder gerne zurück. Sie hat Journalistik an der Uni Leipzig studiert und dürfte sich somit ein "Dipl-Journ." vor den Namen setzen. Mag und macht sie aber nicht.

Veröffentlicht unter: Dorothea Hecht, Update

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