Globaler Generationsschmerz

Am Samstag, 23. Juli 2011, findet in Leipzig die Global Space Odyssey statt. Eine Demonstration junger Menschen, die sich kulturpolitischen Themen widmet – oder auch einfach allem, was ihnen auf dem Herzen liegt. NochWeiter.de hat Organisator Sascha Heyne gesprochen.

Demo-Wagen auf der Global Space Odyssey 2010

Die Space Odyssey gibt’s seit 10 Jahren, also erstmal Glückwunsch zum Jubiläum. Feiert ihr das denn dieses Jahr?

Ja, stimmt, danke, könnten wir eigentlich feiern. Wobei es sich in den letzten Jahren ziemlich verändert hat. Es sind zwar noch einige von den Anfängen noch dabei, aber das Team, so wie es jetzt ist, gibt es eigentlich erst seit vier Jahren. Wir sind eine zusammengewürfelte Gruppe aus Studenten, Party-Organisatoren und vom Verein Roter Baum und ich denke, dass wir jetzt politischer sind als der sympathisch-chaotische Haufen, der das vor zehn Jahren angefangen hat.

Was sind denn eure politischen Absichten? Auf eurer Homepage ist das ein ziemlich langer Text mit etlichen Aspekten. Kannst du die mal in einem Satz zusammenfassen?

Das lässt sich schwer in einen Satz packen. Es geht um viele Themen, die unsere Generation und unsere Interessen betreffen, die eben auch mit der kulturpolitischen Situation zu tun haben. Stell dir vor, du bist mit bestimmten Sachen einfach nicht d’accord, das mag Politisches sein wie Mindestlohn oder etwas anderes, einfach viele kleine Sachen, und das willst du ändern. Dafür gehen wir auf die Straße. Nur sind es eben zu viele Dinge, deshalb haben wir auch auf ein Motto verzichtete dieses Jahr. Es geht einfach um die Belange der jungen Generation.

Reicht es denn, für diese Anliegen einmal im Jahr auf die Straße zu gehen?

Nein, das reicht auf keinen Fall. Deshalb sagen wir auch immer, wir müssen die Space Odyssey über den Winter bringen. Wir engagieren uns natürlich auch im Hintergrund für unsere Anliegen. Aber dass sich seit Jahren nichts an der kulturpolitischen Situation in der Stadt verbessert, ärgert uns, und wir wollen die Leute dafür sensibilisieren, indem wir die Space Odyssey machen. Um eben auch nach außen hin zu zeigen, dass sich etwas ändern muss. Deshalb haben wir dieses Jahr auch allen gesagt, dass ihr Wagen ein bestimmtes Thema haben soll, wofür oder wogegen sie demonstrieren, damit die Zuschauer es auch sofort kapieren. Trotzdem wollen wir aber nicht mit erhobenem Zeigefinger mahnen, sondern bunt, kritisch und laut sein.

Und auf jeden Fall groß. Die Demo geht ja von Connewitz über die Innenstadt bis nach Lindenau. Wie habt ihr die Stadt dazu gekriegt, so eine große Fläche für euch zu sperren?

Naja, zum einen ist es so, dass ja nicht alles gleichzeitig abgesperrt wird, sondern immer nur in Abschnitten. Und zum anderen ist es eine angemeldete Demonstration, und da kriegt man das eben genehmigt. Wir hatten ja auch ziemlich viele Leute im letzten Jahr, das waren 3000.

Rechnet ihr wieder mit so vielen?

Wir machen da keine Hochrechnungen, aber wieder 3000 wären schon nett. In unserem Facebook-Event haben 1800 zugesagt, mal sehen, wie viele dann wirklich kommen, aber da junge Menschen meiner Meinung nach eher nach Leipzig ziehen als von hier wegziehen, können wir bestimmt wieder mit einigen rechnen.

Fotos: Global Space Odyssey

Dorothea Hecht lacht, wohnt, arbeitet, isst und ist gerne in Leipzig. Manchmal verlässt sie Leipzig, kommt aber immer wieder gerne zurück. Sie hat Journalistik an der Uni Leipzig studiert und dürfte sich somit ein "Dipl-Journ." vor den Namen setzen. Mag und macht sie aber nicht.

Veröffentlicht unter: Dorothea Hecht, Gespräche

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