Zu: Peter Trapp

Angela Merkel, Christian Wulff, Sigmar Gabriel – das alles sind Politiker. Auch Peter Trapp ist Politiker, nur deutlich unbekannter. Um das zu ändern, hat er diese Woche auf sich aufmerksam gemacht und forderte: Zuwanderer sollen einen Intelligenztest machen. Unser Kolumnist Jan Kröger findet die Idee so absurd, dass er dem auch nur Absurdes entgegenzusetzen hat. Und er erinnert an den Mann, der sowas wie das Vorbild für Peter Trapp gewesen ist.

In Kooperation mit detektor.fm

Wer kennt Dionys Jobst? Ich hoffe niemand, denn Dionys Jobst war ein völlig unterschätzter Poltiker, was zum Teil daran lag, dass er als Oberpfälzer aus einer völlig unterschätzten Gegend kam. Fast 30 Jahre lang saß er als Stimmvieh der CSU im Bundestag. Doch irgendwann in den 90ern reichte es Dionys Jobst und er schlug vor, Mallorca für 50 Milliarden Mark als 17. Bundesland zu kaufen. Eine gelungene Aktion, denn die Medien berichteten wochenlang darüber. Seitdem gilt Dionys Jobst als Entdecker des Sommerlochs.

Dieses Loch hat jetzt auch Peter Trapp gesucht. Peter Trapp ist ein völlig unterschätzter Politiker, was zum Teil daran liegt, dass er als Spandauer aus einer völlig unterschätzten Gegend kommt. Fast 30 Jahre lang saß er als Beamter im Innendienst der Berliner Polizei. Dann ließ er sich frühpensionieren und sitzt seitdem im Berliner Parlament.

Eine beeindruckende Biographie, die darauf schließen lässt, dass Peter Trapp öfter mal das falsche Loch getroffen hat. So auch diesmal. Sein Vorschlag lautet nämlich: Intelligenztests für Ausländer!
Zunächst fand ich diese Idee anregend. Denn wenn reiche Länder ihre Bürger nach Intelligenz aussuchen können, dann könnten das zum Beispiel auch reiche Geschäfte mit ihren Käufern machen. So eine Millionärsgattin, die in Montreux vorm Louis Vuitton heulend zusammenbricht, weil sie für ihre neue Handtasche einfach zu doof ist – das ist ein äußerst charmantes Bild.

Aber wenn ich Peter Trapps Vorschlag wörtlich nehme, dann ist er einfach nur schwachsinnig. Ich mein, was wird denn dann aus unserer Nationalmannschaft? Die konzentriert sich in Südafrika aufs Viertelfinale, und auf einmal stürmt Peter Trapp ins Quartier, drei Ex-Kollegen von der Berliner Polizei im Schlepptau. Dann geht er zu Mesut Özil und fragt: „Wann wurde Goethe geboren?“ Er schnappt sich Jérôme Boateng und fragt: „Wie hieß die Ehefrau von Kaiser Wilhelm II.?“

Und von Lukas Podolski fordert er, Einsteins Relativitätstheorie zu erklären. Dann bürgert er einen nach dem anderen aus, außer Lukas Podolski. Der hat nämlich mit dem Satz „Wenn ich den Ball direkt nehm und der geht rein, dann sieht das besser aus wie wenn der scheißweit vorbei geht“ die Relativitätstheorie nobelpreisverdächtig erweitert.

Vor allem aber: Peter Trapps Idee ist so überflüssig wie er selbst, denn den Intelligenztest für Ausländer gibt’s quasi schon. Einfach mal ins Internet gehen, zur Ausländerbehörde, und sich ansehen, was es da für Formulare zum Runterladen gibt. Die haben so Titel wie „Antrag auf Erteilung der Niederlassungserlaubnis/Daueraufenthalt EG“ oder „Bescheinung über innergemeinschaftlich mobile Studenten“. Wer da durchsteigt, ist so intelligent – der wird sich fragen, ob er sich dieses Land wirklich mit jemandem wie Peter Trapp teilen muss.

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