Zu: Lasse Bumsen

Was ist los in Dänemark? Dieser Tage kündigte die Regierung an, bald wieder Grenzkontrollen durchzuführen. Dabei gehört Dänemark zum Schengen-Raum, der für Reisefreiheit ohne Kontrollen steht. Zum Glück ist Jan Kröger im zweiten Leben Politiker der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei, die sich entscheidend für die Kontrollen ausgesprochen hat. Er beantwortet die wichtigsten Fragen.

Hei,

ich bin Lasse Bumsen, kulturpolitischer Sprecher der Dänischen Volkspartei. In den letzten Tagen haben wir in Dänemark viele Zuschriften aus Deutschland bekommen: Viele Deutsche sind besorgt, weil die dänische Regierung einen zentralen Vorschlag meiner Partei umgesetzt hat und in zwei, drei Wochen wieder schärfere Zollkontrollen an unseren Grenzen stattfinden werden.

So schreibt mir Hans Hansen aus Flensborg: Lasse Bumsen, ich pendle jeden Tag zur Arbeit nach Dänemark. Wie viel Zeit mehr soll ich für die Kontrolle einplanen?

Das ist natürlich schwer zu sagen, Hans Hansen. Unsere Grenzschützer werden ja nur Stichproben durchführen bei Menschen mit merkwürdigem Aussehen. Wenn du also einen dunkel- oder grauhaarigen Schnauzbart trägst wie viele Türken und Araber, solltest du ihn lieber abrasieren. Ansonsten kann es zu einer längeren Wartezeit kommen, da wir ja deinen Tank abpumpen müssen. Schließlich müssen wir testen, ob der darin enthaltene Alkohol die zulässige Einfuhrmenge nicht überschreitet. Wenn alles okay ist, wird dein Wagen zur Entschädigung kostenfrei mit dänischem Verkehrssicherheitsbenzin aufgetankt. Mit diesem Treibstoff ist eine Höchstgeschwindigkeit von 85 Kilometern pro Stunde möglich.

Marianne Schröder aus Rostock schreibt: Lasse Bumsen, ich fahre jedes Jahr mit der Fähre nach Dänemark in Urlaub. Was ändert sich für mich?

Das ist noch nicht ganz spruchreif, Marianne Schröder, aber wir von der Dänischen Volkspartei erarbeiten gerade ein Pauschalangebot. Touristen, die mit der Fähre einreisen, werden als Bootsflüchtlinge anerkannt und kommen in ein Auffanglager auf einer kleineren dänischen Insel. Dort können sie unter freiem Himmel wie immer ihre zwei Wochen Urlaub verbringen.

Zum Schluss noch ein Pamphlet von Bülent Erdogan aus Berlin: Lasse Bumsen, krass geiler Name. Aber was hat die Dänische Volkspartei eigentlich gegen uns Muslime?

Das ist ein schlimmes Missverständnis, Bülent Erdogan. Wir wollen nur vermeiden, dass Moslems wie du in ein Land kommen, in dem sie nicht glücklich werden können. Schau mal, wofür ist Dänemark denn im Ausland bekannt? Das øl von Faxe und Carlsberg, die røde pølser für den Hotdog und die Pornofilmchen aus den 70er Jahren. Das sind die intellektuellen Grundlagen der Dänischen Volkspartei. Aber du kommst aus einer Kultur, die mit Alkohol, Schweinefleisch und nackten Frauen große Probleme hat. Also: Mach dich nicht unglücklich und bleib, wo du bist.

So, liebe Deutsche, ich stand euch gern zur Verfügung. Nun soll ich aber schnell los, nach Flensborg rüberfahren und den Kofferraum mit billigem Rotwein füllen. Nicht dass ich in drei Wochen noch von meiner eigenen Politik gestoppt werde. In diesem Sinne: Skål!

Euer Lasse Bumsen

Artikelbild: Karin Volkmer / pixelio.de

Veröffentlicht unter: Gemein(t), Jan Kröger, Kolumne der Woche · Etiketten: , , , , , , , , , , , ,

Hinterlasse eine Antwort

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Lesen Sie auch:


Unsere liebe Mändy... - heute mal ganz brav? ...