Mittwoch, 22. Dezember

Weihnachtsmärchen, Teil 2/4
Nun war der Student von jeher aber schlau und gewitzt. “Zwar ist das Hörsaalgebäude verschlossen”, dachte er bei sich, “doch das Seminargebäude ist bestimmt geöffnet. Dort werde ich den Durchgang ins Hörsaalgebäude nutzen”. Er schnürte also seine Siebenmeilenstiefel und ging einmal um das gesamte Gebäude herum. Es war ein langer und beschwerlicher Weg, schließlich war das Gebäude neu und groß. Fast hatte er seine Suche nach einer unverschlossenen Tür schon aufgegeben, da stand plötzlich ein junges Yakfohlen vor ihm. Es polierte gerade seine Hufe im Schnee. Erstaunt blickte der Student es an. Das Yakfohlen blickte auf, sichtbar gestört in seinem ruhigen Tun. Es seufzte. “Es ist immer das Gleiche mit euch Studenten”, sagte es. “Dort vorne ist die einzige Tür im Seminargebäude, die am Samstag Nachmittag noch geöffnet ist.” Damit wandte es sich wieder seinen glänzenden Hufen zu. Noch immer erstaunt ob des Yakfohlens gleichmütiger Haltung ging der Student auf die ihm gewiesene Tür zu. Wenig hoffnungsvoll drückte er die Klinke nach unten. Die Tür öffnete sich.

Dorothea Hecht lacht, wohnt, arbeitet, isst und ist gerne in Leipzig. Manchmal verlässt sie Leipzig, kommt aber immer wieder gerne zurück. Sie hat Journalistik an der Uni Leipzig studiert und dürfte sich somit ein "Dipl-Journ." vor den Namen setzen. Mag und macht sie aber nicht.

Veröffentlicht unter: Dorothea Hecht, Update

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