Zu: Giftig

Giftanschlag auf den US-Präsidenten – wenn man der ehemaligen First Lady Laura Bush glauben darf, dann ist das 2007 wirklich passiert. Nämlich hier in Deutschland, beim G8-Gipfel in Heiligendamm. Beim Bankett soll jemand der gesamten US-Delegation was ins Essen gemixt haben, behauptet Laura Bush in ihrer Autobiographie. Unser Kolumnist Jan Kröger findet, für diesen völlig belanglosen Beitrag zur Weltgeschichte verdient Laura Bush den Titel als Depp der Woche. Hier seine Laudatio:

First Lady der USA sein – das ist ein vielseitiger Job. Michelle Obama und vor allem Hillary Clinton können dabei glaubhaft vermitteln: Wenn Mister President abends nach Hause kommt, darf er erstmal abwaschen. Laura Bush war dazu der Gegenentwurf. Immer brav im Hintergrund, ein bisschen Charity machen, gegen Brustkrebs zum Beispiel oder gegen Analphabetismus. Kinder sollen Bücher lesen – für dieses Ziel hat sie vor nichts zurückgeschreckt, nicht mal vor einem Auftritt in der Sesamstraße. Wobei: Wenn man mit George W. verheiratet ist, kann man das als Bildungsurlaub geltend machen.

Da sitzt sie also, zwischen Elmo, Bibo und drei streng nach Hautfarbe ausgesuchten Kindern. Sie liest aus einem Kinderbuch und am Ende stimmen alle in die Schlusszeile ein: „Wubba, wubba, woo!“ Und vor lauter „Wubba wubba woo“ findet Laura, dass es richtig Spaß macht, so dämliche Dinge zu sagen („Yes, it’s fun to say silly words sometimes like ‘Wubba, wubba, woo!’“)

Dämliche Dinge sagen – das ist ein Hobby, das Laura Bush mit ihrem Mann teilt. Und weil es so viel Spaß macht, bringt sie bald ihre Autobiographie heraus. Darin enthüllt sie Ungeheuerliches: 2007 war es, G8-Gipfel in Heiligendamm. Die gesamte US-Delegation ist beim Abendessen vergiftet worden, sagt sie. Ein Berater konnte nicht mehr laufen, ein anderer kaum noch hören – und als der Arzt George W.’s Magen abhörte, vernahm er ein beängstigendes „Wubba, wubba, woo!“ Zum Glück war Georgie hart im Nehmen, schon am nächsten Nachmittag nahm er wieder an der Konferenz teil und konnte sich in gewohnt intellektueller Manier am Diskurs beteiligen („Wubba, wubba, woo!“)

Warum Laura Bush diesen ganzen Quatsch jetzt sagt, ist schnell erklärt. Erstens muss sie natürlich ihr Buch verkaufen. Und zweitens hat sie zu deutschem Essen ein traumatisches Verhältnis, seit George mal fast an einer Brezel erstickt ist. Was es übrigens in Heiligendamm zu essen gab, verrät Laura nicht. Wenn es allerdings traditionelle norddeutsche Küche wie Matjes war, dann wäre die Ursache für die Magenschmerzen schnell gefunden.

Übrigens wird auch George W. noch in diesem Jahr seine Memoiren veröffentlichen. Hier eine kleine Kostprobe:
Big monsters, little monsters
All know what to do
When they get together they say
Wubba, wubba, woo!

Veröffentlicht unter: Jan Kröger, Kolumne der Woche

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