Die unheimliche Gas-Fußball-Verschwörung

Der Fußball-Weltverband FIFA ist immer für eine Überraschung gut. So auch gestern: Die FIFA vergab die WM 2018 an Russland – obwohl die Bewerbung vorher die schlechteste Beurteilung bekommen hatte. Und sie vergab die WM 2022 an Katar – ein Land, das noch nie an einer WM teilgenommen hat. Russland und Katar: Alles nur eine Frage von Geld, von Öl und Gas? Natürlich, sagt unser Kolumnist Jan Kröger. Er hat eine wahre Verschwörung aufgedeckt.

Früher ging es beim Fußball um englischen Sportsgeist. Englischer Sportsgeist bedeutet: nach allem treten, was sich bewegt, mit dem Ziel, das andere Team anständig zu demütigen, und im Anschluss entschuldigt sich der Unterlegene dafür, kein wahrer Gegner gewesen zu sein. Doch schon wenig später ging es nur noch ums Geld: Es kamen Stadionwerbung, Trikotsponsoren, Millionengehälter und Pay-TV. Seit gestern stimmt auch das nicht mehr ganz: Jetzt geht es beim Fußball geht es einzig und allein ums Gas.
In einer Verschwörung über viele Jahre hat das internationale Gaskartell den Weltfußball unterwandert und dafür gesorgt, dass große Turniere künftig nur noch in gasreichen Ländern stattfinden werden.

Das Gaskartell hat seine Helfer überall, auch in Deutschland. Ende der 90er Jahre der erste versteckte Hinweis: Wie so oft am Sonntag schauen Millionen Deutsche arglos den „Tatort“, da taucht auf einmal Berti Vogts auf. Ausgerechnet Berti Vogts! Von dem jeder weiß, er kann gar nicht schauspielern. Zuvor hat er acht Jahre lang im deutschen Fernsehen zur besten Sendezeit einen Fußballtrainer gespielt – und dafür durchweg vernichtende Kritiken erhalten. Nun steht Berti im „Tatort“, hält ein Kaninchen auf dem Arm und klopft an die Tür seines Nachbarn. Es entspinnt sich folgender Dialog auf Pornofilmniveau:

Berti: „Das ist doch euer Kaninchen. Es saß vor meiner Haustür.“
Nachbar: „Wie kommt das Kaninchen zu dir?“
Berti: „Es riecht nach Gas.“

Warum Berti damals völlig unvermittelt das Wort „Gas“ fallen ließ, blieb jahrelang ein Rätsel. Fest steht: Heute ist er Trainer in Aserbaidschan, einem der gasreichsten Länder der Welt.

Das Rätsel um Berti Vogts ist also geklärt. Doch wer hätte erwartet, dass sogar Franz Beckenbauer mit drin steckt? Und wir haben von all dem nichts gewusst, als Franz die Fußball-WM nach Deutschland holte. Dabei hätte uns der Werbespruch so einiges verraten können: „Die Welt zu Gast bei Freunden“. Heute sitzt Franz gut platziert genau in jenem Komitee, das die WM nach Russland und Katar vergeben hat.

Das Gaskartell hat es geschafft. Zunächst subtil, indem es niedliche Kaninchen für seine perfide Botschaft missbrauchte. Heute schreckt es vor nichts mehr zurück. Wie sonst ist zu erklären, was gerade in Dresden passiert? Noch spielt Dynamo Dresden im Rudolf-Harbig-Stadion. Rudolf Harbig war ein Weltklasse-Leichtathlet in den 30er Jahren, der als Soldat in Osteuropa umkam. Nun könnte das Stadion einen Sponsorennamen bekommen. Ob die Firma dabei auch an den Zweiten Weltkrieg und Osteuropa denkt, weiß ich nicht. Der Name, der gerade diskutiert wird: Glücksgas-Stadion.

Veröffentlicht unter: Gemein(t), Jan Kröger, Kolumne der Woche · Etiketten: , , , , , , , , , , ,

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