Zu: Hähnchen

Unser Kolumnist Jan Kröger zeichnet diese Woche einen Menschen aus, der sich durch völlig überflüssige Äußerungen um rein gar nichts verdient gemacht hat. Wenn sich auch in den nächsten Wochen Menschen öffentlich auf peinliche Weise hervortun, wird er dieses Konzept gerne weiter verfolgen. Und angesichts von Politikern wie Guido Westerwelle oder Markus Söder ist er da sehr zuversichtlich. Den Anfang aber macht: Evo Morales, der Präsident Boliviens. Jan Kröger zeichnet ihn aus für nutzlose Ernährungstipps und einen völlig verklemmten Umgang mit Homosexualität.

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Politiker und Homosexualität – das ist eigentlich nichts, worüber man seit Klaus Wowereit noch groß diskutieren muss. Leider können sich nicht alle Politiker so unkompliziert ausdrücken. Zum Beispiel Evo Morales, der Präsident von Bolivien. Weil er der erste indigene Staatschef in Südamerika ist, genießt er auf ähnliche Weise Sympathien wie der FC St. Pauli beim Fußball. Ein kleiner Tipp für alle, die ihn nicht kennen: Wenn in den Nachrichten ein Politiker zu sehen ist, bei dem man denkt „Hat der nicht gestern noch in der Fußgängerzone Panflöte gespielt?“ – dann ist das Evo Morales.

Dieser Evo Morales hat die Welt nun um folgende Erkenntnis bereichert: „Die Hähnchen, die wir essen, sind mit weiblichen Hormonen angereichert, weshalb Männer, die sie essen, Abweichungen von ihrem männlichen Verhalten aufweisen.“

Nimmt man die verklemmte Sprache weg, bleibt übrig: Hähnchenfleisch macht schwul. Und Morales hatte noch einen Spruch auf Lager: Genkartoffeln machen kahlköpfig. Leider hat Morales seine Gedanken nicht weiter ausgeführt. Schade. Zum einen bringt es einen völlig neuen Blickwinkel auf das Sozialgefüge von Skinheads. Zum anderen fiel mir da das schwule und kahlköpfige Pop-Duo Right Said Fred ein, die Morales zufolge große Fans von Hähnchen und Pommes sein müssen. Ein paar Tipps für alle, die Right Said Fred nicht kennen: Die sehen aus wie die Blue Man Group nach dem Abschminken und haben uns beglückt mit Liedern wie „I’m too sexy“ oder „You’re my mate“ oder auch „Stand up for the champions“.

Machen wir’s kurz: Ich hab keine Ahnung, was Right Said Fred im Tourbus so futtern. Aber wenn man ihre Musik hört, wird klar, dass Homosexualität und Kahlköpfigkeit nun wirklich nicht ihr Problem sind.
Und so packen wir Evo Morales’ medizinisches Wissen in die gleiche Ecke wie die folgenden Erkenntnisse: Kondome begünstigen die Verbreitung von Aids, Sex vor der Ehe macht depressiv und Onanie sorgt für Rückenmarkschwund. Nun also auch: Hähnchen machen schwul. Und Genkartoffeln machen Glatze. Darauf einmal die Chicken Nuggets mit großer Pommes, bitte. Und natürlich mit Cola. Übrigens: Cola ist weniger ein Getränk, sondern vielmehr ein Mittel gegen verstopfte Abflussrohre. Wer das gesagt hat? Erraten.

Veröffentlicht unter: Jan Kröger, Kolumne der Woche

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