Der Teufelskreis des Laufwettkampfs

Wenn die Handballerinnen des HC Leipzig laufen, eine Wasserspringerin läuft und eine Skilanglauf-Olympiasiegerin läuft, dann können wir auch laufen! nochWeiter.de stellt sich einer weiteren sportlichen Herausforderung und schickt fünf wackere Sportler auf den 10-Kilometer-Lauf des Leipziger Marathons. Am Abend vorher haben sie sich zur traditionellen Nudelparty am Campus Jahnallee getroffen. Und hätten ihre wohlverdienten Kohlenhydrate beinahe nicht bekommen.

Eigentlich wollten wir ja nur Nudeln. Vielleicht noch ein bisschen an den Ständen der Laufmesse vorbeischauen, ein bisschen mit den anderen Läufern plaudern, uns gegenseitig den Respekt vor den 10 Kilometern nehmen. Eigentlich. In Wirklichkeit kam es natürlich ganz anders.

Lektion 1, wenn man sich zu seinem ersten Laufwettkampf anmeldet: Teilnahmebestätigung ganz genau lesen. Dann nochmal lesen. Dann anrufen und fragen, wie es tatsächlich abläuft. Denn ja, im Teilnahmeschreiben steht drin, dass man für die Zeitmessung einen Chip braucht. Da steht auch, dass der Chip 5 Euro kostet und die Pfandgebühr 25 Euro. Und da steht, dass man sich bei der Nudelparty am Abend vor dem Lauf seine Startnummer abholen kann. Was da nicht steht, ist dass man ohne die Startnummer keine Nudeln bekommt und ohne den Chip wiederum keine Startnummer und ohne Bargeld keinen Chip. Alle diese Dinge erfährt man erst, nachdem man 100 Meter im Schildkrötentempo in der Schlange einmal längs durch die Grubehalle im Campus Jahnallee verbracht hat. Die Lösung heißt im Übrigen Bankautomat an der Tankstelle.

Lektion 2: Komme nie hungrig zu einer Nudelparty. Selbst unsere englische Mitstreiterin (wir wissen, die Engländer lieben “queueing”) hatte nach dem Chip-Anmelde-Teufelskreis genug Standbein für einen Abend trainiert und wollte nur noch essen. Blöd nur, wenn vor der Nudeltheke noch eine solche Schlange steht. Blöd auch, wenn die vorerst letzte Portion Nudeln an den Vordermann geht. Noch blöder, wenn aus den versprochenen zehn Minuten Wartezeit auf Nachschub langsam aber sicher 30 Minuten werden. Das entschuldigende “Wir haben nicht mit so vielen Leuten gerechnet” der Dame mit der großen, leeren Nudelkelle kompensiert leider nicht den Hunger.

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Das nochWeiter-Team (von vorne): Katie, Doro, Fee, Maik, Bernadette

Lektion 3: Beurteile den Vorabend eines Lauferlebnisses nicht nach der Tomatensoße auf den Nudeln. Dann nämlich hätte der Abend vor dem Leipzig-Marathon keinen besonders guten Geschmack hinterlassen. Aber ist es nicht immer so, dass etwas Gutes passiert, wenn man am wenigsten damit rechnet? Dass die nette Frida an unserem Tisch, die Freundin der Freundin einer Mitstreiterin, die mit den auf einer Seite kurzrasierten blonden Haaren, die mit dem leicht skandinavischen Akzent, sich plötzlich als Marathon-Favoritin Frida Södermark aus Schweden herausstellt. Das war etwas Gutes. Und dass unser Team spontan noch eine Mitläuferin bekommen hat, das ist fast noch besser.

10 Kilometer, 13:45 Uhr geht’s los. Noch 12 Stunden und 45 Minuten. Wir freuen uns!

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Dorothea Hecht lacht, wohnt, arbeitet, isst und ist gerne in Leipzig. Manchmal verlässt sie Leipzig, kommt aber immer wieder gerne zurück. Sie hat Journalistik an der Uni Leipzig studiert und dürfte sich somit ein "Dipl-Journ." vor den Namen setzen. Mag und macht sie aber nicht.

Veröffentlicht unter: Dorothea Hecht, Geschichten

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