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	<title>Weiter.</title>
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	<description>2Wochenzeitung für Leipzig</description>
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		<title>„Macht da mal ein paar Blumen rein“</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 22:01:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jonathan.fasel</dc:creator>
				<category><![CDATA[22. Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Leseproben]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das „Stelzenhaus“ am Karl-Heine-Kanal wurde 2001 saniert. Zu den Mietern der ersten Stunde gehört das gleichnamige Restaurant. Thomas Langer und Uwe Wolf haben es mit zwei Kompagnons einst als edle Ergänzung zu ihrem Restaurant „Kitchen“ in der Südvorstadt gegründet. Das „Kitchen“ haben sie inzwischen aufgegeben, das „Stelzenhaus“ gilt unter Genießern als Geheimtipp.<span id="more-1060"></span></p>
<p><em>Das Gespräch führten Johannes Kiehl und Dirk Stascheit</em></p>
<p><strong>Wie war das damals, 2002, als ihr hier eingezogen seid: Draußen verfallende Fabriken, hier drinnen der glatte, kühle Waschbeton?<br />
</strong><em>Thomas Langer</em> Wer das „Kitchen“ kennt, weiß: Wir hatten dort Tische aus Beton. Das war hier sofort wieder da. Von dem Raum, wie er hier war, haben wir nichts versteckt. Nur eine Säule (er zeigt auf einen Heizkörper, der sich über die ganze Wand erstreckt) haben wir verkleidet, wegen der Wärmedämmung, sonst ist alles Original 1936, bis hin zu den Mustern im Beton, die die hölzernen Schalungsbretter hinterlassen haben.<br />
<em>Uwe Wolf</em> Das soll eine gewisse Moderne ausstrahlen. Purismus, wie er sich auch in unseren gastronomischen Rezepten widerspiegelt. Das heißt nicht, dass wir es uns in der Küche einfach machen. Wir versuchen nur, den Klimbim wegzulassen und uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Den Gast, das Produkt und die Atmosphäre. </p>
<p><em>An einem schwül-regnerischen Sommertag ist das Licht und die Luft zwischen den hohen Waschbetonwänden kühl und grün. Ringsum Wasser: Auf der einen Seite ein raumhohes Aquarium, auf der anderen große Fenster zum Kanal. Leere, Ruhe, eine Kathedrale für Gourmets.<br />
</em><br />
<strong>Wenn man viermal im Jahr herkommt, findet man jedes Mal eine neue Karte. Gehört das Überraschungsmoment zu eurem Konzept?<br />
</strong><em>Wolf</em> Wenn ich ein Jahr lang dieselbe Karte machen würde, könnte man mir unterstellen, dass mir nichts Neues mehr einfällt. Wir wissen, dass das hier keine 1a-Lage ist, daher müssen wir unseren Gästen immer eine gewisse Attraktivität bieten. Dazu gehören die Karte und das Angebot darauf genauso wie die Räumlichkeiten mit ihrem Purismus.<br />
<em>Langer</em> Der Laden spaltet natürlich auch. Wir kriegen Briefe, in denen steht: Das ist alles so trist und grau, macht doch mal ein paar Blumen rein und die Fenster und ach!</p>
<p>(&#8230;)</p>
<p><strong>Dies ist eine Leseprobe.</strong><br />
Der gesamte Text findet sich in Weiter.22 (<a href="http://nochweiter.de/kaufen">selbst kaufen</a>, <a href="http://volltext.nochweiter.de/">ePaper</a>)</p>
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		<title>An jedem 16. Tag</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 22:01:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jonathan.fasel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Tod ist allgegenwärtig, aber wir blenden ihn aus. Weil wir Angst haben, weil wir nicht wissen, was danach kommt. Doch es gibt Häuser, in denen der Tod transparent wird: in der Villa Auguste, dem dritten Hospiz Sachsens – und im Kinderhospiz Bärenherz in Markkleeberg. Zwei Geschichten über den Umgang mit einem Tabuthema, das keines ist.<span id="more-1048"></span></p>
<p><em>Von Jonathan Fasel</em></p>
<p><em><strong>Montagmorgen. Ich bin unruhig. Heute werde ich ins Hospiz gehen.<br />
</strong></em><br />
Ich bin nicht todkrank. Ich gehe dorthin, weil ich dort Menschen treffen will, die täglich mit dem Tod zu tun haben. Mit sterbenden Menschen und solchen, die sie dabei unterstützen. Aber über die kaum jemand spricht – weil wir lieber leben wollen, als uns Fragen über den Tod zu stellen. Über etwas, auf das es keine eindeutige Antwort gibt.<br />
Der Tod ist ein Tabu. Das ist das erste, was mir heute klar wird.</p>
<p>(&#8230;)</p>
<p>Ob sich die Heimbewohner untereinander treffen und kennenlernen, frage ich. „Das kommt vor, aber selten“, sagt sie. „Die meisten Menschen wollen einfach nur ihre Familie sehen oder ihre Freunde. Der Freundeskreis ersetzt mehr und mehr die Familie, weil Menschen immer häufiger alleine leben und eben nicht mehr mit der ganzen Familie zusammen.“</p>
<p>Die zweite Lektion ist sehr banal: Der Tod ist etwas Intimes. Wenn ich sterbe, will ich diese Zeit mit meinen engsten Freunden teilen. Offen und ehrlich.</p>
<p>(&#8230;)</p>
<p><strong>Dies ist eine Leseprobe.</strong><br />
Der gesamte Text findet sich in Weiter.22 (<a href="http://nochweiter.de/kaufen">selbst kaufen</a>, <a href="http://volltext.nochweiter.de/">ePaper</a>)</p>
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		<title>„Durch Zeitzonen und Schichten wandern“</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Aug 2010 10:21:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[21. Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Leseproben]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Trupp um den Medienmacher Cesare Stercken, 31, will ab September „3Viertel“ herausgeben. Kostenlos. Monatlich. Der Name ist Programm: Das Blatt soll in den drei Vierteln Plagwitz, Schleußig und Lindenau erscheinen. Ob das gutgeht? Eine Diskussion mit Herausgeber Cesare Stercken und dem Schreiber Volly Tanner über journalistische Arbeit.<span id="more-1043"></span><br />
<em>Das Gespräch führten Dirk Stascheit und Jonathan Fasel</em></p>
<p><em>Ach ja, Plagwitz. Die verruchte Merseburger Straße. Hier, an der Kreuzung zur Karl-Heine-Straße, sagen sich Alki und Yuppie gute Nacht. Ein paar Meter in die Straße hinein hat „3Viertel“ seine Räumlichkeiten. Die sehen aus, als hätte man ein Atelier aus der HGB heraus- und eher aus Versehen hierhergebeamt. Der Raum ist weiß, steril, Neonbeleuchtung, ein Tapeziertisch. Zwei Bilder zieren das kahle Gemäuer.<br />
</em></p>
<p><strong>Was war der Startschuss für „3Viertel“?<br />
</strong><br />
<em>Stercken </em>Volly Tanner und ich haben uns auf der Beerdigung eines Vorgängerprojektes für den Leipziger Westen kennengelernt. Das war im Mai. Wir haben gesagt: Irgendwie muss es doch weitergehen. Also habe ich mich hingesetzt und überlegt: Was würde ich tun – und wie? Dabei habe ich versucht, aus den Fehlern der anderen zu lernen. Und es besser zu machen.</p>
<p><strong>Und, was wollt ihr besser machen?</strong><br />
<em>Stercken </em>Erstens: Wir sind freier in der Mache und dadurch auch ansprechender für unsere Leser. Das Vorgängerprojekt war ein Franchise, also eine Marke aus Süddeutschland, eher auf den ländlichen Raum ausgerichtet. Das passte einfach nicht nach Leipzig. Dann konzentrieren wir uns auf unsere drei Viertel. Großzschocher und andere Stadtteile, die von diesem Blatt bedient wurden, unterscheiden sich einfach zu sehr von Schleußig, Plagwitz und Lindenau. Die Leute besuchen sich nicht, kaufen nicht beieinander ein. Und dann wollen wir einen andere, bessere Qualität bieten. Bei Texten, bei der Bildsprache. Meinung bieten, nicht Beliebigkeit.</p>
<p><em>Stercken ist ein großer, kantiger Mensch mit sanfter Stimme. Er spricht leise, aber bestimmt, und wenn er redet, hört man ihm zu. Immer wieder huscht jemand herein, holt einen Schlüssel oder legt einen Zettel hin. Hin und wieder grüßt jemand flüchtig durch die Glasfront. Man kennt ihn, er steht im Mittelpunkt.</em></p>
<p>(&#8230;)</p>
<p><strong>Dies ist eine Leseprobe.</strong><br />
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		</item>
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		<title>Die Säulen der Gemeinschaft</title>
		<link>http://nochweiter.de/leseproben/2010/08/13/01036_portrait_miladi_saber/</link>
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		<pubDate>Fri, 13 Aug 2010 10:11:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[21. Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Leseproben]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In dieser Woche begann Ramadan, der islamische Fastenmonat. Ein Anlass, um zwei muslimische Paare vorzustellen, die mit Nahrung und Sprache wichtige Infrastruktur liefern, nicht nur für die muslimische Community: die Miladis und die Sabers.<span id="more-1036"></span></p>
<p><em>Von Dirk Stascheit und Ismene Laraki</em></p>
<p>Wer raucht, verfeuert sein Geld. Das könnte von meiner Mutter sein, gesagt hat es aber Frau Miladi, als ich sie während des Fototermins frage, wo ich denn um die Ecke schnell Zigaretten kaufen kann.<br />
Frau Miladi kommt aus Merseburg, wuchs in der DDR auf. Sie verachtet Alkohol, Zigaretten, und ganz besonders Schweinefleisch, also die eiserne Dreifaltigkeit des Merseburger Lifestyle. Das tut sie aber zunächst, weil sie gläubige Muslimin ist.</p>
<p>Dabei betreibt Frau Miladi eine Fleischerei. Besser gesagt, eine Halal-Fleischerei. Mit ihrem Mann, einem Marokkaner. Sie verkaufen auch Gemüse, unfassbar viele verschiedene Feta-Sorten und Gewürze. Aber die Fleischtheke im Eingangsbereich des Geschäftes auf der Karl-Heine-Straße bestimmt den Laden. Und dieses Fleisch hat es in sich. (&#8230;)</p>
<p><strong>Dies ist eine Leseprobe.</strong><br />
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		<title>„Gehen Sie nicht mit jedem ins Bett!“</title>
		<link>http://nochweiter.de/leseproben/20-ausgabe/2010/07/30/01029_friederike-rubart/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Jul 2010 10:01:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[20. Ausgabe]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was für eine Frau! Friederike Rubart lebte zwei Leben: Zuerst das der braven Gattin in Hannover. Dann zog sie nach Leipzig und wurde zum Künstlervamp. Heute weiß sie, wie Männer ticken und warum 50-Jährige einfach die besseren Genießer sind. Und bringt sogar unsere Fotografin zum Erröten.<span id="more-1029"></span></p>
<p><strong>Sie sind von Hannover nach Leipzig gekommen. Warum?</strong><br />
Ich sollte eigentlich Oma in Hannover spielen. Aber mit einem Enkelkind  dort hätte ich ja nicht viel zu tun. Jedenfalls bin ich irgendwann mit  meiner Tochter nach Leipzig zu einem Dreh gefahren – und da habe ich  einen Historiker kennengelernt, der mir drei Tage lang Leipzig gezeigt  hat. Ich bin in und um Dresden groß geworden. Als ich durch Leipzig  ging, habe ich die Bürgersteige gesehen, die genauso waren, wie ich sie  als Kind erlebt hatte. Da bin ich innerhalb von vier Wochen hierhin,  habe mein Haus in Hannover aufgegeben. Und es nicht eine Sekunde bereut.</p>
<p>(&#8230;)</p>
<p><strong>Sie erwähnten, der Mann entdecke mit 50, dass etwas in ihm vor sich geht. Was ist das?<br />
</strong>Als junger Mann zählt in erster Linie die Arbeit und eventuell die  Gründung einer Familie. Damit ist er ausgelastet. Voll. Er hat gar keine  Zeit, sich über sich selbst Gedanken zu machen. Krankheit ist dann  eigentlich oft der Knackpunkt. Mann kommt zur Besinnung. Kurz vor 50  erkrankt er zum ersten Mal richtig. Dann hat er Herzrhythmusstörungen  oder ein Magengeschwür, Krebs oder er wird depressiv.</p>
<p>(&#8230;)</p>
<p><strong>Welchen Tipp haben Sie denn für junge Frauen?<br />
</strong>Haben Sie platonische Beziehungen. Gehen Sie mit den Männern nicht  ins Bett. Ich habe einen tollen Satz gelesen: Die größte Liebe ist die  unerfüllte. Naja, ab und zu muss man sich auch das mal erfüllen, das ist  ja nun klar. Aber Sie können ja nicht mit jedem. (&#8230;)</p>
<p><strong>Dies ist eine Leseprobe.</strong><br />
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		</item>
		<item>
		<title>Baut ein Netz!</title>
		<link>http://nochweiter.de/leseproben/20-ausgabe/2010/07/30/01027_baut-ein-netz/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Jul 2010 09:54:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[20. Ausgabe]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Städte, die sind weiter. Stadtverwaltungen, die verstanden haben, dass frei zugängliches Internet ein Standortfaktor ist. Sogar Berlins Bürgermeister denkt laut über ein offenes WLAN nach. In Leipzig hat die Stadt kein Geld, stadteigene Firmen wollen nicht einspringen. Zum Glück gibt es Graswurzel-Alternativen.<span id="more-1027"></span></p>
<p>Ohne Zugang zum Internet können viele Menschen nicht mehr. Sei es um für die Uni, Schule oder Beruf zu recherchieren. Oder um einzukaufen oder zu arbeiten – oder um in sozialen Netzwerken Zeit zu verschwenden. Welcher Mix von Bedürfnissen auch immer dafür verantwortlich ist, 67 Prozent der Deutschen haben Internetzugang, eine Mehrheit braucht es also (http://bit.ly/d6qvmz).</p>
<p>Blöd nur, das ausgerechnet in jenen Vierteln Leipzigs, die bei jungen, studierenden Menschen am beliebtesten sind, teilweise die Brot-und Butter-Internettechnologie der 2000er, das DSL, nicht verfügbar war. In manchen Gegenden hat sich dies mittlerweile erledigt, aber gerade im hippen Südraum fehlt es noch arg. Der Hilferuf eines Stadtrats („Leipzig versinkt vielerorts noch im digitalen Nirvana. Noch immer gibt es in Leipzig ganze Stadtteile ohne schnelles Internet“) vergangenes Jahr ist einer von vielen, und nach wie vor aktuell.</p>
<p>(&#8230;)</p>
<p><strong>Alternative: Kommunales Netzwerk?</strong><br />
Guter Internetzugang ist ein Standortfaktor. Internet ist Infrastruktur. Freier Internetzugang für alle würde die Spaltung der Gesellschaft in diejenigen, die sich Breitbandverträge leisten können und jene, denen dies zu teuer ist bzw. die wegen ihrer Zahlungsmoral in der Vergangenheit bei den Telekommunikationsanbietern keine Verträge bekommen, mildern. Klingt nach Daseinsvorsorge (http://bit.ly/cN7mGJ) – wenn auch einer neuen, für Verwaltungsbeamte eventuell ungewohnten.</p>
<p>Nebenbei könnte die Stadt und auch ihre Beteiligungsfirmen mittelfristig ein solches Netzwerk nutzen, um die Straßenbeleuchtung zu steuern, Meßdaten zu übertragen oder schlicht mit den Bürgern in Kontakt zu treten. (&#8230;)</p>
<p><strong>Dies ist eine Leseprobe.</strong><br />
Der gesamte Text findet sich in Weiter.20 (<a href="http://bestellen.nochweiter.de/auswahl/gedruckt/heft-20">bestellen</a>,<a href="http://nochweiter.de/kaufen"> selbst kaufen</a>, <a href="http://volltext.nochweiter.de/">ePaper</a>)</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Zu: Gebildet</title>
		<link>http://nochweiter.de/blog/kolumne-der-woche/2010/07/23/01020_zu-gebildet/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Jul 2010 11:30:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumne der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Abendland]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungssystem]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Kind]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrer]]></category>
		<category><![CDATA[Politiker]]></category>
		<category><![CDATA[Schulreform]]></category>
		<category><![CDATA[Verwirrspiel]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das deutsche Bildungssystem ist eine schwierige Sache: Unterschiede von Bundesland zu Bundesland und wer es verändern will, der stößt auf heftigen Widerstand. Das musste am letzten Sonntag die Regierung in Hamburg feststellen, als ein Volksentscheid ihre Schulreform stoppte. Nur ein Kapitel im ewigen Hin und Her des deutschen Bildungssystems – und welches System wirklich dahinter steckt, das erklärt unser Kolumnist Jan Kröger.<span id="more-1020"></span></p>
<p><em>In Kooperation mit <a href="http://detektor.fm/">detektor.fm</a> <a href="http://detektor.fm/kultur/kolumne-der-woche-wm-klopapier-vs.-nationalitaetenpizza"><br />
</a></em></p>
<p>Bekanntermaßen ist die nachwachsende Generation immer die schlimmste, die es je gegeben hat. Jede Geburt bringt uns der Apokalypse ein Stück näher, jedes Kind ist eine tickende Zeitbombe, ein Asteroid, der auf das Abendland zurast. Glücklicherweise gibt es gegen Kinder eine einfache Wunderwaffe: das Bildungssystem. Sie funktioniert so: Die Kinder werden bis zu 13 Jahre vom Bildungssystem behandelt, das heißt sie dürfen suchen, was daran eigentlich das System ist.</p>
<p>Natürlich suchen sie vergeblich. Und damit sie das nicht zu früh merken, ist das Bildungssystem ein brillantes Verwirrspiel von Eltern, Lehrern und Politikern. Jede dieser Gruppen hat ihre eigene Aufgabe. Fangen wir an mit den Politikern: Sie legen die Spielregeln fest. Das ist grandios durchdacht, denn natürlich sind die Politiker die Gruppe, die am wenigsten durchblickt. Denn hätten sie vom Bildungssystem was gelernt, hätten sie ja nicht Politiker werden müssen. Wer nachspielen will, wie ein Politiker die Spielregeln macht, der nehme einen Rubikwürfel, drehe ihn beliebig oft planlos um, lege die Seite nach oben, die ihm am besten gefällt, und behaupte: „Das ist eine Schulreform“. Bei Regierungswechsel gibt es dann gleich die nächste Schulreform, dazu wird der Würfel einfach auf eine andere Seite gelegt.</p>
<p>Kommen wir nun zu den Lehrern. Ihre Aufgabe ist es, unter dieser Planlosigkeit zu leiden. Mit diesem Leidensdruck treten sie dann vor die Kinder. Entweder als Zyniker, die mit Sätzen aus der Kategorie „Früher war alles besser“ den Schülern ihre Nutzlosigkeit vorhalten. Oder als Konjunkturpaket für die deutsche Psychiatrie, indem sie sich einfach fertig machen lassen. Nun soll es Lehrer geben, die weder das eine noch das andere sind und die den Kindern doch tatsächlich Lebenserfahrung und Orientierung bieten – die Politik versucht, mit Hilfe von Bachelor-Studiengängen dieses Problem zu beheben.</p>
<p>Den Rest erledigen die Eltern. Ihre Aufgabe sind regelmäßige Drohungen, ihre Kinder von der Schule zu nehmen. Etwa wenn in der 3. Klasse noch immer kein Chinesisch unterrichtet wird. Wenn es in der Schulmensa kein fair gehandeltes Bio-Gemüse gibt. Oder wenn Klein-Friedrich mit Hartz IV-Justin von der anderen Seite der Stadt zusammensitzt. Klein-Friedrich sagt zwar immer, Justin wär’ sein Freund, aber Friedrichs Mutter weiß, er sagt das nur, weil Justin ihn sonst verprügelt.</p>
<p>Dieses großartige Verwirrspiel schützt also unsere Kinder vor ihnen selbst. Der Untergang des Abendlandes ist verhindert. Und wenn er doch kommt, gründen wir einfach eine Bürgerinitiative.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Erleuchter zu Untermiete</title>
		<link>http://nochweiter.de/leseproben/2010/07/16/0973_psychiatrie-ausstellun/</link>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 09:18:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[19. Ausgabe]]></category>
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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<p>Die Scientology-Kirche will die Finger offenbar nicht von Leipzig lassen. Aufklärende Vereine machen es der Organisation zwar schwer, neue Mitglieder zu werben. Trotzdem gelang es einem Scientology-nahen Verein, eine Ausstellung am Brühl zu organisieren. Trotz vorangegangener Warnung verhielten sich einige Akteure erschreckend naiv.<img title="Weiterlesen..." src="http://volltext.nochweiter.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /><span id="more-973"></span></p>
<p><em>Von Jan Kröger, Dirk Stascheit und Maria Althaus</em></p>
<p>Von gegenüber weht der Staub der abgerissenen Blechbüchse. Das Erdgeschoss am Brühl 8 steht eine Weile leer. Über dem Eingang hängt noch weiß auf rot der Schriftzug „Schuh Boulevard“. Nun ist er verdeckt durch ein großes Banner: „Psychiatrie: Tod statt Hilfe“.</p>
<p>(&#8230;)</p>
<p>Eine Woche lang war die Ausstellung am Brühl geöffnet  –<br />
zeitgleich zum Weltkongress für Kinder- und Jugendpsychiatrie auf der Neuen Messe. Verantwortlich für die Ausstellung: die Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte (KVPM), ein eingetragener Verein, 1972 in München gegründet. Sein Hintergrund ist schnell erklärt: Die KVPM ist der deutsche Ableger der Citizens Commission on Human Rights (CCHR) in den USA, und beide Organisationen gelten als Seitenarm von Scientology. Die Verbindungen in die USA sind eng: Jene Schautafeln, die nun in Leipzig zu sehen waren, stehen im englischen Original im Museum „Psychiatry: An Industry of Death“, Adresse: Sunset Boulevard, Hollywood.</p>
<p>Nun also Schuh Boulevard, Leipzig.</p>
<p>(&#8230;)</p>
<p>Aber nicht nur der Vermieter, auch die Lokalredakteure der LVZ witterten offenbar nichts, als die freundlichen Menschenrechtler ihnen eine Pressemitteilung zustellten, die sie prompt ohne Einordnung veröffentlichten (LVZ, Seite 18, Ausgabe vom 28. Juni).</p>
<p>(&#8230;)</p>
<p>Der Verfassungsschutz schreibt von bundesweit „stagnierenden Mitgliederzahlen“. Behält die „wenigen Dutzend“ Sachsen-Scientologen dennoch im Auge (<a href="http://bit.ly/w19scient3" target="_blank">http://bit.ly/w19scient3</a>). Zwar hat Scientology keine offizielle Repräsentanz in Sachsen. Das kann sich aber laut der Vizepräsidentin von Scientology Deutschland, Sabine Weber, durchaus ändern. „Es ist denkbar, dass wir bald eine Mission in Sachsen gründen. Wann, können wir noch nicht festlegen. Aber sicherlich in Leipzig oder Dresden.“</p>
<p>(&#8230;)</p>
<p>Solveig Prass will das verhindern, indem sie die Städte und deren Bürger sensibilisiert und warnt. „Gäbe es mich nicht, hätte Scientology schon eine Mission in Leipzig gegründet.“</p>
<p><strong>Dies ist eine Leseprobe.</strong><br />
Der gesamte Text findet sich in Weiter.19 (<a href="http://bestellen.nochweiter.de/auswahl/gedruckt/heft-19">bestellen</a>,<a href="http://nochweiter.de/kaufen"> selbst kaufen</a>, <a href="http://volltext.nochweiter.de/">ePaper</a>)
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		<title>„Dreck fressen“</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 09:01:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div>
<p>Martin Endt, 28, ist Sänger der Leipziger Band Zen Zebra. Die Musik beschrieb mal einer als schöne Mischung aus Deftones und At The Drive In. Im Oktober produzieren die Fünf ihr erstes Album. Im Interview verrät der gebürtige Weißenfelser, welche Hindernisse Leipziger Bands beim Durchstarten haben.<span id="more-965"></span></p>
<p><em>Das Gespräch führte Dirk Stascheit<br />
</em><br />
<strong>Was macht euren Sound aus?<br />
</strong>Wir versuchen, Musik zu machen, die zwar sehr nachdenklich ist, aber dabei nicht soft. Sie vereint Brachialität und Intimität. Wir haben nachdenkliche Passagen, es soll aber auch zwischendurch auf die Fresse geben.</p>
<p>(&#8230;)</p>
<p><strong>Welche Strukturen gibt es hier dann doch?<br />
</strong>Ein paar wenige kleine Labels. Das ist erstaunlich, denn man merkt es nur bei genauerem Hinsehen. Außerdem sind hier wohl am ehesten die Indie-Strukturen gut aufgebaut. Als Indieband hat man es hier einfacher, mit der Ilse, der Pop Up, dem Prolog-Festival auf dem Fockeberg&#8230;</p>
<p>(&#8230;)</p>
<p><strong>Musik und Job &#8211; wie geht das?<br />
</strong>Mit einer halben Stelle, die zum Leben reicht. Die anderen Bandmitglieder studieren und jobben nebenbei. Ändern würde sich das nur, wenn es tatsächlich knallt und wir kommerziell erfolgreich werden &#8230;</p>
<p><strong>Dies ist eine Leseprobe. </strong>Der gesamte Text findet sich in Weiter.19 (<a href="http://bestellen.nochweiter.de/auswahl/gedruckt/heft-19">bestellen</a>,<a href="http://nochweiter.de/kaufen"> selbst kaufen</a>, <a href="http://volltext.nochweiter.de/">ePaper</a>)</p>
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		<title>Zu: Peter Trapp</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 14:21:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Angela Merkel, Christian Wulff, Sigmar Gabriel – das alles sind Politiker. Auch Peter Trapp ist Politiker, nur deutlich unbekannter. Um das zu ändern, hat er diese Woche auf sich aufmerksam gemacht und forderte: Zuwanderer sollen einen Intelligenztest machen. Unser Kolumnist Jan Kröger findet die Idee so absurd, dass er dem auch nur Absurdes entgegenzusetzen hat. Und er erinnert an den Mann, der sowas wie das Vorbild für Peter Trapp gewesen ist.<span id="more-954"></span></p>
<p><em>In Kooperation mit <a href="http://detektor.fm/">detektor.fm</a> </em></p>
<p>Wer kennt Dionys Jobst? Ich hoffe niemand, denn Dionys Jobst war ein völlig unterschätzter Poltiker, was zum Teil daran lag, dass er als Oberpfälzer aus einer völlig unterschätzten Gegend kam. Fast 30 Jahre lang saß er als Stimmvieh der CSU im Bundestag. Doch irgendwann in den 90ern reichte es Dionys Jobst und er schlug vor, Mallorca für 50 Milliarden Mark als 17. Bundesland zu kaufen. Eine gelungene Aktion, denn die Medien berichteten wochenlang darüber. Seitdem gilt Dionys Jobst als Entdecker des Sommerlochs.</p>
<p>Dieses Loch hat jetzt auch Peter Trapp gesucht. Peter Trapp ist ein völlig unterschätzter Politiker, was zum Teil daran liegt, dass er als Spandauer aus einer völlig unterschätzten Gegend kommt. Fast 30 Jahre lang saß er als Beamter im Innendienst der Berliner Polizei. Dann ließ er sich frühpensionieren und sitzt seitdem im Berliner Parlament.</p>
<p>Eine beeindruckende Biographie, die darauf schließen lässt, dass Peter Trapp öfter mal das falsche Loch getroffen hat. So auch diesmal. Sein Vorschlag lautet nämlich: Intelligenztests für Ausländer!<br />
Zunächst fand ich diese Idee anregend. Denn wenn reiche Länder ihre Bürger nach Intelligenz aussuchen können, dann könnten das zum Beispiel auch reiche Geschäfte mit ihren Käufern machen. So eine Millionärsgattin, die in Montreux vorm Louis Vuitton heulend zusammenbricht, weil sie für ihre neue Handtasche einfach zu doof ist – das ist ein äußerst charmantes Bild.</p>
<p>Aber wenn ich Peter Trapps Vorschlag wörtlich nehme, dann ist er einfach nur schwachsinnig. Ich mein, was wird denn dann aus unserer Nationalmannschaft? Die konzentriert sich in Südafrika aufs Viertelfinale, und auf einmal stürmt Peter Trapp ins Quartier, drei Ex-Kollegen von der Berliner Polizei im Schlepptau. Dann geht er zu Mesut Özil und fragt: „Wann wurde Goethe geboren?“ Er schnappt sich Jérôme Boateng und fragt: „Wie hieß die Ehefrau von Kaiser Wilhelm II.?“</p>
<p>Und von Lukas Podolski fordert er, Einsteins Relativitätstheorie zu erklären. Dann bürgert er einen nach dem anderen aus, außer Lukas Podolski. Der hat nämlich mit dem Satz „Wenn ich den Ball direkt nehm und der geht rein, dann sieht das besser aus wie wenn der scheißweit vorbei geht“ die Relativitätstheorie nobelpreisverdächtig erweitert.</p>
<p>Vor allem aber: Peter Trapps Idee ist so überflüssig wie er selbst, denn den Intelligenztest für Ausländer gibt’s quasi schon. Einfach mal ins Internet gehen, zur Ausländerbehörde, und sich ansehen, was es da für Formulare zum Runterladen gibt. Die haben so Titel wie „Antrag auf Erteilung der Niederlassungserlaubnis/Daueraufenthalt EG“ oder „Bescheinung über innergemeinschaftlich mobile Studenten“. Wer da durchsteigt, ist so intelligent &#8211; der wird sich fragen, ob er sich dieses Land wirklich mit jemandem wie Peter Trapp teilen muss.</p>
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		<title>„Ich halte nicht viel von Frauenquoten“</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 12:30:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jonathan.fasel</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Jana Eggers ist Geschäftsführerin der Leipziger Durchstarter „Spreadshirt“. Im Interview stellt die US-Amerikanerin klar: Frauen denken anders – und sind deswegen in Führungsebenen gefragt.<span id="more-934"></span></p>
<p><em>Die Fragen stellte Jonathan Fasel<br />
</em><br />
<em>Wenn Sie ihren Job betrachten: Kann man da zum Schluss kommen, dass Frauen die besseren Männer sind?<br />
</em><br />
Nein. Frauen und Männer denken und fühlen unterschiedlich. Beides hat seine Vorteile. Das beste für ein Team ist eine gesunde Mischung. Das wird vor allem in Führungsebenen ganz wichtig. Unternehmen benötigen diese Mischung im Denken, um bessere Ergebnisse zu erzielen.</p>
<p><a href="http://nochweiter.de/?attachment_id=948"><img class="alignright size-medium wp-image-948" title="Jana Eggers" src="http://nochweiter.de/wp-content/uploads/JanaEggers_shirtschwarz-300x400.jpg" alt="" width="300" height="400" /></a><em>Brauchen Frauen heutzutage überhaupt noch spezielle Förderung, etwa in der Schule oder durch Quoten?<br />
</em><br />
Ich halte nicht viel von Frauenquoten, allerdings denke ich, dass Förderung dort sinnvoll ist, wo sie jemand will. Und Frauen nehmen Fördermöglichkeiten nun einmal viel stärker wahr und profitieren davon mehr als Männern. Warum sollte man sie dann nicht Fördern?</p>
<p><em>Wurden Sie im Laufe ihrer Karriere jemals diskriminiert?<br />
</em><br />
Ja. Aber das ist keine Last, die ich mit mir herumschleppe. Die Wahrheit ist doch: Diejenigen, die diskriminieren, verlieren. Sie verlieren jeden Tag dadurch, dass sie die schlicht und ergreifend Vorteile in den Wind schießen, die ihr Team oder ihre Firma stärker machen könnten. Ich persönlich möchte diesen Personen nicht helfen. Im Gegenzug haben sie mir zu einer besseren Position verholfen, einer, in der Menschen nicht auf ihr eigenes Denken beschränkt sind.</p>
<p><em>Welchen Ratschlag würden Sie jungen Frauen mit auf den Weg geben, die Karriere machen wollen?<br />
</em><br />
Einer meiner Mentoren – übrigens ein Mann – sagt mir regelmäßig: Spiel dein eigenes Spiel. Er baut mich auf und lässt mich an meine Stärken glauben, macht mir klar, dass ich es verdient habe. Sucht euch die Strategie aus, die zu euch passt. Findet die Unterstützung, die ihr braucht. Sie ist schon da, aber vielleicht schwer zu finden. Setzt euch keine Grenzen und vor allem: Lasst euch von anderen keine Grenzen setzen. Ihr werdet Rückschläge erleben, ihr werdet Fehler machen, aber daraus werdet ihr wachsen und der Erfolg wird mit der Zeit kommen. Wenn ihr niemanden habt, an den ihr euch wenden könnt, dann ruft mich an. Ich werde euch helfen, einen Weg zu finden. Ernsthaft: Es ist ziemlich einfach, aber wir als Menschen sind häufig nicht sehr gut in einfachen Dingen.</p>
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		<title>Die Zukunft ist weiblich</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 09:04:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Fleißiger, kommunikativer, flexibler: Erst veränderten Frauen ihr Rollenbild. Nun mischt eine Welle gut ausgebildeter, junger Frauen die Firmenlandschaft auf. Besonders in Leipzig: Denn DDR und Wende haben tiefe Narben auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen.<span id="more-926"></span></p>
<p><em>Von Franziska Gaube, Ismene Laraki und Jonathan Fasel</em><br />
Im Bundesarbeitsministerium dürften dieser Wochen die Korken geknallt haben. Die Zahl der Erwerbslosen sinkt seit Monaten und pendelte sich im Juni bei rund 3,15 Millionen bundesweit ein, bei 7,5 Prozent. Motto der Stunde: Yeah, Vorkrisenniveau!</p>
<p>Leipzig macht da keine Ausnahme: Die Arbeitslosenzahlen sinken, ja, beinahe könnte man von fallen sprechen. Von 14,4 Prozent vor einem Jahr nahm die Quote im Sinkflug die 13,5-Marke, landete nun im Juni bei 13,3 Prozent. In absoluten Zahlen: Statt 56.803 suchen nur noch 52.031 Leipziger ein Stelle. Richtig: Das sind beinahe 5.000 Personen weniger. Das ist gut, richtig gut.</p>
<p>Die Dynamik erfasst aber nicht alle Schichten gleichermaßen. Im komplexen Zahlenwerk der Arbeitsagentur sticht gleich auf Seite 2 hervor, welche Gruppen derzeit besonders profitieren. Und an erster Stelle nennt das Amt selbst: Frauen. 1.639 weibliche Arbeitssuchende fanden in den vergangenen zwölf Monaten einen Job.</p>
<p>Noch klarer wird das Bild, wenn man sich die nackten Zahlen ansieht. Von den 52.031 Leipziger Arbeitslosen sind 30.433 Männer. Und nur 21.598 Frauen.</p>
<p>Was ist da los? Ganz banal gesagt: Frauen sind weniger häufig arbeitslos, auch und vor allem in Leipzig. Dafür gibt es strukturelle wie historische Gründe: (&#8230;).</p>
<p><strong>Dies ist eine Leseprobe.</strong><br />
Der gesamte Text findet sich in Weiter.18 (<a href="http://bestellen.nochweiter.de/auswahl/gedruckt/heft-18">bestellen</a>,<a href="http://nochweiter.de/kaufen"> selbst kaufen</a>, <a href="http://volltext.nochweiter.de/">ePaper</a>)</p>
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		<title>„Der schon wieder&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 09:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Schwarzwälder in Dunkeldeutschland – so würden ihn wahrscheinlich einige<br />
seiner alten Weggefährten aus Westdeutschland sehen. Niels Gormsen ist aber so wenig Schwarzwälder wie der Osten Dunkeldeutschland. Der 82-Jährige war<br />
Leipziger Stadtbaurat. Und kämpft heute noch für bessere Stadtentwicklung.<span id="more-922"></span></p>
<p><em>Das Gespräch führten Dirk Stascheit, Jan Kröger und Jonathan Fasel</em></p>
<p><strong>Herr Gormsen, warum regen sich bei Baumaßnahmen die Menschen meist erst auf, wenn alles zu spät ist?</strong><br />
Weil sie nicht davon erfahren. Waren Sie schon mal in der vierten Etage des Rathauses?</p>
<p><strong>Nein, tatsächlich nicht.</strong><br />
Sehen sie. Dort werden die Pläne der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, man kann hingehen, und die Bediensteten sind sehr freundlich und zeigen alles. Aber bis man dort hinauffindet … Das tut praktisch niemand, auch Architekten selten.<br />
Wenn die Pläne ausliegen, geht keiner hin. Wenn nachher was gebaut wird, was beschissen aussieht, regen sich alle auf.</p>
<p>(&#8230;)</p>
<p><strong>Dies ist eine Leseprobe.</strong><br />
Der gesamte Text findet sich in Weiter.18 (<a href="http://bestellen.nochweiter.de/auswahl/gedruckt/heft-18">bestellen</a>,<a href="../kaufen"> selbst kaufen</a>, <a href="http://volltext.nochweiter.de/">ePaper</a>)</p>
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		<title>Rückwärts</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Jun 2010 11:51:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jonathan.fasel</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie <a href="http://www.theatertreffen2010.de/">junge Theatermacher</a>, ein paar unserer Leser und die Weiter-Redaktion den Freitagnachmittag verbringen …<span id="more-911"></span></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="300" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.facebook.com/v/404191901050" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="300" src="http://www.facebook.com/v/404191901050" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
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		<title>Zu: Innere Kapitulation</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 13:26:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Verloren. Kann man auch mal machen.. Vorher war die deutsche Mannschaft mit einem 4:0-Sieg über Australien gestartet. Kritik an den Fußballern gab es keine. Aber es gab Kritik an der ZDF-Moderatorin Kathrin Müller-Hohenstein. Die hatte gesagt, das Tor von Miroslav Klose sei wohl ein „innerer Reichsparteitag“ für ihn gewesen. Über diesen Satz gab es einige Aufregung – und das fand unser Kolumnist Jan Kröger unfreiwillig komisch.<span id="more-902"></span></p>
<p>Ein innerer Reichsparteitag – ab und zu ist mir diese Formulierung schon mal untergekommen. Ich hab mir nie viel dazu gedacht. Aber dann hat Miroslav Klose letzten Sonntag das 2:0 gegen Australien geköpft, und die Moderatorin vom ZDF sagte: &#8220;Für Miro Klose ein innerer Reichsparteitag, jetzt mal ganz im Ernst.&#8221;</p>
<p>Genau, jetzt mal ganz im Ernst: Das ist doch ein Skandal! Reichsparteitag – dieses Wort im ZDF! Wo doch ein Großteil der Stammzuschauer die Reichsparteitage noch live miterlebt hat. Und ausgerechnet Miro Klose: Der kommt doch aus Polen. Den kann man doch nicht mit Reichsparteitagen in Verbindung bringen. Da kann man ja genauso Moses zum Wüstenfuchs ernennen.</p>
<p>Diese gespielte Empörung nach dem Motto „Wir brauchen unbedingt einen Nazi-Skandal“, die ließ leider eines ganz vergessen: nämlich dass „innerer Reichsparteitag“ an sich ein verdammt blödes Sprachbild ist. Es soll ja so etwas wie Genugtuung oder tiefe Befriedigung bedeuten. Aber: marschierende Horden mit Hakenkreuzfahnen und die brüllende Stimme eines Massenmörders – das taucht definitiv nicht vor meinem geistigen Auge auf, wenn ich gerade tief befriedigt werde. Also: „innerer Reichsparteitag“ – das ist kein Nazi-Skandal, das ist bestenfalls unfreiwillig komisch. Aber keine Sorge: Es geht noch komischer.</p>
<p>Leider völlig unbeachtet blieb nämlich meine Lieblingsformulierung dieser Woche. Ich hab sie in einem Interview gelesen. Es ging um diese Kassiererin, die entlassen wurde, weil sie für 1,30 Euro Pfandbons eingelöst hatte. Und dazu sagte ein Jurist den schönen Satz: &#8220;Sie hat nichts geklaut oder unterschlagen, sondern nur einen herrenlosen Bon eingelöst.&#8221;</p>
<p>Herrenlose Bons. In unserem mitteleuropäischen Sozialstaat ist das natürlich ein handfester Skandal. Pfandbons, die niemandem ein Leid getan haben, werden von ihren Herrchen achtlos ausgesetzt. In den Dreck getreten. Immer unter der Drohung: Sei ein braver Bon, sonst kommst du ins Papierheim!</p>
<p>Doch weil sich unsere Medien lieber mit inneren Reichsparteitagen beschäftigen, spielt das grausame Schicksal der herrenlosen Bons keine Rolle. Oder anders ausgedrückt, und jetzt ausnahmsweise wirklich im Ernst: Jeder Pfandbon ist interessanter als der missglückte Satz einer Sportmoderatorin.</p>
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		<title>Mit Köpfchen durch die Decke</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 08:28:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Und ab die Post! Mit spannenden Ideen starten in Leipzig immer wieder Jungunternehmer durch. Was manchem skurril erscheinen mag, hilft der Medizin von morgen oder ist ein Standbein bei der Markenbildung. Wir zeigen drei Beispiele.</p>
<p><em>Von Heike Trautloff, Johannes Kiehl und Claudia Laßlop</em><br />
<span id="more-871"></span><br />
<strong>Phacon: Grips aus Gips<br />
</strong><br />
Die Entscheidung für die Gründung einer Firma, die Kopf-Modelle herstellt, fiel über den Wolken. Hendrik Möckel und Ronny Grunert waren auf dem Rückflug von Toronto. Dort hatten sie, im April 2007, ihre Idee auf der weltgrößten HNO-Konferenz vorgestellt. „Wir hatten auf der Konferenz viel positives Feedback bekommen“, erinnert sich Grunert.</p>
<p>(&#8230;)</p>
<p><strong>Tuula Misfeld: Papierkram für Lavendelöl<br />
</strong><br />
Ein Stück Australien nach Leipzig bringen – so ließen sich Lebenseinstellung und Geschäftsidee von Tuula Misfeld beschreiben. Sie bringt nun die entspannte Lebensweise aus Down Under in Form von Pflegeprodukten auf den deutschen Markt.</p>
<p>Alles begann mit einem Jahr in Sydney, 2008, mit der ganzen Familie. Auch eine Idee hatte Tuula Misfeld da schon im Gepäck. „Ich habe nach etwas gesucht, das es in Deutschland so noch nicht gibt“, erzählt sie. (&#8230;)</p>
<p>Auch der Name ihres Unternehmens ist australisch: „Eora ist der Name eines der rund 700 Sprachstämme der Aboriginies. Dieser Stamm ist dort beheimatet, wo auch wir  gewohnt haben. Zumal ist der Name prägnant und einfach auszusprechen.“</p>
<p><strong>André Klar: Marke fürs Ohr<br />
</strong><br />
„Leipzig klingt nach Parks und Seen, (&#8230;)</p>
<p>Der Beruf des Sounddesigners kommt aus Hollywood. Beim Film gab es (&#8230;)</p>
<p>Gegenüber, am Fenster, Klars Arbeitsplatz. Eine aufgebockte Platte, darauf zwei Bildschirme, eine Klaviatur, Tastatur und Maus. (&#8230;)</p>
<p>Kunden findet Klar oft eher per Zufall. Die Mitgliedschaft bei einem Online-Business-Netzwerk hilft dabei, andere Kreative kennen zu lernen und Arbeitsproben auszutauschen.</p>
<p>(&#8230;)</p>
<p><strong>Dies ist eine Leseprobe.</strong><br />
Der gesamte Text findet sich in Weiter.17 (<a href="http://bestellen.nochweiter.de/auswahl/gedruckt/heft-17">bestellen</a>,<a href="http://nochweiter.de/kaufen"> selbst kaufen</a>, <a href="http://volltext.nochweiter.de/">ePaper</a>)</p>
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		<title>Tollkühne Kämpfer in rollenden Stühlen</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 08:23:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Leipzig wird der Traum des japanischen Karate-Meisters Asai Realität – hier kämpfen Rollstuhlfahrer mit Fußgängern Karate. Eine der Leipzigerinnen holte zweimal die Silbermedaille der Deutschen Meisterschaften.</p>
<p><em>Von Franziska Gaube</em><br />
<span id="more-867"></span></p>
<p>Menschenschlangen an der Passkontrolle, lautes Stimmengewirr, Chaos am Gepäckband.<br />
Eine Gruppe junger Deutscher mittendrin. In der Einreiseschlange im Flughafen Tokio in Japan, im Jahr 2000. In ihren Taschen befinden sich weiße Anzüge aus Baumwolle, (&#8230;). In der Empfangshalle angekommen, erwartet sie Tadashi Ishikawa bereits, ein japanischer Karate-Meister. Er wird ihnen ihren Traum erfüllen.</p>
<p>Denn Tadashi Ishikawa hat eine Mission.</p>
<p>Sein Meister, der Großmeister Asai, träumte ein Leben lang von Karate auch für behinderte Menschen. In Japan ist das bisher nicht wirklich möglich. Behinderte Menschen sind dort gesellschaftlich eher als unnütze Personen verrufen, da sie angeblich nicht das leisten könnten, was die sehr leistungszentrierte japanische Gesellschaft verlangt. Trotz Rollstuhl mithalten zu können, scheint vielen nicht-behinderten Japanern unmöglich.</p>
<p>In Deutschland hat sich der gesellschaftliche Leistungsbegriff zum Glück in den vergangenen Jahrzehnten geändert.</p>
<p>(…)</p>
<p><strong>Dies ist eine Leseprobe.</strong><br />
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		<title>Handfeuerwaffen &amp; Medien</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 06:50:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Leseproben]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Eine mediale Manöverkritik von Dirk Stascheit</em></p>
<p>Was war das für ein Dienstagnachmittag. Ich hatte eigentlich zu tun, und blieb deshalb zu Hause, als meine Freundin mich anrief und vermeldete: In der Innenstadt ist eine Geiselnahme im Gange. Trotz meiner journalistischen Neugier hielt mich die Aussicht auf eine weiträumige Polizeiabsperrung ab, verbunden mit dem Selbsteingeständnis, dass ich – aus Knausrigkeit – meinen Presseausweis nicht verlängert hatte. Es hätte keinen Sinn ergeben, hinzurennen.<span id="more-854"></span></p>
<p>Ich hatte also anderes zu tun. Aber natürlich machte ich eine Handvoll Tabs mit Nachrichtenseiten auf. Und Twitter. Und den Fernseher an. Und kam zu nichts. Außer diesem Artikel.</p>
<p>Zunächst mal: Die Kollegen waren gut. Wer nun ein LVZ-Bashing erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Sie waren flott vor Ort, machten Bilder, führten Gespräche. Sie twitterten selbst. Und sie bauten Fotostrecken. Irgendwann nachmittags war die Website der Leipziger Volkszeitung nicht mehr erreichbar. Das ist schade, aber auch verständlich – an eine solche Last ist LVZ-online nun einmal nicht gewöhnt, wie LVZ-Blogger Daniel Große zurecht anmerkt. Wenig später hatte sich lvz-online.de dann wieder gefangen.</p>
<div id="attachment_858" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a rel="attachment wp-att-858" href="http://nochweiter.de/leseproben/2010/06/18/0854_handfeuerwaffen-medien/attachment/4/"><img class="size-medium wp-image-858" title="Fokussiert. " src="http://nochweiter-test.s3.amazonaws.com/slashdot/content/4-300x199.jpg" alt="Die Berichterstatter am Ort des Geschehens" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Fokussiert. Foto: Karoline Maria Keybe</p></div>
<p>Bei allem Verständnis ist es dennoch etwas ungeschickt, gerade im Moment der größten Nachfrage nicht erreichbar zu sein, als lokales Leitmedium. Das ist für verunsicherte Menschen, die sich fragen, was da los ist, deren Partner eventuell gerade in der Innenstadt einkaufen war und nun schon seit einer Stunde nicht nach Hause kommt, etwa so wie ein Anrufbeantworter in der Notrufzentrale. Was auch vorkommt.</p>
<p><strong>Keine eigenen Videos</strong><br />
Spannend: Die Online-Redaktion hat eigentlich die Ressourcen, eigene Videos zu drehen und ins Netz zu stellen. <del datetime="2010-06-30T07:31:11+00:00">Doch statt einen Videoreporter rauszuschicken, verließ man sich offenbar bei der LVZ auf die Kooperation mit den Mitteldeutschen Rundfunk</del> Wie ich leider erst im Nachhinein erfuhr (danke, Ariane!), nutzten sie die auch &#8211; am Abend jedoch war der mit dem Aufmacher verknüpfte Video der Beitrag von MDR-Aktuell. In dem dann Kati Obermann in der Petersstraße steht und live in die Kamera sagen darf, dass das Wetter schön ist, und die Menschen wieder shoppen, kurz nach 19.30 Uhr.</p>
<p>Alles in allem informierte LVZ-online ordentlich. Allerdings stand L-iz.de, die Leipziger Internetzeitung von Ralf Julke und Kollegen, in kaum etwas nach – außer in Fotostrecken. Aber selbst ein nachrichtliches Video von info tv Leipzig steht dort zur Schau.</p>
<p>Die gedruckte Leipziger Volkszeitung vom Mittwoch fällt dagegen in der Qualität stark ab. Den branchenüblichen  Gedanken, dass im Idealfall die Website vermeldet (weil sie schneller ist) und die Zeitung einordnet (weil ihre Macher mehr Zeit zum Nachdenken haben) hat man offenbar zumindest teilweise überhört. Da wird munter nochmals runtererzählt, was passiert ist, was man gesehen hat, was in der Pressemeldung von Polizei und Staatsanwaltschaft steht, auf Seite 1. Auf Seite 17 kann man das gleiche noch einmal als Chronologie lesen, ganz ähnlich übrigens wie in der Dresdner Morgenpost vom Mittwoch. Auf Seite 18 der LVZ verbreiten sich die LVZ-Autoren dann mal ganz persönlich, schreiben, was sie vor Ort erlebt haben, quasi mittendrin statt nur dabei. Den einzigen Hauch einer Einordnung schafft ein kleiner Kasten, in dem die Einnahmeausfälle für die angrenzenden Läden angesprochen werden. In zwei anderen kleinen Kästen werden ein Psychiater und ein Polizeiseelsorger gefragt, was sie denn zum Vorfall zu sagen hätten.</p>
<p><strong>Offene Fragen</strong></p>
<div id="attachment_859" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a rel="attachment wp-att-859" href="http://nochweiter.de/leseproben/2010/06/18/0854_handfeuerwaffen-medien/attachment/6/"><img class="size-medium wp-image-859" title="Scharf machen." src="http://nochweiter-test.s3.amazonaws.com/slashdot/content/6-300x199.jpg" alt="Sondereinsatzkräfte bereiten sich vor" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Scharf machen. Foto: Karoline Maria Keybe</p></div>
<p>Dabei bleiben so viele offene Fragen. Warum kann man eine scharfe Waffe in ein Kaufhaus tragen, dessen Türen schrillen, sobald man mit einer nicht bezahlten Haarspange hinaus spaziert? Warum ist das Unterhändlerteam der sächsichen Polizei im beschaulichen Dresden stationiert, eine lange Autostunde von der nächsten richtigen Stadt entfernt? Wieso konnten die Menschen, die nicht Geisel waren, aber im Untergeschoss eingeschlossen, nicht durch einen Notausgang entkommen? Warum wird ein akut psychisch belasteter Täter auf ein Revier ohne medizinische Betreuung gegondelt, wo er ersten Berichten zufolge zusammenbricht und ein Krankenwagen gerufen werden muss?</p>
<p>Blattmacher sollten sich diese Fragen stellen. Sie hatten mindestens drei Stunden Zeit dafür. Keine wird am nächsten Tag im Blatt auch nur aufgeworfen.</p>
<p>Ein solches Ereignis ist natürlich auch die große Stunde des lokalen Boulevardjournalismus. Bild.de, ausgestattet mit einer Kurzwahlnummer für willige Gelegenheits-Fotografen und skandalerprobte Reporter-Haudegen, war dran. Nah dran. Nicht weniger als vier Autoren und sieben Fotografen weist das Thema aus. Es ist ein BILD-Thema, die Redaktion läuft zu Hochtouren auf.</p>
<p><strong>Erster</strong><br />
Natürlich war Bild zuerst da, so schreiben zumindest die Autoren der Bild-Story am Mittwoch stolz. Ansonsten verzapfen sie beinahe die gleiche Berichterstattung wie auch die gedruckte LVZ, wenn auch etwas knalliger. Zum Beispiel zeigen sie den mutmaßlichen Geiselnehmer ohne Balken vorm Gesicht. Und sie waren offenbar losgezogen, um Nachbarn zu schütteln, die zitiert werden, dass der mutmaßliche Täter ja schon früher unangenehm auffiel – er hörte laut Musik. Ein 76-jähriger Rentner soll gesagt haben, er „zockte Videospiele“ – welch glaubwürdiger O-Ton für einen Rentner aus Leutzsch.</p>
<p>Natürlich war Twitter schneller als alle anderen. Der Kurznachrichtendienst hat den Vorteil, dass er dezentral gespeist ist. Logischerweise kommt diese so entstehende Schwarm-Öffentlichkeit eher zum Zug als eine Redaktion, die meist erst durch Nachrichtenagentur-Meldungen aufmerksam wird (mehr dazu: <a href="http://bit.ly/geisel1">http://bit.ly/geisel1</a>).</p>
<p>Einige sehen das kritisch. Man könne sich nicht auf das Gemurmel anonymer Stimmen verlassen. Bei genauerer Betrachtung stimmt das nicht ganz. Viele Leipziger Twitterer kennen sich, man folgt sich, veranstaltet auch Treffen im echten Leben. Viele arbeiten, ganz Klischee, in der Medienbranche.</p>
<p>Dennoch ist natürlich Vorsicht angebracht, Kritik nicht unberechtigt. Tweets sind rohe Informationen, die nicht standardmäßig eins zu eins geglaubt werden können, und darauf, dass die Twitterer ausgebildete oder zumindest erfahrene Journalisten sind, sollte man sich im Zweifel nicht verlassen (mehr dazu: <a href="http://bit.ly/geisel4">http://bit.ly/geisel4</a>).</p>
<p><strong>Echtzeit</strong><br />
Ein weiteres Problem kann die Echtzeit-Berichterstattung aufwerfen (mehr dazu im Netz: <a href="http://bit.ly/geisel2">http://bit.ly/geisel2</a>): Was, wenn nicht ein verwirrter Einzeltäter, sondern ein professionell agierendes Team etwa eine Bank besetzt? Dann könnten Details über die Bewegungen der Polizei-Spezialkräfte den Kriminellen einen strategischen Vorteil verschaffen, der Menschenleben kosten kann.</p>
<p>Einige der #Geiselnahme-Twitterer sind selbst Journalisten, wie zum Beispiel der Sportredakteur Konstantin Winkler, genannt Konni. Er berichtete als einer der ersten und hat, wie auch andere Privatradiomacher, beste Perspektive von den oberen Etagen der Marktgalerie, wo neben 90elf und anderen Privatradios auch Energy sitzt. Deren Moderatorin Julia Janke twitterte fleißig und lieferte Fotos der Medienmeute auf den Balkons der Marktgalerie.</p>
<p><strong>Rundfunk zurückhaltend</strong><br />
Ansonsten hielten sich die Rundfunker ganz unspontan zurück. MDR Sputnik aus Halle schaltete per Telefon zu Konni in der Marktgalerie, und twitterte fleißig Meldungen anderer weiter, was wohl auch daran liegt, dass viele der dortigen Redakteure in Leipzig wohnen, studiert haben, vernetzt sind. Große Enttäuschung sind MDR Info und MDR 1 Radio Sachsen. Hier wird lediglich in den Nachrichtenblöcken kurz gemeldet, MDR Info schaltet bald aber zu Reportern vor Ort &#8211; aller Viertelstunde.</p>
<div id="attachment_860" class="wp-caption alignleft" style="width: 259px"><a rel="attachment wp-att-860" href="http://nochweiter.de/leseproben/2010/06/18/0854_handfeuerwaffen-medien/attachment/8/"><img class="size-medium wp-image-860" title="Beobachter" src="http://nochweiter-test.s3.amazonaws.com/slashdot/content/8-249x400.jpg" alt="SEK'ler warten auf ihren Einsatz." width="249" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">Beobachter. Foto: Karoline Maria Keybe</p></div>
<p>Das MDR Fernsehen veranstaltet 15.30 Uhr eine Sondersendung, in der die Zuschauer gut, aber erst recht spät informiert werden. Kati Obermann ist nur per Telefon zugeschaltet, für eine Liveschalte mit Bild braucht der MDR offenbar einen Übertragungswagen, der nur bis zur Thomaskirche vorgelassen wird. Kurz nach Ende der Sondersendung ist auch die Geiselnahme vorbei. Die frohe Botschaft wird den MDR-Zuschauern erst 17.12 Uhr vermittelt.</p>
<p><strong>Stream zu eng</strong><br />
Leipzig Fernsehen ist zügig vor Ort, aber der eingerichtete Live-Stream via Internet ist den Zugriffszahlen nicht gewachsen, da komme ich nicht rein. Im richtigen Leipzig Fernsehen laufen munter andere Beiträge ab, hier hätte man draufhalten sollen. Schade. Vor allem, weil die „Konkurrenz“, also MDR und überregionale Sender auch nicht viel zu bieten hatten. Hier hätte man als lokaler Fernsehsender gut punkten können.</p>
<p>Auch die üblichen Verdächtigen in Sachen Fernsehnachrichten, N-TV und N24, blendeten keine der sonst üblichen Breaking News-Bildchen ein, sondern ließen das normale Programm laufen, N24 hatte gegen 14.30 Uhr eine lieblos eingekaufte Reportage am Runternudeln. Nach Ende der Geiselnahme dann setzten Teams von Privatsendern zum Nachbarnschütteln an. Dem Blogger Duftbaeumchen (<a href="http://bit.ly/geisel3">http://bit.ly/geisel3</a>) wurde von einem Kamerateam aufgelauert – er wohnt ein paar Häuser weiter.</p>
<p><strong>Zum Glück gibt&#8217;s Laufband</strong><br />
Immerhin wurden während der Geiselnahme die Laufbänder am unteren Bildschirmrand genutzt. N-TV setzte noch eins drauf. Der Sender der RTL-Gruppe ließ den Leipziger Redaktionleiter Thomas Präkelt im Foto erscheinen, sie hatten ihn per Telefon zugeschaltet. Die Redaktion der RTL-Gruppe ist in Innenstadtnähe gelegen, und es bleibt RTLs Geheimnis, wieso es ein Kamerateam nicht rechtzeitig zur Tür raus schaffte.</p>
<p>Zum Glück wurde niemand verletzt. War das eventuell das Problem?</p>
<p><strong>Dies ist eine Leseprobe.</strong><br />
Der Text findet sich auch in Weiter.17 (<a href="http://bestellen.nochweiter.de/auswahl/gedruckt/heft-17">bestellen</a>,<a href="http://nochweiter.de/kaufen"> selbst kaufen</a>, <a href="http://volltext.nochweiter.de/">ePaper</a>)</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Geiselnahme in Leipzig, die Quellenlage</title>
		<link>http://nochweiter.de/allgemein/2010/06/15/0793_geiselnahme-in-leipzig-die-quellenlage/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 13:41:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Twitter]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>+++ UPDATE: <a href="http://nochweiter.de/leseproben/2010/06/18/0854_handfeuerwaffen-medien/" target="_blank">Hier gibt es die lange Fassung aus der gedruckten Weiter.</a> +++</p>
<p>Man hat es gehört: In der H&amp;M-Filiale in der Leipziger Petersstraße hat sich ein mutmaßlich bewaffneter Geiselnehmer verschanzt, hält (Stand 15:30) noch einige Mitarbeiter des schwedischen Modegeschäfts als Geiseln. Zuvor waren Kunden freigelassen worden, das SEK und ein Verhandlungsteam der Polizei sind vor Ort, die Innenstadt ist teils abgesperrt. Wie reagieren die Leipziger Medien?<span id="more-793"></span></p>
<div id="attachment_835" class="wp-caption alignright" style="width: 276px"><a rel="attachment wp-att-835" href="http://nochweiter.de/allgemein/2010/06/15/0793_geiselnahme-in-leipzig-die-quellenlage/attachment/internet/"><img class="size-medium wp-image-835" title="SEK rückt vor" src="http://nochweiter.de/wp-content/uploads/internet-266x400.jpg" alt="" width="266" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">Martialischer Anblick in der Petersstraße. Foto: Karoline Maria Keybe</p></div>
<p><a href="http://www.bild.de/BILD/news/2010/06/15/geiselnahme-leipzig-innenstadt/bewaffneter-mann-h_26m-filiale.html">Bild</a>, <a href="http://nachrichten.lvz-online.de/nachrichten/topthema/geiselnahme-in-leipziger-innenstadt-weiteres-opfer-in-freiheit/r-topthema-a-35323.html">LVZ</a>, <a href="http://www.l-iz.de/Leben/F%C3%A4lle%20und%20Unf%C3%A4lle/2010/06/Geiselnahme-bei-HM-in-der-Leipziger-Innenstadt.html">L-IZ</a> und Leipzig Fernsehen sind vor Ort, aktualisieren in annehmbarer Geschwindigkeit, LVZ-Online macht natürlich zuallererst eine <a href="http://nachrichten.lvz-online.de/leipzig-geiselnahme/geiselnahme-bei-hm-in-der-leipziger-innenstadt/r-detailansicht-galerie-2585.html">Bilderstrecke </a>- das sollte niemanden verwundern (; Dafür gibt Daniel Große angenehm flott einen <a href="http://blog.lvz-online.de/grossesnetz/die-geiselnahme-leipzig-im-netz/">Überblick über die Twitter-Berichterstattung des Nachmittags</a> &#8211; im LVZ-Blog. Denn: Twitter (<a href="http://twitter.com/#search?q=%23geiselnahme">http://twitter.com/#search?q=%23geiselnahme</a>) überholte sie alle gnadenlos in Geschwindigkeit wie auch Bandbreite der Perspektiven. Vor allem Konni machte einen guten Job (<a href="http://twitter.com/Konni">http://twitter.com/Konni</a>), vor allem zu Beginn der Geiselnahme (ca 12:30). Er hat als 90elf-Redakteur gute Aussichten von einem oberen Geschoss der Marktgalerie, wo sich kurze Zeit später auch andere Kollegen einfinden (siehe <a href="http://yfrog.com/bh32554179j">http://yfrog.com/bh32554179j</a>). Krizzelige Bildchen zuhauf verwendet auch bild.de, via 1414 scheint dort einiges eingegangen zu sein, was offenbar vor allem aus gegenüberliegenden Fenstern geschossen wurde.</p>
<p>UPDATE: <em>#Leipziger #Twitterer treffen sich heut abend im #Barfusz auf ein Bier zur Auswertung der #Geiselnahme und der Tweets <img src='http://nochweiter.de/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':-D' class='wp-smiley' /> </em>, so der <a href="http://twitter.com/Tobias_aus_L">Leipziger Twitterer Tobias</a>.</p>
<p><script src="http://widgets.twimg.com/j/2/widget.js"></script><br />
 <script type="text/javascript">// < ![CDATA[
new TWTR.Widget({
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  title: 'Geiselnahme in Leipzig',
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// ]]&gt;</script></p>
<p><strong>Keine Serverkapazitäten für solche Anlässe?</strong><br />
Schade für LVZ und und Leipzig Fernsehen an diesem Tag ist, dass Ihre Server zumindest zeitweise überlastet sind &#8211; wo auch mal Leser außerhalb der Region in Mengen die Seiten besuchen.<br />
<a rel="attachment wp-att-830" href="http://nochweiter.de/allgemein/2010/06/15/0793_geiselnahme-in-leipzig-die-quellenlage/attachment/lvz1/"><img class="aligncenter size-medium wp-image-830" title="lvz1" src="http://nochweiter.de/wp-content/uploads/lvz1-300x84.png" alt="" width="300" height="84" /></a><br />
Die LVZ fing sich im Laufe des frühen Nachmittags wieder, <a href="http://regio-tv-stream.de/lf/live/#" target="_blank">Leipzig Fernsehens Live-Stream</a> ist nach wie vor nicht erreichbar. Warum Leipzig Fernsehen nicht im Programm live drauf geht &#8211; auch, weil die überregionalen Nachrichtensender nicht live vor Ort sind. N-TV hat Thomas Präkelt, den Korrespondenten der RTL-Gruppe, am Telefon, blendet ein Bildchen von ihm ein (sic!). N24 nudelt Seelenruhig Reportagen runter. Immerhin haben sowohl N24, N-TV als auch Leipzig Fernsehen das Laufband in Gebrauch, posten darüber leidlich aktuelle Meldungen.</p>
<p>Dabei springt selbst CNN auf, postet die Meldung als Breaking News auf der internationalen Startseite.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-809" href="http://nochweiter.de/allgemein/2010/06/15/0793_geiselnahme-in-leipzig-die-quellenlage/attachment/cnn/"><img class=" size-medium wp-image-809" title="CNN vermeldet Geiselnahme in Leipzig" src="http://nochweiter.de/wp-content/uploads/cnn-300x125.png" alt="" width="300" height="125" /></a></p>
<p>Auch ungewohnte Medien kommn zum Zuge. Die <del datetime="2010-06-15T15:58:09+00:00">Hippies</del> Gutmenschen von motor.de nutzen den Auflauf vor der belagerten H&amp;M-Filiale für sich: <object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/YF4d2ZHy1tg&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/YF4d2ZHy1tg&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Trotzdem hatte am Ende doch eine Redaktion die Nase vorn vor den Twitterern: Dass die Geiselnahme zu Ende ging, vermeldete zuerst bild.de. Und auf die <a href="http://www.polizei.sachsen.de/pd_leipzig/5237.htm">Website der Polizeidirektion Leipzig</a> hat es die Nachricht noch immer nicht geschafft&#8230;</p>
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		<title>Zu: Po-dolski und Klo-se</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Jun 2010 14:13:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumne der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschlandfahne]]></category>
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		<category><![CDATA[WM-Küsse]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Fußball-WM hat begonnen. Mit allem, was sowieso dazugehört: schwitzenden Spielern, jubelnden Fans, Großbildleinwänden und Deutschlandfahnen. Unser Kolumnist Jan Kröger hat sich aber lieber um eine Randerscheinung gekümmert: Produkte, die jetzt zur WM verkauft werden, obwohl sie mit Fußball oder WM absolut gar nichts zu tun haben.<span id="more-785"></span></p>
<p><em>In Kooperation mit <a href="http://detektor.fm/">detektor.fm</a> <a href="http://detektor.fm/kultur/kolumne-der-woche-schoene-ecken-in-hannover-und-verschwoerungstheorien"></a> // <a href="http://detektor.fm/kultur/kolumne-der-woche-wm-klopapier-vs.-nationalitaetenpizza">Lieber anhören?</a></em></p>
<p>Es begann vor gut zwei Monaten, als in meiner WG das Klopapier alle war. Wie in jeder gut funktionierenden WG ist das bei uns so geregelt: Erstmal wird das Papier aufgebraucht und wer dann als nächster dran ist, hat verschissen. Diesmal war ich es, also: schnell zum Supermarkt um die Ecke. An der Kasse ließ man mich vor – was ich zum einen dem Klopapier in meiner Hand verdankte, zum anderen meinem Laufstil von der Marke „Tanzender Flamingo“. Derart geschmeidig erreichte ich mein Ziel und hatte nun ausgiebig Zeit, die Klopapierpackung zu studieren. Es handelte sich um die WM-Edition, zu erkennen am genialen Schriftzug: „Holt den Po-kal!“</p>
<p>Seitdem ging es so weiter: das WM-Shampoo, das WM-Deo, die WM-Schokolade. Egal ob&#8217;s passt oder nicht. Klopapier hat ja wenigstens noch was mit Fußball zu tun: Schließlich sind sämtliche Körperteile und Körperinhalte, die mit Klopapier in Berührung kommen, wesentlicher Bestandteil der Fußballersprache. Zum Beispiel beim früheren Dortmund-Trainer Thomas Doll („Da lach ich mir doch den Arsch ab“) oder bei Weltmeister Andreas Brehme, der seine Lebensweisheit in dem Satz zusammenfasste: „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß.“</p>
<p>Aber was bitteschön bringt mir die WM-Pizza? Bei einem Lieferservice gibt es jetzt Nationalitätenpizzas. Mit angeblich typischen Zutaten des jeweiligen Landes. Da weiß man schon von vornherein, dass man die Pizza England besser nicht bestellt. Und in der Tat: Belegt mit Würstchen, eingelegten Gurken, Ketchup und Remoulade ist die Pizza England Ihr Garant dafür, dass Ihre Kloschüssel und Ihr WM-Klopapier so richtig zur Geltung kommen.</p>
<p>Schön find ich auch, wie Lidl souverän ins Fettnäpfchen der Political Correctness latscht. Da gibt&#8217;s nämlich jetzt die WM-Küsse zu kaufen. Also jene Eischaumspeise mit schokoladiger Ummantelung, die eine Generation früher noch Negerkuss hieß. Und weil die WM in Südafrika stattfindet, zollt Lidl auf ganz besondere Weise Nelson Mandelas Lebenswerk Tribut: Die WM-Küsse bestehen zur Hälfte aus schwarzer und zur Hälfte aus weißer Schokolade. Sicherlich der sinnloseste Beitrag zur Völkerverständigung, seit Stevie Wonder und Paul McCartney „Ebony And Ivory“ gesungen haben &#8211; Musik, als würde man einen WM-Kuss in der Mikrowelle erhitzen.</p>
<p>Somit bleibt das WM-Klopapier mit dem Motto „Holt den Po-kal“ mein einsamer Favorit. Nur gut, dass unsere Nationalspieler dafür keine Werbung machen: Lukas Po-dolski und Miroslav Klo-se, die mit dem WM-Klopapier den Lahm-Arsch abwischen – das wär doch widerlich. Fast halb so widerlich wie Pizza England.</p>
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		<title>Zu: Hannovers schöne Ecken</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Jun 2010 13:00:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumne der Woche]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Missverständliche Aüßerungen über den Afghanistan-Einsatz der  Bundeswehr – das war für Horst Köhler der Grund, weshalb er als  Bundespräsident zurückgetreten ist. Doch wie so viele andere hat auch  Jan Kröger darüber gerätselt, ob das der wirkliche Grund war. In seiner  Kolumne löst er dieses Rätsel, und er fragt sich, ob das alles sogar  Teil einer Verschwörung ist.<span id="more-776"></span></p>
<p><em>In Kooperation mit <a href="http://detektor.fm/">detektor.fm</a> // <a href="http://detektor.fm/kultur/kolumne-der-woche-schoene-ecken-in-hannover-und-verschwoerungstheorien">Lieber  anhören?</a></em></p>
<p>Alles begann am Montag, als Horst Köhler seinen neuen  Selbstlernkurs in Rhetorik ausprobierte:</p>
<p><strong>&#8220;Lektion 11: Der  Umgang mit öffentlicher Kritik. Sprechen Sie mir nach: Diese Kritik  entbehrt jeder Rechtfertigung.</strong>&#8221;<br />
<em><span style="text-decoration: underline;">Köhler</span>: &#8220;Diese Kritik entbehrt jeder Rechtfertigung.</em>&#8221;<br />
<strong>&#8220;Sie  lässt den notwendigen Respekt für mein Amt vermissen.&#8221;</strong><br />
<em>&#8220;Sie  lässt den notwendigen Respekt für mein Amt vermissen.&#8221;</em><br />
<strong>&#8220;Sehr gut! Und nun üben wir die freie Rede: Sagen Sie, was Ihnen  gerade einfällt!&#8221;</strong><br />
<em>&#8220;Ich erkläre hiermit meinen Rücktritt vom  Amt des Bundespräsidenten.</em>&#8221;</p>
<p>Somit wäre das Rätsel um Horst  Köhler gelöst. Doch danach entstand ein zweites Rätsel, das in die  deutsche Geschichte eingehen könnte als die <em>Hannover-Verschwörung</em>.  Denn warum sind alle Personen, die für Köhlers Nachfolge ernsthaft ins  Spiel gebracht wurden, untrennbar mit Hannover verbunden? Ursula von der  Leyen, Christian Wulff, Lena Meyer-Landrut. Das riecht stark nach  Verschwörung. Und doch glaub ich nicht daran.</p>
<p>Betrachten wir doch mal die nackten Tatsachen: Ob Grand-Prix-Lena,  Zensur-Uschi oder Bundeskrischi – es geht einfach um Leute, die aus  Hannover ausgezogen sind, um woanders ihr Glück zu machen. Das ist  völlig unspektakulär, denn aus Hannover weg wollen – das gehört neben  Essen, Trinken, Schlafen und Pinkeln zu den menschlichen  Grundbedürfnissen. Es gibt ja drei Kategorien von Städten: die  Traumstädte, wo man leben und Urlaub machen kann; die Touri-Städte, die  man sich staunend ansieht; und dann einen Haufen Städte, deren Einwohner  immer trotzig sagen müssen: „Bei uns gibt’s auch schöne Ecken.“ In  Deutschland heißen sie in Fachkreisen auch A2-Städte, benannt nach jener  Autobahn, die Oberhausen, Dortmund, Gütersloh, Bielefeld, Hannover,  Braunschweig und Magdeburg miteinander verbindet. Hannovers schöne Ecken  heißen übrigens alle Maschsee. Also: Es hat schon seinen Grund, weshalb  so viele Hannoveraner Bundespräsident werden wollten.</p>
<p>Eine Verschwörung wäre es erst dann gewesen, wenn sie diesen Zwerg  mit der komischen Mütze nominiert hätten. Den von den Scorpions. Die  Flöte in &#8220;Wind of Change&#8221;. Mal ehrlich: Der wär doch ein idealer  Präsident. Weit über Deutschland hinaus bekannt – und größere Verdienste  um den Mauerfall hat eigentlich nur David Hasselhoff. Klaus Meine und  die Scorpions – das ist so Hannover wie Rockmusik sein kann. Was das  heißen soll? Bei den Scorpions gibt’s halt auch schöne Ecken.</p>
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		<title>Erbarmungslos und ungeduscht</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jun 2010 23:32:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[16. Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Leseproben]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rasenballsport verfolgt seine Ziele äußerst ehrgeizig, ohne Rücksicht auf Personen und Verdienste. Wie zum Beweis entließ man den Meistertrainer einen Tag nach Saisonende. Doch oft zeigen sich die Tücken des Masterplans in Kleinigkeiten.<span id="more-767"></span></p>
<p><em>Von Johannes Pöhlandt und Jan Kröger</em></p>
<p>Ein Fußballverein wird Meister, wie es eindrucksvoller kaum geht. Von 30 Punktspielen gehen nur zwei verloren, der Aufstieg steht nach dem fünftletzten Spieltag fest, am Ende beträgt der Abstand zum Zweiten 22 Punkte. Und was macht der Verein nach dem Saisonfinale? Trainer und Sportdirektor feuern.</p>
<p>Gibt es nicht? Gibt es doch. Der Verein heißt Rasenballsport Leipzig – ein reichlich absurder Name, der den einzigen Vorteil hat, dass er sich wie Hauptsponsor Red Bull mit RB abkürzen lässt. Die Energydrink-Chefs haben Trainer Tino Vogel und Sportdirektor Joachim Krug von ihren Aufgaben entbunden. Einen Tag, nachdem Spieler und Verantwortliche gemeinsam den Aufstieg in die Regio-nalliga feierten. „Für solche Entscheidungen gibt es keinen günstigen Zeitpunkt“, sagt RB-Sprecher Hans-Georg Felder. Mag sein. Aber ein ungünstigerer ist kaum vorstellbar.<br />
Auf den ersten Blick erscheint die Entscheidung völlig irrational. Doch es hatte sich angekündigt, dass der rührige Vogel, der zu allem Überfluss am Tag seiner Entmachtung Geburtstag hatte, irgendwann zu klein für das große RB-Unternehmen werden würde. Er ist mit 41 Jahren relativ jung, hat bisher nur niederklassige Teams in Sachsen und Thüringen betreut. Für frühere Bundesligaprofis wie Thomas Kläsener und Timo Rost mag es gewöhnungsbedürftig gewesen sein, von einem „Provinzler“ trainiert zu werden.</p>
<p>(&#8230;)</p>
<p><strong>Dies ist eine Leseprobe.</strong><br />
Der gesamte Text findet sich in Weiter.16 (<a href="http://bestellen.nochweiter.de/auswahl/gedruckt/heft-16">bestellen</a>,<a href="http://nochweiter.de/kaufen"> selbst kaufen</a>, <a href="http://volltext.nochweiter.de/">ePaper</a>)</p>
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		<title>„Endlich haben wir eine, Gott sei Dank!“</title>
		<link>http://nochweiter.de/leseproben/2010/06/04/0763_katharina-beckemper/</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Jun 2010 23:28:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[16. Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Leseproben]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mädchen in einer Männerdomäne: Katharina Beckemper, 39, wird die mutmaßlich erste Jura-Professorin in der Geschichte der Uni Leipzig sein. Ab Oktober wird sie für Strafrecht, Strafprozessrecht und Wirtschaftsstrafrecht berufen. Und sagt von sich: „Ich bin typisch Mädchen.“<span id="more-763"></span></p>
<p><em>Das Gespräch führten Franziska Gaube und Jonathan Fasel</em></p>
<p><em>Noch hat sie ein kleines, karges Büro. Tisch, drei Stühle, ein paar Schränke. „Auf Fotos war ich jetzt gar nicht vorbereitet“, sagt Katharina Beckemper, huscht zum Schrank. Drinnen: ein Spiegel, ein bisschen Schminke.<br />
</em><br />
<strong>Sind Sie eine Emanze?<br />
</strong>Da müsste ich mit einer Gegenfrage antworten: Was ist eine Emanze? Ich glaube, in den Verdacht komme ich gar nicht.</p>
<p><strong>Immerhin sind Sie ja die erste oder zumindest eine der ersten Jura-Professorinnen in der Geschichte der Uni Leipzig.<br />
</strong>Ist das so? Irre. In den Dimensionen habe ich noch gar nicht gedacht. Stimmt: Zumindest werde ich zum Zeitpunkt meiner Berufung die einzige sein.</p>
<p><strong>Das ist ja immerhin schon eine Leistung.<br />
</strong>Ich finde, Emanze hat immer so ein bisschen den Unterton, man kämpfe gegen Männer, die einen immer alle bevormunden. Das ist hier überhaupt nicht der Fall, die hätten unglaublich gerne schon vorher eine Frau eingestellt. Das ist nicht so, dass sie gesagt haben, wir schließen hier die Reihen und weibliche Bewerber beachten wir nach Möglichkeit gar nicht. Es gab einfach keine passenden Bewerberinnen. Ich habe im Moment das Gefühl, die freuen sich alle ganz heftig. So nach dem Motto: Jetzt haben wir mal eine, Gott sei Dank!</p>
<p><strong>Dies ist eine Leseprobe.</strong><br />
Der gesamte Text findet sich in Weiter.16 (<a href="http://bestellen.nochweiter.de/auswahl/gedruckt/heft-16">bestellen</a>,<a href="http://nochweiter.de/kaufen"> selbst kaufen</a>, <a href="http://volltext.nochweiter.de/">ePaper</a>)</p>
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		<title>Zu: Lena</title>
		<link>http://nochweiter.de/blog/kolumne-der-woche/2010/05/28/0749_zu-lena/</link>
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		<pubDate>Fri, 28 May 2010 12:50:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumne der Woche]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jedes Jahr findet der Eurovision Song Contest statt. Jedes Jahr präsentiert Deutschland einen Beitrag. Und jedes Jahr gewinnt ein anderer. Morgen geht Lena Meyer-Landrut mit „Satellite“ an den Start. Am Anfang fanden sie scheinbar alle toll mit ihrem eigenwilligen Englisch-Akzent. Mittlerweile wird sie dafür mehr und mehr ausgelacht. Doch unser Kolumnist Jan Kröger findet, dass das alles andere als schlecht für sie ist.<span id="more-749"></span></p>
<p><em>In Kooperation mit <a href="http://detektor.fm/">detektor.fm</a> // <a href="http://detektor.fm/kultur/kolumne-der-woche-heute-zum-grand-prix-und-lena-meyer-landrut/">Lieber anhören?</a></em></p>
<p><em>I went everywhere for you / I even did my hair for you.</em><br />
Wow! Ein Lied über ein Mädel, das für ihren Macker sogar ihre Haare macht – wenn Europa erfährt, dass wir Deutschen zu so etwas in der Lage sind, dann haben wir den Grand Prix schon gewonnen. Satellite von Lena Meyer-Landrut, das ist knisternde Erotik made in Germany, sozusagen gesungener Schulmädchenreport. Die macht ja nicht nur ihr Haar in dem Lied, die lackiert sich auch noch die Fingernägel und lässt auf der Veranda das Licht brennen. Das ist so versaut – wenn der Papst das mitkriegt, dann verbietet er das. Aber abgesehen davon: Wer zum Teufel hat heute noch eine Veranda?</p>
<p>Bevor jetzt alle „Ich“ schreien, komm ich mal lieber zum Thema: Vor zwei Monaten wurde Lena gefeiert, jetzt wird sie ausgelacht – nicht nur für den Text, sondern weil sie auch noch mit einem Akzent singt, der alles ist – außer Englisch.</p>
<p>Dazu kann ich nur sagen: Lena, das sollte Dich nun wirklich nicht kümmern. Und zwar aus zwei Gründen. Erstens: Wir machen Dein Lied einfach nur schlecht, weil wir uns drauf vorbereiten müssen, dass Du singen kannst, wie Du willst – wenn da zum Beispiel ein armenischer Transsexueller antritt, der im Kopfstand auf der Nasenflöte ein grässliches Schafhirtenlied trällert, dann landet der garantiert vor Dir. Vor allem aber zweitens: Ein schlechter Akzent hat noch keiner Musikerkarriere geschadet. Und Du singst immerhin noch in einer Fremdsprache. Dabei gibt es Musiker, die nicht mal ihre eigene Sprache drauf haben – und wahrscheinlich gerade deshalb verdammt erfolgreich sind. Das gilt für Deutsche, die Deutsch singen (Grönemeyer); das gilt auch für Spanier, die Spanisch singen (Los del Rio: Macarena); und das gilt sogar für englische Muttersprachler (Scatman John).</p>
<p>Alle drei waren sie damit unglaublich erfolgreich. Also, Lena, glaub an Dich! Vor 300 Jahren wurde die „Ode an die Freude“ aus Deutschland zum Welterfolg, vielleicht ist jetzt die Zeit reif für Deine Ode an den Blümchensex.<br />
Doch wo ich den Text gerade nochmal vor mir habe: Du hast sogar blaue Unterwäsche gekauft?! Du Miststück!</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Zu: Kisten</title>
		<link>http://nochweiter.de/blog/kolumne-der-woche/2010/05/22/0747_zu-kisten/</link>
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		<pubDate>Sat, 22 May 2010 12:35:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumne der Woche]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Noch einen Monat, dann ist Sommeranfang. Dabei ist bisher noch nicht einmal der Frühling wirklich da. Unser Kolumnist Jan Kröger war diese Woche schon oft genug durch den Regen geradelt, da kam er nach Hause – und wurde angenehm überrascht. Denn der Frühling zeigte sich dort, wo er es nicht vermutet hätte. Wenn auch nur für einen kurzen Augenblick.<span id="more-747"></span></p>
<p><em>In Kooperation mit <a href="http://detektor.fm/">detektor.fm</a> // <a href="http://detektor.fm/kultur/kolumne-der-woche-bigbox-mit-lueftungsschlitz/">lieber anhören?</a></em></p>
<p>Der Frühling kam einfach in meinen Postkasten geflattert. Wenn ich da reinschaue, dann ordne ich die Briefe erstmal in Kategorien ein und stöhne dann:</p>
<p>immer diese Liebesbriefe! Das muss ich kurz erklären: ein Liebesbrief, das ist ein Brief, in dem jemand was von mir will. Und das Finanzamt Leipzig II wollte ja ganz klar was von mir, also: Liebesbrief.</p>
<p>Aber dann war da dieses Schreiben einer Transportfirma. Und schon der erste Satz öffnete mir eine völlig neue Welt:</p>
<p><strong>„Sehr geehrter Herr Kröger, fragen Sie sich auch gerade jetzt, wo das Frühlingsgrün wieder zu sprießen beginnt, wie sich Naturprodukte möglichst lange frisch halten lassen – besonders bei Lagerung und Transport?“</strong></p>
<p>Zunächst einmal: Nein. Zweitens: Welches sprießende Frühlingsgrün? Und drittens: die Lagerung von Naturprodukten. Den Absendern aus einem oberbayerischen Dorf war womöglich nicht ganz klar, dass die meisten Naturprodukte, die in einer Stadtwohnung entstehen, nicht lange gelagert werden sollten. Weil sonst das Bad zu stinken anfängt.</p>
<p>Aber was wollte mir die Firma überhaupt anpreisen? Es handelte sich um einen großen offenen Kunststoffcontainer, der natürlich nicht bloß eine Kiste war, sondern eine: „Bigbox mit Lüftungsschlitzen“. Es gab sogar ein Foto dazu, auf dem ein anständig gebauter Landbursche in Latzhose vor einem Riesenkasten frischer Äpfel stand. Jetzt verstand ich noch weniger: Weil das Frühlingsgrün wieder sprießt, soll ich kiloweise selbstgepflückte Äpfel in die Bigbox mit Lüftungsschlitzen packen. Also: Als ich früher noch auf dem Land gewohnt hab, da begann die Apfelernte im Spätsommer. Kann natürlich sein, dass der Apfelbaum als solcher mittlerweile die nächste Evolutionsstufe erreicht hat und schon im Mai seine Früchte wirft. Er weiß ja: Er kann es sich leisten, jetzt wo es die Bigbox mit Lüftungsschlitzen gibt.</p>
<p>Vielleicht aber auch nicht. Schnell sah ich ein: Der Frühling war mir doch nicht ins Haus geschickt worden, es war nur eine kurze Begegnung. Trotzdem hatte der Brief etwas, das bleibt. Am Nachmittag in der Stadt lief so eine Person vor mir: Hose von Kik, Hintern von McDonald’s und die Klamotten so furchtbar angeordnet, dass ich beim Hinterherlaufen viel zu tiefe Einblicke bekam – und da wusste ich: Zumindest den Begriff „Bigbox mit Lüftungsschlitz“ sollte man sich unbedingt merken.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Talent, Kontakte &amp; Rock‘n‘Roll</title>
		<link>http://nochweiter.de/leseproben/2010/05/20/0742_talent-kontakte-und-rocknroll/</link>
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		<pubDate>Thu, 20 May 2010 21:40:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[15. Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Leseproben]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An Talent und Hingabe fehlt es bei vielen Leipziger Bands nicht, eher an Aufstiegs-chancen. Im bundesweiten Business scheint zu gelten: Auf die Bühne kommt, wer schon auf der Bühne war. Die Stadtverwaltung schmückt ihre Veranstaltungen scheinbar lieber mit auswärtiger Semi-Prominenz.<span id="more-742"></span></p>
<p><em>Von Claudia Laßlop und Ute König</em></p>
<p>Junge Musiker schlagen sich in Leipzig mit vielen Problemen herum. Dabei steht die müßige Suche nach einem bezahlbaren Proberaum sicher ganz oben auf der Liste. Gleich danach aber kommen die Auftrittsmöglichkeiten. Was nützt alles Proben ohne die Aussicht, irgendwann einmal vor Publikum zu treten?</p>
<p>Innerhalb der Stadtgrenzen Leipzigs gestaltet sich das zunächst gar nicht mal so schwierig: „Locations gibt es hier genug“, sagt Shélhôm, Sänger der Band Two Wooden Stones. Genug, um den zahlreichen Bands, die sich in den vergangenen Jahren gegründet haben, Konzerte zu ermöglichen. Two Wooden Stones haben es sogar in relativ kurzer Zeit zu regelmäßigen Auftritten geschafft&#8230;</p>
<p><strong>Dies ist eine Leseprobe.</strong><br />
Der gesamte Text findet sich in Weiter.15 (<a href="http://bestellen.nochweiter.de/auswahl/gedruckt/heft-15">bestellen</a>,<a href="http://nochweiter.de/kaufen"> selbst kaufen</a>, <a href="http://volltext.nochweiter.de/">ePaper</a>)</p>
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		<item>
		<title>„Theater ist Leben auf der Bühne“</title>
		<link>http://nochweiter.de/leseproben/2010/05/20/0732_gareth-knapman/</link>
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		<pubDate>Thu, 20 May 2010 21:36:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[15. Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Leseproben]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der englische Schauspieler Gareth Knapman kam 2005 nach Leipzig. Theater als Therapie für jeden in der Gesellschaft, sagt der 29-Jährige, wird auch in Deutschland immer mehr Anwendung finden. Erfolgreich gibt er Workshops der ganz besonderen Art – und mit ganz besonderen Menschen.<span id="more-732"></span></p>
<p><em>Das Gespräch führte Ismene Laraki</em></p>
<p><em>Die Wände sind hellgelb, der Teppich fleckig grau. Vom Innenhof dringt ein bisschen Vogelgezwitscher herein. Zwei, drei Bilder, die vielleicht irgendwann einmal an den Wänden hängen sollen, stehen auf dem Boden. Stühle und Hocker umlagern den Raum. Ansonsten wirkt das Atelier von Gareth Knapman leer. Leer im materiellen Sinne, Geist schwingt hier eine ganze Menge. Wahllos ziehen wir uns jeder einen Stuhl aus der Ecke und fangen, mitten im Raum, mit dem Interview an.</em></p>
<p><strong>Wieso Leipzig?<br />
</strong> Meine Heimatstadt Birmingham und Leipzig sind Partnerstädte. Vor elf Jahren habe ich für ein Jugendtheater gearbeitet und dort regelmäßig Austauschprojekte junger Schauspieler zwischen Leipzig und Birmingham geleitet. 2002 hab ich dann Ubiquity gegründet. Es lief relativ erfolgreich, dennoch hatte ich Lust, mal woanders zu arbeiten. Es sollte nur für sechs Monate sein, mittlerweile sind es schon fünf Jahre.</p>
<p><strong>Wie kam es dazu?</strong><br />
Ich hab damals meine jetzige Freundin getroffen, war sehr verliebt und das Geschäft lief auch nicht schlecht. Warum also nicht bleiben?</p>
<p><strong>Dies ist eine Leseprobe.</strong><br />
Der gesamte Text findet sich in Weiter.15 (<a href="http://bestellen.nochweiter.de/auswahl/gedruckt/heft-15">bestellen</a>,<a href="http://nochweiter.de/kaufen"> selbst kaufen</a>, <a href="http://volltext.nochweiter.de/">ePaper</a>)</p>
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		<item>
		<title>Jump‘n‘Run im Zentrum</title>
		<link>http://nochweiter.de/leseproben/2010/05/20/0736_gegen-die-norm-jumpnrun-im-zentrum/</link>
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		<pubDate>Thu, 20 May 2010 21:36:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[15. Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Leseproben]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir haben ein Rennen veranstaltet. Dort, wo es sonst niemand macht: mitten in der Fußgängerzone. Nicht zu Fuß, das wäre ja langweilig. Nicht mit dem Fahrrad, weil nicht erlaubt. Aber eben mit allem anderen, was so fährt, rollt oder ähm … springt. Zum Nachahmen wärmstens empfohlen.<span id="more-736"></span></p>
<p><em>Von Dorothea Hecht</em></p>
<p><strong>Was du brauchst</strong><br />
Hüpfball, Roller, Schreibtischstuhl, Skateboard. Alternativ auch mit Einrad, Dreirad oder Spinnrad machbar. Oder allem anderen, was die Rumpelkammer, der Gartenschuppen und das Kinderzimmer so hergeben.</p>
<p><strong>Wo du hinmusst</strong><br />
Auf die Petersstraße! Oder eine andere belebte Straße in Leipzigs Innenstadt&#8230;</p>
<p><strong>Dies ist eine Leseprobe.</strong><br />
Der gesamte Text findet sich in Weiter.15 (<a href="http://bestellen.nochweiter.de/auswahl/gedruckt/heft-15">bestellen</a>,<a href="http://nochweiter.de/kaufen"> selbst kaufen</a>, <a href="http://volltext.nochweiter.de/">ePaper</a>)</p>
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		<title>Zu: Ye olde England</title>
		<link>http://nochweiter.de/blog/kolumne-der-woche/2010/05/07/0728_zu-ye-olde-england/</link>
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		<pubDate>Fri, 07 May 2010 16:17:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumne der Woche]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Großbritannien hat gewählt und wirkt mit dem Ergebnis leicht überfordert. Denn weder Labour-Partei noch Konservative haben eine absolute Mehrheit erreicht, und so etwas ist für Großbritannien fast so selten wie der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft. Zu allem Überfluss steckt das Land in der Krise und ist hoch verschuldet. Unser Kolumnist Jan Kröger sieht das Land damit an einem Wendepunkt angekommen. Aber: Er hat auch einen Lösungsvorschlag.<span id="more-728"></span></p>
<p><em>In Kooperation mit <a href="http://detektor.fm/">detektor.fm</a> // <a href="http://detektor.fm/politik/kolumne-der-woche-ueber-den-niedergang-grossbritannies-und-wie-es-wieder-zu/">lieber anhören?</a></em></p>
<p>Es war einmal ein Land, in dem fuhren rote Doppeldecker-Busse auf der falschen Straßenseite. Es gab reiche Leute, die in Palästen wohnten und am Wochenende Füchse jagten. Und es gab arme Leute, die in Reihenhäusern aus rotem Backstein wohnten und am Wochenende die Fans anderer Fußballteams jagten. Kurz: Die Welt war in Ordnung. Und der Europäer blickte vom Kontinent auf die Insel, und sah, dass es gut war, trotz oder gerade wegen so sinnloser Eigenheiten wie Kricket oder Chips, die nach Essig schmecken, oder dem Rechnen in Meilen, Fuß und Inches. Schließlich beglückte uns dieses Land auch reihenweise mit guten Rockbands, grandiosen Komikern und bierbäuchigen Fußballern mit Gesichtern aus rotem Backstein, die regelmäßig im Elfmeterschießen verloren, am liebsten gegen Deutschland.</p>
<p>Und dann? Dann wurden in London die alten Busse ausgemustert und ein Riesenrad an der Themse wurde zur architektonischen Weltsensation erklärt – mal ehrlich, die Eröffnung eines Riesenrades ist ein großes Ereignis, jedenfalls für eine Stadt wie Oberhausen. Parallel dazu war Londons Business-Elite ganz vorn mit dabei, als es darum ging, die Weltwirtschaft an die Wand zu fahren. Und der Fußball wurde von David Beckham heimgesucht, das heißt: Englands Nationalmannschaft flog noch immer im Elfmeterschießen raus, aber sah nun aus wie Tante Uschi beim Shoppen. Ich dachte ja, Großbritanniens Tiefpunkt wäre erreicht, als ich den letzten Bond-Film im Kino sah. Aber dann kamen Gordon Brown und David Cameron. Der eine ist sowas wie der Antibrite. Denn egal welche britische Klischee-Eigenschaft man nimmt: den noblen Pomp des Adels, das aufrechte Selbstbewusstsein der Arbeiterklasse oder einfach den trockenen Humor – Gordon Brown ist immer das genaue Gegenteil davon. David Cameron andererseits ist der hochnäsige Oxford-Absolvent, der nun als Anlageberater der Barclay&#8217;s Bank seinen Kunden einen miserablen Aktientipp nach dem nächsten gibt. Und wenn eine Sache hoffen lässt, dann eben die, dass keiner der beiden jetzt eine absolute Mehrheit bekommen hat.</p>
<p>Wie also ist Großbritannien zu retten? Eben nicht, indem die Briten nun ein Mehrparteiensystem wie wir Deutschen kriegen. Nein, die Briten müssen rückwärts gehen. Das Land braucht rote Busse, auf die man hinten aufspringen kann, es braucht Fußballer mit Backsteingesicht und es braucht wieder gute James Bond-Filme. Für die Politik kann es also nur eine Lösung geben: zurück zur absoluten Monarchie. Auf geht’s, Elisabeth, die beste Zeit deines Lebens liegt noch vor Dir. Und ihr Untertanen, die ihr in Zukunft nichts mehr zu sagen habt: Legt euch nieder und denkt an England!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>„Singen schweißt wirklich zusammen“</title>
		<link>http://nochweiter.de/leseproben/2010/05/07/0712_sarie-teichfischer/</link>
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		<pubDate>Fri, 07 May 2010 07:08:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[14. Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Leseproben]]></category>

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		<description><![CDATA[Sarie Teichfischer managt einen Arbeitslosenchor und ist selber arbeitslos. Zu unserem Treffen kam sie von einem Termin beim Arbeitsamt. Vielleicht, sagt die 31-Jährige, hat sie bald wieder einen Job. Keine Sorge, aus dem Chor fliegt sie deswegen aber nicht. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sarie Teichfischer managt einen Arbeitslosenchor und ist selber arbeitslos. Zu unserem Treffen kam sie von einem Termin beim Arbeitsamt. Vielleicht, sagt die 31-Jährige, hat sie bald wieder einen Job. Keine Sorge, aus dem Chor fliegt sie deswegen aber nicht.<br />
<span id="more-712"></span><br />
<em>Das Gespräch führte Ismene Laraki</em></p>
<p>Ich bin heute mit der Straßenbahn zum Arbeitsamt gefahren, da könnte ich jedes Mal heulen.</p>
<p><em>Warum?</em><br />
Na, die Linie, die zum Arbeitsamt fährt, da trifft man auf so viel Elend. Wie die Eltern manchmal mit ihren Kindern umgehen, da kommt mir jedes Mal das kalte Grausen. Wenn da eine Mutter droht, ihr Kind vor die Tür zu setzen, dann glaubt das doch eine Dreijährige! Die tun mir so leid.</p>
<p><em>Trifft es dich so, weil du selber einen Sohn hast?</em><br />
Ja, seit ich selber ein Kind hab, bin ich da noch viel dünnhäutiger und kann auch nicht mehr weggucken und das ausblenden.<br />
(&#8230;)<br />
<em>Und dann kam der Arbeitslosenchor?</em><br />
Fast. Ich hatte schon vor längerer Zeit eine Anzeige gelesen im Kreuzer: „Manager für Arbeitslosenchor gesucht“. Da hab ich nur gedacht: Genial. Ich bin arbeitslos, ich kann managen und ich singe gerne. In dem Moment, in dem ich das gelesen habe, wusste ich auch, den Job krieg ich. Tatsächlich haben sie mich genommen, obwohl es noch 14 andere Bewerber gab.</p>
<p><em>Trotzdem war es kein „richtiger“ Job.</em><br />
Nein, es war ein Zuverdienst zum Arbeitslosengeld I und später zu Hartz IV. Es waren ja auch nur 10 Stunden die Woche, aber mehr wollte ich in dem Moment auch nicht. Im Laufe der Zeit hab ich aber viel mehr als diese 10 Stunden für den Chor gearbeitet, freiwillig, denn es hat Spaß gemacht, und es war viel zu tun.<br />
(&#8230;)</p>
<p><strong>Dies ist eine Leseprobe.</strong><br />
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		<title>Viele Wege führn zum Strom</title>
		<link>http://nochweiter.de/leseproben/2010/05/07/0709_viele-wege-fuhrn-zum-strom/</link>
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		<pubDate>Fri, 07 May 2010 06:57:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[14. Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Leseproben]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie dreckige Autos gegen Elektro-Wagen tauschbar werden, beschäftigt nun die Entwicklungsteams. Ein Leipziger Kfz-Meister ist weiter, elektrifiziert Gebrauchte – allerdings ab 30.000 Euro.<span id="more-709"></span></p>
<p><em>Von Johannes Kiehl, Jan Kröger, Claudia Laßlop und Dirk Stascheit<br />
</em></p>
<p>Das Auto gleitet dahin. Das Getriebe klappert leise, Reifen sirren auf dem Asphalt, der Fahrtwind rüttelt am Fenster. Der Motor ist stumm. Alles zusammen ergibt ein Surren, das so gar nicht nach Auto klingt. „Eher wie eine Straßenbahn“, findet Jens Scheil. Entspannt lenkt er den Audi über die Landstraße. Leipzigs erstes Elektroauto. Damit könnte er jetzt locker nach Halle fahren und wieder zurück – 120 Kilometer schafft der Wagen, sagt Scheil, dann muss er wieder an die Steckdose.<br />
(&#8230;)<br />
„Autos mit Verbrennungsmotor machen die Fahrer aggressiv, weil sich die Schwingungen des Motors auf den Körper übertragen“, schrieb der Psychologe Stephen Black 1967 in seiner Studie „Man and motor cars“: Erst die „kommenden lautlosen Elektroautos mit ihrer gleichmäßigen Beschleunigung“ würden die allgemeine Verkehrsmoral verbessern.</p>
<p>Doch die Elektroautos kamen noch lange nicht. Kein Wunder: In den Entwicklungsabteilungen der Autohersteller saßen Motoren-Machos, die lieber am Sound eines Sechszylinders feilten, als sich über sparsame Gleichstromantriebe Gedanken zu machen. Daran änderte auch ein großes Forschungsprojekt Anfang der 90er Jahre nichts.  (&#8230;)</p>
<p><strong>Dies ist eine Leseprobe.</strong><br />
Der gesamte Text findet sich in Weiter.14 (<a href="http://bestellen.nochweiter.de/auswahl/gedruckt/heft-14">bestellen</a>,<a href="../kaufen"> selbst kaufen</a>, <a href="http://volltext.nochweiter.de/">ePaper</a>)</p>
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		<title>Zu: Giftig</title>
		<link>http://nochweiter.de/blog/kolumne-der-woche/2010/04/30/0702_zu-giftig/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 13:16:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumne der Woche]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Giftanschlag auf den US-Präsidenten – wenn man der ehemaligen First Lady Laura Bush glauben darf, dann ist das 2007 wirklich passiert. Nämlich hier in Deutschland, beim G8-Gipfel in Heiligendamm. Beim Bankett soll jemand der gesamten US-Delegation was ins Essen gemixt haben, behauptet Laura Bush in ihrer Autobiographie. Unser Kolumnist Jan Kröger findet, für diesen völlig belanglosen Beitrag zur Weltgeschichte verdient Laura Bush den Titel als Depp der Woche. Hier seine Laudatio:<span id="more-702"></span></p>
<p>First Lady der USA sein – das ist ein vielseitiger Job. Michelle Obama und vor allem Hillary Clinton können dabei glaubhaft vermitteln: Wenn Mister President abends nach Hause kommt, darf er erstmal abwaschen. Laura Bush war dazu der Gegenentwurf. Immer brav im Hintergrund, ein bisschen Charity machen, gegen Brustkrebs zum Beispiel oder gegen Analphabetismus. Kinder sollen Bücher lesen – für dieses Ziel hat sie vor nichts zurückgeschreckt, nicht mal vor einem Auftritt in der Sesamstraße. Wobei: Wenn man mit George W. verheiratet ist, kann man das als Bildungsurlaub geltend machen.</p>
<p>Da sitzt sie also, zwischen Elmo, Bibo und drei streng nach Hautfarbe ausgesuchten Kindern. Sie liest aus einem Kinderbuch und am Ende stimmen alle in die Schlusszeile ein: „Wubba, wubba, woo!“ Und vor lauter „Wubba wubba woo“ findet Laura, dass es richtig Spaß macht, so dämliche Dinge zu sagen („Yes, it&#8217;s fun to say silly words sometimes like &#8216;Wubba, wubba, woo!&#8217;“)</p>
<p>Dämliche Dinge sagen – das ist ein Hobby, das Laura Bush mit ihrem Mann teilt. Und weil es so viel Spaß macht, bringt sie bald ihre Autobiographie heraus. Darin enthüllt sie Ungeheuerliches: 2007 war es, G8-Gipfel in Heiligendamm. Die gesamte US-Delegation ist beim Abendessen vergiftet worden, sagt sie. Ein Berater konnte nicht mehr laufen, ein anderer kaum noch hören – und als der Arzt George W.&#8217;s Magen abhörte, vernahm er ein beängstigendes „Wubba, wubba, woo!“ Zum Glück war Georgie hart im Nehmen, schon am nächsten Nachmittag nahm er wieder an der Konferenz teil und konnte sich in gewohnt intellektueller Manier am Diskurs beteiligen („Wubba, wubba, woo!“)</p>
<p>Warum Laura Bush diesen ganzen Quatsch jetzt sagt, ist schnell erklärt. Erstens muss sie natürlich ihr Buch verkaufen. Und zweitens hat sie zu deutschem Essen ein traumatisches Verhältnis, seit George mal fast an einer Brezel erstickt ist. Was es übrigens in Heiligendamm zu essen gab, verrät Laura nicht. Wenn es allerdings traditionelle norddeutsche Küche wie Matjes war, dann wäre die Ursache für die Magenschmerzen schnell gefunden.</p>
<p>Übrigens wird auch George W. noch in diesem Jahr seine Memoiren veröffentlichen. Hier eine kleine Kostprobe:<br />
<em>Big monsters, little monsters<br />
All know what to do<br />
When they get together they say<br />
Wubba, wubba, woo!</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Spielfeld Stadt</title>
		<link>http://nochweiter.de/leseproben/2010/04/23/0688_spielfeld-stadt/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Apr 2010 13:40:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[13. Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Leseproben]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>weiter macht das, was man eigentlich nicht macht – wir brechen ungeschriebene Gesetze. Unsere Autorin Dorothea Hecht hat die Redaktion zum Fußballspielen verdonnert. Mitten auf dem Augustusplatz. Und: ohne Ball.<span id="more-688"></span></p>
<p>„Jan, Flanke, nimm den Ball an, los!“ Jonathan kommt dazwischen, Ute grätscht, Rückpass – „Ball zu mir!!!“ – ausholen, Schuss, Toooooooor! Oder, ähm … doch nicht? Warum bin ich denn die Einzige, die hier in Jubel ausbricht? Die anderen spielen weiter, als wäre nichts gewesen. Dabei habe ich den Ball doch gerade mitten ins Netz geknallt. Dachte ich zumindest. Aber wer kann das schon genau sagen, wenn der Fußball nur aus Luft besteht?</p>
<p>Abstimmung ist eben alles beim Air Soccer, der weiter-Version der Luftgitarre. Der Fußball fehlt, ansonsten ist alles wie in der Bundesliga: Anstoß, Freistoß, Strafstoß. Schwalbe hinlegen, Vogel zeigen, (&#8230;)</p>
<p>Dies ist eine Leseprobe.<br />
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		</item>
		<item>
		<title>Wo die wilden Rentner wohnen</title>
		<link>http://nochweiter.de/leseproben/2010/04/23/0683_wo-die-wilden-rentner-wohnen/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Apr 2010 13:35:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[13. Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Leseproben]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Altwerden: Das ist Krankheit und Kontrollverlust. Bleibt nur das Altersheim. Oder doch nicht? Zwei unserer Autoren haben Senioren getroffen, die ihr Leben genießen. Und das Altwerden.<span id="more-683"></span></p>
<p><em>Von Franziska Gaube, Claudia Laßlop und Dirk Stascheit</p>
<p>Dirk besuchte Gerlinde (67) und Rolf (78) in ihrer Wohn-Laube im Leipziger Westen.<br />
</em></p>
<p>Ich war lange nicht mehr hier. Es sieht ungewohnt aus, so viele Reihenhäuser, aus manchen Nebenstraßen wurden Vorgärten, aus manchen Wiesen Sackgassen. Nach drei mal Wenden finde ich dann doch die Straße, den Garten. Am hölzernen Tor hängen zwei Klingeln. Ich drücke erst die eine, dann die nächste. Rolf grinst aus 30 Metern Entfernung, erkennt mich, trotz einiger Krankheiten, trotz seines hohen Alters, er ist 78. Und obwohl ich ewig nicht mehr hier war.</p>
<p>Ich war mir nicht sicher, ob sie eher auf Buttercremetorte oder Himbeerschnittchen stehen, Rolf und Gerlinde. Sie sind die Großeltern einer engen Freundin. Früher waren wir oft hier, im Teenageralter. Jetzt wohnen wir in der Innenstadt.</p>
<p>Gerlinde kocht Kaffee, lehnt Kuchen aus Kaloriengründen ab. Rolf entscheidet sich für Himbeer-Quark-Sahne-Schnitte, grinst verschmitzt, und fängt an zu erzählen. Wie es kam, dass sie nun in ihrer Gartenlaube wohnen.</p>
<p>(…)</p>
<p>Dies ist eine Leseprobe.<br />
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		</item>
		<item>
		<title>Zu: Hähnchen</title>
		<link>http://nochweiter.de/blog/kolumne-der-woche/2010/04/23/0699_zu-hahnchen/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Apr 2010 11:11:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumne der Woche]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unser Kolumnist Jan Kröger zeichnet diese Woche einen Menschen aus, der sich durch völlig überflüssige Äußerungen um rein gar nichts verdient gemacht hat. Wenn sich auch in den nächsten Wochen Menschen öffentlich auf peinliche Weise hervortun, wird er dieses Konzept gerne weiter verfolgen. Und angesichts von Politikern wie Guido Westerwelle oder Markus Söder ist er da sehr zuversichtlich. Den Anfang aber macht: Evo Morales, der Präsident Boliviens. Jan Kröger zeichnet ihn aus für nutzlose Ernährungstipps und einen völlig verklemmten Umgang mit Homosexualität.<span id="more-699"></span></p>
<p><em>In Kooperation mit <a href="http://detektor.fm/">detektor.fm</a> // <a href="http://detektor.fm/kultur/kolumne-der-woche-facebook-aussteiger-und-ilse-aigner/">lieber anhören?</a></em> </p>
<p>Politiker und Homosexualität – das ist eigentlich nichts, worüber man seit Klaus Wowereit noch groß diskutieren muss. Leider können sich nicht alle Politiker so unkompliziert ausdrücken. Zum Beispiel Evo Morales, der Präsident von Bolivien. Weil er der erste indigene Staatschef in Südamerika ist, genießt er auf ähnliche Weise Sympathien wie der FC St. Pauli beim Fußball. Ein kleiner Tipp für alle, die ihn nicht kennen: Wenn in den Nachrichten ein Politiker zu sehen ist, bei dem man denkt „Hat der nicht gestern noch in der Fußgängerzone Panflöte gespielt?“ &#8211; dann ist das Evo Morales.</p>
<p>Dieser Evo Morales hat die Welt nun um folgende Erkenntnis bereichert: „Die Hähnchen, die wir essen, sind mit weiblichen Hormonen angereichert, weshalb Männer, die sie essen, Abweichungen von ihrem männlichen Verhalten aufweisen.“</p>
<p>Nimmt man die verklemmte Sprache weg, bleibt übrig: Hähnchenfleisch macht schwul. Und Morales hatte noch einen Spruch auf Lager: Genkartoffeln machen kahlköpfig. Leider hat Morales seine Gedanken nicht weiter ausgeführt. Schade. Zum einen bringt es einen völlig neuen Blickwinkel auf das Sozialgefüge von Skinheads. Zum anderen fiel mir da das schwule und kahlköpfige Pop-Duo Right Said Fred ein, die Morales zufolge große Fans von Hähnchen und Pommes sein müssen. Ein paar Tipps für alle, die Right Said Fred nicht kennen: Die sehen aus wie die Blue Man Group nach dem Abschminken und haben uns beglückt mit Liedern wie „I&#8217;m too sexy“ oder „You&#8217;re my mate“ oder auch „Stand up for the champions“.</p>
<p>Machen wir&#8217;s kurz: Ich hab keine Ahnung, was Right Said Fred im Tourbus so futtern. Aber wenn man ihre Musik hört, wird klar, dass Homosexualität und Kahlköpfigkeit nun wirklich nicht ihr Problem sind.<br />
Und so packen wir Evo Morales&#8217; medizinisches Wissen in die gleiche Ecke wie die folgenden Erkenntnisse: Kondome begünstigen die Verbreitung von Aids, Sex vor der Ehe macht depressiv und Onanie sorgt für Rückenmarkschwund. Nun also auch: Hähnchen machen schwul. Und Genkartoffeln machen Glatze. Darauf einmal die Chicken Nuggets mit großer Pommes, bitte. Und natürlich mit Cola. Übrigens: Cola ist weniger ein Getränk, sondern vielmehr ein Mittel gegen verstopfte Abflussrohre. Wer das gesagt hat? Erraten.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Zu: Staub</title>
		<link>http://nochweiter.de/blog/kolumne-der-woche/2010/04/16/0681_zu-staub/</link>
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		<pubDate>Fri, 16 Apr 2010 12:27:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumne der Woche]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In weiten Teilen Europas ist zur Zeit das Fliegen unmöglich. Grund dafür ist der Vulkanausbruch auf Island und die große Aschewolke, die sich danach weit ausgebreitet hat. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel ist davon betroffen: Eigentlich sollte sie nach ihrer USA-Reise Freitagnachmittag in Berlin ankommen. Doch ihr Flugzeug musste schon in Lissabon landen. Unser Kolumnist Jan Kröger plant, aus dieser Geschichte den Blockbuster des Jahres zu machen. Der Teaser ist immerhin schon fertig.<span id="more-681"></span></p>
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		<item>
		<title>Zu: Ilse Aigner</title>
		<link>http://nochweiter.de/blog/kolumne-der-woche/2010/04/09/0677_zu-ilse-aigner/</link>
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		<pubDate>Fri, 09 Apr 2010 16:34:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumne der Woche]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer sich bei Facebook anmeldet, der muss damit rechnen, dass Facebook seine Daten weitergibt an Firmenpartner. Schließlich finanziert sich das Unternehmen auf diese Weise. Eigentlich nichts Neues. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner hat das in dieser Woche dennoch zum Anlass genommen, sich öffentlich mit Facebook anzulegen. Unser Kolumnist Jan Kröger überlegt, was sie dazu gebracht hat.<span id="more-677"></span></p>
<p><em>In Kooperation mit <a href="http://detektor.fm/">detektor.fm</a> // <a href="http://detektor.fm/kultur/kolumne-der-woche-facebook-aussteiger-und-ilse-aigner/">lieber anhören?</a></em></p>
<p>Wer beruflich oder privat klugscheißt, der braucht immer ein paar Allzweckwörter, damit ihm überhaupt jemand zuhört. Vor ein paar Jahren hieß dieses Wort: „Globalisierung“ &#8211; das Kopfnicken im Publikum war garantiert. Was macht eigentlich die Globalisierung heute? Die zwanghaften Leserbriefschreiber und Podiumsdiskussionszwischenfrager vernachlässigen sie. Wer heute klugscheißt, beherrscht den virtuosen Einsatz der Worte „Twitter“, „Google“ und „Facebook“.</p>
<p>Genau das hat Ilse Aigner getan. Die Welt war schockiert, denn sie deckte Unglaubliches auf: Facebook gibt Daten weiter. Da drängt sich natürlich sofort eine Frage auf, nämlich: Ilse wer?<br />
Genau das muss sie sich auch gedacht haben, die Bundesministerin für Verbraucherschutz: Jetzt soll die Welt mich kennenlernen, ich leg mich mit Facebook an. Immerhin reichte es für einen Auftritt in der Talkshow von Maybritt Illner. Maybritt wer? Ist egal, die findet man bei Facebook.</p>
<p>Das Thema lautet also zusammengefasst: Unbekannte Ministerin sucht Bekanntheit durch längst bekanntes Problem. Das Problem sieht so aus: Sagen wir mal, Thomas und Maik sind Facebook-Freunde. Im realen Leben spannt jetzt der Thomas dem Maik die Freundin aus. Was macht Maik als moderner Mensch, der gerade gehörnt wurde? Richtig, er loggt sich bei Facebook ein und ändert seinen Beziehungsstatus. Jetzt können alle lesen, dass Maik wieder Single ist, natürlich auch Thomas, der das Ganze souverän kommentiert mit: „Thomas gefällt das.“</p>
<p>Und was macht Maik als moderner Mensch, der gerade gehörnt und noch zusätzlich verhöhnt wurde? Er greift zum härtesten aller Mittel &#8211; und kündigt Thomas die Facebook-Freundschaft. Und während Maik jetzt völlig am Ende ist, kommt auch noch Ilse Aigner daher und sagt: „Maik, schau mal: Das alles ist doch noch gar kein Drama. Aber wenn du morgen eine Email von Amazon bekommst mit einer Buchempfehlung wie &#8216;Single sein ist doch auch ganz nett&#8217;, erst dann ist das wirklich ein Problem.“</p>
<p>Als Alternative bleibt da nur der Ausstieg. Und es wird nicht mehr lange dauern, dann werden Leute in öffentlich-rechtlichen Talkshows zu Gast sein, bloß weil sie Facebook-Aussteiger sind. Vielleicht ja auch Ilse Aigner. Bleibt die Frage: Was passiert, wenn Ilse Aigner bei Facebook aussteigt? Ganz einfach: Dann bleibt alles beim Alten. Dann hat Ilse Aigner: kein Profil.</p>
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		</item>
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		<title>Äthiopier, Löwe und Co.</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Apr 2010 13:00:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jonathan.fasel</dc:creator>
				<category><![CDATA[12. Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Leseproben]]></category>

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		<description><![CDATA[Sollte man im neuen Tierpark, den Leipzigs äthiopische Partnerstadt Addis Abeba gerade mit Unterstützung von Leipziger Zoomitarbeiter plant, Sachsen ausstellen? Eher nicht. Und doch machte Leipzigs Zoo-Gründer vor 100 Jahren ziemlich genau das mit Äthiopiern, finanzierte damit das erste Raubtiergehege.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sollte man im neuen Tierpark, den Leipzigs äthiopische Partnerstadt Addis Abeba gerade mit Unterstützung von Leipziger Zoomitarbeiter plant, Sachsen ausstellen? Eher nicht. Und doch machte Leipzigs Zoo-Gründer vor 100 Jahren ziemlich genau das mit Äthiopiern, finanzierte damit das erste Raubtiergehege.<br />
<span id="more-648"></span><br />
<em>Von Jonathan Fasel, Franziska Gaube und Dirk Stascheit</em></p>
<p>Wir schreiben das Jahr 1906. Lautes Wehklagen erfüllt den Leipziger Südfriedhof. Eine seltsame Prozession wandelt unter den Bäumen. Die Gruppe aus Äthiopiern und Deutschen trägt einen Sarg.  Die Äthiopier beklagen laut den Verlust eines ihrer Männer: Hassan Essaha. Er war 33 Jahre alt, als er hier in Leipzig bei einer Völkerschau an Lungenentzündung erkrankte und schließlich verstarb.</p>
<p>Damit beginnt die lange Verbundenheit zwischen Leipzig und Äthiopien, insbesondere der Partnerstadt Addis Abeba: die Geschichte einer nicht immer einfachen, aber immer intensiveren Freundschaft, die auch immer mit dem Leipziger Zoo zu tun hat.</p>
<p>(…)<br />
Dies ist eine Leseprobe.<br />
Der gesamte Text findet sich in Weiter.12 (<a href="http://bestellen.nochweiter.de/auswahl/gedruckt/heft-12">bestellen</a>,<a href="http://nochweiter.de/kaufen"> selbst kaufen</a>, <a href="http://volltext.nochweiter.de">ePaper</a>)</p>
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		<title>„Rücksicht erzwingen“</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Apr 2010 12:58:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jonathan.fasel</dc:creator>
				<category><![CDATA[12. Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Leseproben]]></category>

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		<description><![CDATA[Fahrradstadt Leipzig? Pustekuchen. Gerade einmal 14,4 Prozent der Verkehrsteilnehmer treten hierzustadte in die Pedale. Zu wenig, findet auch Torsten Schönebaum. Der Fahrradfahrer aus Überzeugung kennt die Knackpunkte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fahrradstadt Leipzig? Pustekuchen. Gerade einmal 14,4 Prozent der Verkehrsteilnehmer treten hierzustadte in die Pedale. Zu wenig, findet auch Torsten Schönebaum. Der Fahrradfahrer aus Überzeugung kennt die Knackpunkte.<span id="more-657"></span></p>
<p><em>Das Gespräch führten Dirk Stascheit und Jonathan Fasel<br />
</em><br />
<em>Warum Critical Mass?<br />
</em>In der großen Gruppe durch die Gegend fahren – das hat Vorteile. Man wird sichtbarer.</p>
<p><em>Bedeutet das auch Protest?<br />
</em>Das muss jeder der Teilnehmer für sich selbst entscheiden. Die Leute kommen aus den unterschiedlichsten Gründen zu Critical Mass – um mit der Klingel auf sich aufmerksam zu machen, oder weil sie wollen, dass es mehr Radwege gibt. Manche wollen, dass Autofahrer sie wahrnehmen, sie zum Beispiel nicht zu knapp überholen. Und: Es macht auch einfach Spaß, in der großen Gruppe Rad zu fahren, fetzt.</p>
<p><em>Wo sind die unangenehmen Stellen für Radfahrer?<br />
</em>Auf Radwegen, vor allem auf linksseitigen. Radwege-Kritiker nennen die, wegen der roten Farbe auf dem Boden, auch Blutspur. Autofahrer nehmen nur ihr unmittelbares Umfeld wahr, Radfahrer auf Radwegen werden häufiger übersehen. Jeweils wo Kreuzungen sind, Radler wieder auf die Fahrbahn kommen. Vor allem, wenn die Radler die falsche Straßenseite benutzen.</p>
<p><em>Moment, Radwege als Gefahrenquelle?<br />
</em>Ja. Das ist ein Dilemma.</p>
<p>(…)</p>
<p>Dies ist eine Leseprobe.<br />
Der gesamte Text findet sich in Weiter.12 (<a href="http://bestellen.nochweiter.de/auswahl/gedruckt/heft-12">bestellen</a>,<a href="http://nochweiter.de/kaufen"> selbst kaufen</a>, <a href="http://volltext.nochweiter.de">ePaper</a>)</p>
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		<title>Zu: Aprilscherze, Lasse Bumsen und Guido</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Apr 2010 10:00:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumne der Woche]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die EU will nach Glühbirnen jetzt Duschköpfe verbieten, Verkehrsminister Ramsauer fordert innerorts überall Tempo 30 – am 1. April vermelden die Medien eigentlich genauso viel Unwahres wie sonst auch, nur heute hat es einen offensichtlichen Grund. Ob Zeitung, Fernsehsender, Blog oder Presseabteilung – überall lassen sich Leute einen Aprilscherz einfallen. Dabei taucht der Aprilscherz im Alltag kaum noch auf, findet unser Kolumnist Jan Kröger.<span id="more-643"></span></p>
<p><em>In Kooperation mit <a href="http://detektor.fm">detektor.fm</a> // <a href="http://detektor.fm/kultur/kolumne-der-woche-aprilscherze-lasse-bumsen-und-guido/">lieber anhören?</a></em></p>
<p>Ich muss so sieben oder acht Jahre alt gewesen sein, da weckte mich mein Vater mit den Worten: „Jan, hinterm Haus, da steht ein riesiges Pferd!“ Naja, das Pferd stand natürlich nicht mal aufm Flur, aber viel wichtiger ist: Das ist tatsächlich der letzte Aprilscherz, an den ich mich erinnern kann. Was vielleicht daran liegt, dass gute Aprilscherze einfach schwer sind. Oft sieht das so aus wie Stefan Raab bei „TV Total“: Da will jemand witzig sein und am Ende lacht nur er selbst. So macht Verarschen natürlich keinen Spaß. Auch mein Lieblingsscherz aus vorpubertären Tagen, der Telefonstreich mit der Bombendrohung, war mir irgendwann zu doof – und hätte spätestens ab dem 11. September auch zu gewissen Komplikationen geführt.</p>
<p>Also überlassen wir die Aprilscherze denjenigen, die daran gewöhnt sind, auf die Schnauze zu fliegen: den Medien. Sonderlich einfallsreich sind die nicht. Dieses Jahr geht es meist um Themen, um die es eh schon zu oft geht, nämlich Google, Apple, Google, Facebook und Google. Da ist sogar die CDU kreativer, die im Landtag von Schleswig-Holstein das Bernsteinzimmer gefunden hat. Die Tierschutzorganisation PETA vermeldet, unter dem Motto „Lieber nackt als Pelz tragen“ würde sich Guido Westerwelle für sie ausziehen. Und eine Menschenrechtscombo namens Survival International erfindet einen botsuanischen Minister für das Wohlbefinden der Buschleute, der Lasstsie Biertrinken heißt. Was einerseits so afrikanisch anmutet wie letztes Jahr Undercover-Journalist Günter Wallraff, als der sich schwarz anmalen ließ, um so zu recherchieren, wie es Afrikanern in Deutschland ergeht. Man sah die Fotos und sagte sich: „Hey, das ist ja Günter Wallraff, und er hat sich schwarz angemalt.“ Andererseits mag ich Lasstsie Biertrinken, weil er an legendäre Kalauer erinnert wie den chinesischen Sportminister Do Ping oder den dänischen Familienminister Lasse Bumsen.</p>
<p>Am besten sind aber Meldungen, die wie ein Aprilscherz klingen, aber tatsächlich ernst gemeint sind. Auch sowas hab ich heut gelesen. In einem Interview sagte Philipp Mißfelder von der CDU: „Schwarz-Gelb ist ein Traum“. Philipp Mißfelder, das ist einer dieser Jungpolitiker, die sich sprachlich so elegant bewegen wie Dieter Althaus auf der Skipiste. Die so auftreten, als wären sie als Kleinkind sogar von Oma in die Pfütze geschubst worden. Der Vorsitzende der Jungen Union eben. „Schwarz-Gelb ist ein Traum“ &#8211; klingt tatsächlich nach Aprilscherz, stimmt aber. Hab nämlich nachgekuckt, wie Träume in der Psychologie definiert werden: „Ein Traum, das ist eine bizarre oder halluzinatorische mentale Aktivität.“ Und das muss ich jetzt gar nicht weiter kommentieren, oder?</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Zu: Griechenland</title>
		<link>http://nochweiter.de/blog/kolumne-der-woche/2010/03/26/0639_zu-griechenland/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Mar 2010 15:20:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumne der Woche]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Europäische Union wurde in den vergangenen Wochen vor allem ein Land zum Thema: Griechenland. Das Land ist hoch verschuldet, die Euro-Staaten stritten darum, ob und wie man Griechenland helfen soll. Gestern gab es eine Einigung auf dem EU-Gipfel – und damit endete wohl auch eine wochenlange öffentliche Debatte, die unser Kolumnist <em>Jan Kröger</em> eigentlich ziemlich interessant fand. <span id="more-639"></span></p>
<p><em>In Kooperation mit <a href="http://detektor.fm">detektor.fm</a> // lieber anhören?</em></p>
<p>Mensch, was war das mal wieder ’ne große Zeit für kleingeistigen Journalismus. Ich mein, vom „Focus“ ist man ja Schund gewohnt, aber von der „Bild“-Zeitung?! Seit Wochen schreibt die nämlich nicht mehr über Griechenland, sondern nennt das Land immer nur: „die Pleite-Griechen“. Und der „Focus“ dichtete die denkwürdige Schlagzeile „Griechenland – 2000 Jahre Verfall“.</p>
<p>Wie gut, dass Schund eine internationale Seuche ist: So hat sich denn auch eine griechische Zeitung anständig revanchiert und Angela Merkel mit Hitler verglichen, in einer anderen wurde ein Bild des Brandenburger Tors mit Hakenkreuzfahnen versehen. Wie putzig!</p>
<p>Da frag ich mich nur: Warum holen die den blöden Nazivergleich aus dem Führerbunker hoch, wenn es doch etwas gab, das ich wirklich nervig fand an dieser Griechenland-Debatte &#8211; nämlich diese Klugscheißerei, frei nach dem Minderwertigkeitskomplex: Wir Deutschen, wir machen immer die Drecksarbeit &#8211; und keiner hat uns lieb.</p>
<p>Denn worum geht es denn bei einer Schlagzeile wie „Griechenland – 2000 Jahre Verfall“? Es geht darum zu sagen: Tja, ihr Griechen, tolle Philosophen hattet ihr mal &#8211; aber nun müssen wir euch zeigen, wo die Götter den Nektar holen. Eine große Geschichte habt ihr, aber es musste ja erst ein Deutscher kommen, damit Troja ausgegraben wird.</p>
<p>Und diese Klugscheißerei hat Tradition: 2004 wurde Griechenland Fußball-Europameister, hierzulande hieß es: „Otto Rehhagel ist Europameister!“ Wenige Wochen später fand Olympia in Athen statt – und für jede deutsche Zeitung war da schon lange klar, dass die Griechen ihr Olympiastadion nicht pünktlich fertig bauen werden. Komischerweise stand das Ding dann doch. Muss wohl ’ne deutsche Baufirma gewesen sein.</p>
<p>Übrigens fahren in diesem Jahr bisher deutlich weniger Deutsche nach Griechenland in Urlaub. Was ja logisch ist, denn jetzt wo das Land kein Geld mehr hat, ist natürlich der Himmel auch nicht mehr blau und jede dritte Kykladeninsel ist im Meer versunken. Wie Atlantis. Das habt ihr Griechen ja auch noch immer nicht gefunden. Muss wohl wieder ein Deutscher kommen.</p>
<p>Also, um das Ganze auf eine Aussage zusammenzufassen: Ihr Griechen habt für euren Verfall 2000 Jahre gebraucht. Wir Deutschen, wir haben den Verfall damals in den 30ern in weniger als zwölf Jahren geschafft!</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Nicht nur reden, sondern anfangen</title>
		<link>http://nochweiter.de/leseproben/2010/03/26/0633_nicht-nur-reden-sondern-anfangen/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Mar 2010 08:07:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[11. Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Leseproben]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn die Gründer der Initiative „Synagieren“ von „Ideenriesen“ und „Tatenzwergen“ sprechen, erzählen sie kein modernes Märchen. Vielmehr beschreiben sie ihr Vorhaben, nicht nur über Verantwortung fürs Gemeinwohl zu reden, sondern am besten gleich damit anzufangen.<br />
<span id="more-633"></span><br />
<em>Von Claudia Laßlop</em></p>
<p>Bei Synagieren geht es um Anfänge im Kleinen, Schritt für Schritt, hier und jetzt. Die Synagenten sind Tatenzwerge und auf der Suche nach anderen, die anfangen wollen. Bei einem Wirkcamp in Leipzig wollen sie vom 7. bis 9. Mai einiges in Bewegung bringen. Nicht nur aus Leipzig, sondern auch aus zahlreichen anderen Städten kommen Teilnehmer, die in drei Tagen verschiedene Projekte bearbeiten. Nach Würzburg ist Leipzig die zweite Stadt, in der ausgehend von lokalen Besonderheiten Veränderungen begonnen werden sollen – in sozialer wie auch ökologischer Hinsicht, in Bereichen wie Stadtentwicklung, Umwelt oder Energienutzung.</p>
<p>(&#8230;)</p>
<p>Dies ist eine Leseprobe.<br />
Der gesamte Text findet sich in Weiter.11 (<a href="http://bestellen.nochweiter.de/auswahl/gedruckt/heft-11">bestellen</a>,  <a href="../leseproben/2010/03/26/kaufen">selbst  kaufen</a>, <a href="http://bestellen.nochweiter.de/elektronisch/weiter-volltext/">ePaper</a>)</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Alles fließt. Wasser und Euros</title>
		<link>http://nochweiter.de/leseproben/2010/03/26/0623_alles-fliest-wasser-und-euros/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Mar 2010 08:02:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[11. Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Leseproben]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie weiter mit Leipzigs Wasserwegen? Wie entstand die Costa Cospuda? Und wie bastelt man einen Fluss? Fragen über Fragen, wir haben – pünktlich zum Start der Paddelsaison – nachgefragt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie weiter mit Leipzigs Wasserwegen? Wie entstand die Costa Cospuda? Und wie bastelt man einen Fluss? Fragen über Fragen, wir haben – pünktlich zum Start der Paddelsaison – nachgefragt.<br />
<span id="more-623"></span><br />
<em>Von Hannes Engl, Franziska Gaube und Dirk Stascheit</em></p>
<p>STADT<br />
Leipzigs Wasserliebhaber kann scheinbar nichts schrecken, weder Smog noch braune Brühe. Sowohl Mitglieder des Rudervereins Triton als auch die Sportler der DHfK, die in den Sechzigern sogar ein neues Bootshaus an der Elster bauten, trotzten lange Jahre der dunklen, undefinierbaren Substanz auf Wasserbasis mit einem Schuss Phenol, die noch vor nicht allzulanger Zeit Leipzigs Flüsse hinab floss.<br />
Als nach dem Zusammenbruch der Industrien in Ostdeutschland das Wasser wieder sauberer wurde, vermehrten sich die Paddler schlagartig. Neben dem harten Kern paddeln nun auch Ausflügler und Fitnessbegeisterte flussauf, flussab durch Elster, Luppe, und unter anderem, gegen den ausdrücklichen Willen der Eisvögel, auch durch den Floßgraben (andere Medien berichteten).</p>
<p>LAND<br />
Genauer gesagt: Neuseenland. Am Nordufer des Cospudener Sees stehend mit Blick auf das noch kalte, glasklare Wasser, ist es nicht leicht, sich dies als Kohlegrube vorzustellen. Dabei verdankt Leipzig seine „Badewanne Nummer 1“ dem Braunkohlebergbau.<br />
Der war zwar einer der kurzlebigsten, aber auch rentabelsten in der damaligen DDR.</p>
<p>(&#8230;)</p>
<p>FLUSS<br />
Nachdem jahrzehntelang durch Kohlebergbau der Grundwasserspiegel gesenkt wurde, wird es für den Auewald langsam unangenehm. Altarme, Lachen und Senken drohen auszutrocknen, der eigentlich typische Hartholzbestand nimmt immer weiter ab, vor allem Eichen fehlen zunehmend.</p>
<p>(&#8230;)</p>
<p>Dies ist eine Leseprobe – der gesamte Text findet sich in Weiter.11 (<a href="http://bestellen.nochweiter.de/auswahl/gedruckt/heft-11">bestellen</a>, <a href="../kaufen">selbst kaufen</a>, <a href="http://bestellen.nochweiter.de/elektronisch/weiter-volltext/">ePaper</a>)</p>
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		<item>
		<title>Zu: Plagiats-Debatte</title>
		<link>http://nochweiter.de/blog/kolumne-der-woche/2010/03/20/0619_zu-plagiats-debatte/</link>
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		<pubDate>Sat, 20 Mar 2010 12:05:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumne der Woche]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Leipzig findet zur Zeit die Buchmesse statt. Und die hat in den vergangenen Tagen für Schlagzeilen gesorgt: Für den Preis der Buchmesse wurde nämlich auch Helene Hegemann nominiert – die 18-jährige Autorin hatte jedoch weite Teile ihres Roman „Axolotl Roadkill“ wortwörtlich von einem Blogger abgeschrieben. Andere Schriftsteller wollten daraufhin eine Diskussion über das Urheberrecht lostreten, unter ihnen auch Günter Grass. Ob diese Diskussion zu etwas führt, ist noch unklar, aber immerhin macht unser Kolumnist Jan Kröger schon mal mit.<span id="more-619"></span></p>
<p><em>In Kooperation mit <a href="http://detektor.fm">detektor.fm</a> // lieber anhören? <a href="http://detektor.fm/kultur/kolumne-der-woche-heute-das-plagiat/">Hier gibt es den Beitrag</a>.</em></p>
<p>Eines gleich mal vorweg: Diesen Roman von Helene Hegemann hab ich natürlich nicht gelesen. Wie wahrscheinlich die meisten, die sich jetzt dazu äußern. Aber ich hab mir Kritiken dazu angesehen, und wenn ich lese, das Buch sei die „halluzinatorische Entladung eines traumatisierten Bewusstseins sowie die gleichzeitige Parodie davon“ &#8211; nun, wer unbedingt sowas braucht, sollte viel lieber ein Familientreffen organisieren. Auch da gibt es oft genug traumatisiertes Bewusstsein, das sich halluzinatorisch entlädt.</p>
<p>Aber gut, das eigentliche Thema kapiert man auch, ohne das Buch zu lesen: Helene Hegemanns Bewusstsein war dermaßen traumatisiert, dass sie kopierte Texte als ihre eigenen verkauft hat. Es geht also um das Urheberrecht. Der Sinn dahinter lässt sich mit einem Beispiel aus der Musik erklären: Es gibt diesen Song von Billy Joel: „Uptown Girl“. Vor einigen Jahren kam dann Westlife, eine Boygroup aus Irland, auf die Idee, genau dieses Lied zu covern. Sagen wir es mal so: Der Ire an sich kann verdammt gut singen. Dass der Gesang aber umso besser wird, je mehr Iren gleichzeitig singen – das ist ein Fehlschluss. Diese zutiefst wissenschaftliche Erkenntnis stammt aus den 90er Jahren und heißt Kelly Family-Gesetz. Kurz gesagt: Wäre ich Billy Joel, hätte ich aber auf jeden Cent meiner Tantiemen gepocht. Und damit hätte ich dann einen Fonds angelegt und Schmerzensgeld gezahlt an alle, die im falschen Moment das Radio oder MTV eingeschaltet hatten und unfreiwillig Westlife hören mussten.</p>
<p>Natürlich gibt es auch die Gegenbeispiele in der Musik: Manche Lieder sind erst als Coverversion zur Legende geworden. Frank Sinatra war längst nicht der Erste, der „My way“ gesungen hat – aber seine Stimme hat dem Lied erst den berühmten Klang verpasst.</p>
<p>Wer schreibt, hat dagegen keine Stimme, die alles neu macht, selbst wenn der Text absolut gleich ist. Wenn Literaturkritiker Helene Hegemanns Buch also als „Roman ihrer Generation“ feiern – dann kann ich auch eine Diplomarbeit verfassen, in der ich fremdes Wissen als mein eigenes verkaufe. Und wenn der Professor mich dann dezent darauf hinweist, dann sag ich ganz souverän: „Das ist die Diplomarbeit meiner Generation.“</p>
<p>Also, ich würde es auch nicht mögen, wenn sich irgendjemand an meinen Ideen bereichert. Wobei man schon ein ziemlich traumatisiertes Bewusstsein bräuchte, um sich davon irgendwas zu versprechen. Nur eins muss man Helene Hegemann lassen: Sie hat niemandem geschadet. Denn abgeschrieben hat sie aus dem Buch eines Bloggers namens Airen. Und hat den vorher eigentlich irgendjemand gekannt?</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>„Schwein sein, das ist heute noch viel aktueller“</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Mar 2010 09:34:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[10. Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Leseproben]]></category>

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		<description><![CDATA[Er war der Vorzeige-Ossi, sang über sein Fahrrad und wenn ihn eine Sache richtig nervt, dann sind das Nazis:
Sebastian Krumbiegel ist einer der bekanntesten Leipziger Bürger. Und einer, der ungeniert den Mund aufmacht. Auch, wenn sein Gegenüber Roland Koch heißt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Er war der Vorzeige-Ossi, sang über sein Fahrrad und wenn ihn eine Sache richtig nervt, dann sind das Nazis: Sebastian Krumbiegel ist einer der bekanntesten Leipziger Bürger. Und einer, der ungeniert den Mund aufmacht. Auch, wenn sein Gegenüber Roland Koch heißt.<br />
<span id="more-585"></span><br />
<em>Das Gespräch führten Jonathan Fasel und Katharina Seibt</em></p>
<p><a href="http://nochweiter.de/leseproben/2010/03/12/sebastian-krumbiegel/attachment/krumbiegel2/" rel="attachment wp-att-603"><img src="http://nochweiter.de/wp-content/uploads/Krumbiegel2-e1268387832308-300x124.jpg" alt="Sebastian Krumbiegel" title="Sebastian Krumbiegel" width="300" height="124" class="alignright size-medium wp-image-603" /></a>Ein Café in der Leipziger Innenstadt. Krumbiegel hat den Ort am Markt abgelehnt, will sich hier treffen. Wegen der Parkplätze: Er fährt mit einer Familienkutsche vor. Hat eben noch die Kinder weggebracht. Sofort ist er im Gespräch, fixiert sein Gegenüber. Seine Stimme ist überraschend tief.</p>
<p>(&#8230;)</p>
<p><em>In euren Anfängen wart Ihr eine Art Aushängeschild für Ostdeutschland. War das damals eine bewusste Entscheidung?<br />
</em>Nein. Das kannst Du gar nicht entscheiden. Fakt ist, dass uns das geholfen hat. Dass es aber auch ein Stempel war, der uns aufgedrückt wurde. Am Ende sagten die Leute im Osten: „Unsere Jungs, da sind wir stolz drauf.“ Und die Leute im Westen sagten: „Kuckt mal hier, die Ossis! Wenn die sich ein bisschen Mühe geben, dann geht das doch.“ Heute fragt keiner mehr eine Band, ob sie aus dem Osten oder Westen kommt.</p>
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		<title>Die Fördermeile</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Mar 2010 09:16:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[10. Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Leseproben]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hohe Arbeitslosigkeit, viel Kriminalität – dafür ist der Leipziger Osten um die Eisenbahnstraße bekannt. Doch in dem alten Arbeiterviertel tut sich etwas. Durch EU-Beihilfen wird die Eisenbahnstraße zur Fördermeile.<span id="more-575"></span></p>
<p><em>Von Nora Gohlke und Johannes Kiehl</em></p>
<p><a rel="attachment wp-att-576" href="http://nochweiter.de/leseproben/2010/03/12/die-fordermeile/attachment/eisenbahn/"><img class="alignright size-medium wp-image-576" title="Eisenbahnstraße" src="http://nochweiter.de/wp-content/uploads/eisenbahn-300x201.jpg" alt="Eisenbahnstraße" width="300" height="201" /></a>An der Hermann-Liebmann-Straße im Leipziger Osten wirbt die Spezialitätenmetzgerei „Dr. Sehmisch“ mit auffälligen Symbolen. Zwei durchgestrichene Tierköpfe signalisieren: Hier gibt es weder Rind noch Schwein. Dr. Gerald Sehmisch hat nämlich alles andere: Gans, Strauß, Büffel und Nutria, das ist ein entfernter, aber dem Vernehmen nach schmackhafter Verwandter des Meerschweinchens.</p>
<p>Der Standort hat Tradition: Hier gab es schon 1950 eine Wildmetzgerei, später an die staatliche Handelsorganisation angegliedert.</p>
<p>(&#8230;)</p>
<p>Durch die Fensterscheiben dringt Verkehrslärm in das kleine Besprechungszimmer des InfoCenters Eisenbahnstraße. Der Feierabendverkehr rauscht vorüber, die Bahnen fahren, einmal tönt eine Polizeisirene auf. „Na, das passt ja“, bemerkt Dr. Michael Behling ironisch.</p>
<p>Behling ist im Auftrag der Stadt Koordinator für Wirtschaft und Beschäftigung im Leipziger Osten. Zwei bis drei Tage die Woche berät er Unternehmen im InfoCenter, den Rest der Zeit geht er seiner privaten Unternehmensberatung nach. Mit seiner Bemerkung spielt er auf das Klischee vom Leipziger Osten an: Wohnungsleerstand, Arbeitslosigkeit, schwache Wirtschaftsstruktur, Kriminalität, eine florierende Drogenszene.</p>
<p>„Das war nicht immer so“, erzählt Behling, (&#8230;.).</p>
<p>Dies ist eine Leseprobe – der gesamte Text findet sich in Weiter.10 (<a href="http://bestellen.nochweiter.de/auswahl/gedruckt/heft-10">bestellen</a>, <a href="http://nochweiter.de/kaufen">kaufen</a>,<a href="http://bestellen.nochweiter.de/elektronisch/weiter-volltext/">ePaper</a>)</p>
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		<title>Zu: Äbbelwoi</title>
		<link>http://nochweiter.de/blog/kolumne-der-woche/2010/03/12/0616_zu-abbelwoi/</link>
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		<pubDate>Fri, 12 Mar 2010 07:24:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumne der Woche]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Drei Wochen lang war unser Kolumnist Jan Kröger im Ausland unterwegs. Nun ist er zurück in Deutschland – und musste erstmal feststellen, dass es um eine der ältesten Institutionen unseres Landes gerade ganz schlecht bestellt ist: die Kirche. Fast jeden Tag gibt es neue Missbrauchsvorwürfe gegen katholische Priester. Und die evangelische Kirche hat wiederum ganz andere Probleme. <span id="more-616"></span></p>
<p><em>In Kooperation mit <a href="http://detektor.fm">detektor.fm</a> // lieber anhören? <a href="http://detektor.fm/kultur/kolumne-der-woche-heute-die-kirche/">Hier gibt es den Beitrag</a>.</em></p>
<p>Am Wochenende hab ich meinen Onkel besucht. Der wohnt in der Nähe von Frankfurt, und damit ich auch was von der hessischen Kultur mitkriege, hat er mich mitgenommen in eine Äbbelwoi-Schenke. Für alle, die sich da nicht so auskennen, hier ein kleiner Crashkurs: Äbbelwoi ist Apfelwein und ist sowas wie das hessische Nationalgetränk. </p>
<p>Es wird ausgeschenkt im Bembel – ein Krug, der nen ziemlich dicken Bauch hat, soll heißen: ein Abbild der meisten Gäste in der Schenke. Dort sitzt man dann musikantenstadlmäßig mit wildfremden Leuten am Tisch. Man unterhält sich über unbefangene Themen wie das Wetter oder Essen oder Homosexualität. Und da sagte doch eine Tischnachbarin den schönen Satz: „Schwul oder lesbisch sein, das ist noch lange net so schlimm wie wenn man sich an Kindern vergehe tät“.</p>
<p>So ein Satz in einer Äbbelwoi-Schenke, das bedeutet: Vernichtender kann ein Urteil über die katholische Kirche gar nicht ausfallen. Und die Kirche tut auch nichts, um dieses Vertrauen wieder aufzubauen. Nehmen wir als Beispiel nur mal die Brüder Ratzinger. Georg Ratzinger war Kapellmeister der Regensburger Domspatzen. </p>
<p>Er redet wie ein klassischer Mitläufer: „Wenn ich gewusst hätte, wie heftig der Direktor die Domspatzen prügelte, dann hätte ich etwas gesagt.“ Dabei müsste er wissen, dass Sätze, die mit „Wenn ich gewusst hätte“ beginnen, schon seit Adolfs Zeiten unglaubwürdig klingen.</p>
<p>Sein Bruder Joseph Ratzinger ist dagegen Kapellmeister in Rom. Er verhält sich wie ein Sportfunktionär, dessen Athleten reihenweise des Dopings überführt werden: Er sagt und tut erstmal gar nichts, so als würde es noch eine B-Probe geben – was auch immer die sein mag.</p>
<p>Nun könnte es ja Katholiken geben, die das Fremdschämen satt haben. Das Problem: Die Protestanten sind mal wieder keine Alternative. Gerade hatten sie eine Person an der Spitze, die ausnahmsweise nicht so auftrat wie eine Eule, die bei minus 20 Grad im Glockenturm erfroren war. Die auch mal mit 1,5 Promille Auto fährt. </p>
<p>Aber was macht Margot Käßmann? Zurücktreten. Und auch noch deswegen. Eine vorschnelle Reaktion. Denn es gab doch andere Möglichkeiten: Margot Käßmann hätte in die Offensive gehen sollen. Jede evangelische Gemeinde, die was auf sich hält, hätte ne kleine Kneipe bekommen, wo man vom Käßmann-Bier bis zum Käßmann-Cocktail so ziemlich alles kriegt, was die Leber begehrt. </p>
<p>Und damit es nicht zu weltlich wird, stünden überall an der Wand Bibelzitate wie zum Beispiel: „Du lässest Gras wachsen und Saat zu Nutz den Menschen, dass der Wein erfreue des Menschen Herz.“ Steht tatsächlich da drin, Psalm 104. Also, Margot, vielleicht überlegst du&#8217;s dir nochmal. Den Menschen in der Äbbelwoi-Schenke tät&#8217;s auf jeden Fall gefallen.</p>
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		<title>Der bürgerliche Gruppenreisende</title>
		<link>http://nochweiter.de/blog/kolumne-der-woche/2010/03/05/0537_der-burgerliche-gruppenreisende/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 09:11:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumne der Woche]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unser Kolumnist Jan Kröger reist gerade durch die Weltgeschichte. Deswegen spricht er zur Zeit auch nicht über aktuelle Ereignisse. Stattdessen hat er sich Gedanken gemacht über das Reisen selbst: In diesen Wochen stellt er ihnen drei klassische Reisetypen vor. Den Anfang hat der weltoffene Jungakademiker gemacht – und heute geht es um: den bürgerlichen Gruppenreisenden. <span id="more-537"></span></p>
<p>Der bürgerliche Gruppenreisende fährt in den Urlaub, damit dort eigentlich alles genauso ist wie zuhause. Höchstens ein bisschen sonniger. Aber bitte auch nicht zu sonnig. Einfach im klimatisierten Reisebus umherfahren und Fotos machen. Wie schön! Gleichzeitig amüsiert er sich über die Japaner: Die fahren ja nur im klimatisierten Reisebus umher und machen Fotos. Wie drollig!</p>
<p>Die Reisegruppe kennt sich meist schon. Im Idealfall aus dem Verein. Und ein Verein soll ja nicht aussehen wie ein bunter Haufen Fleischwolfreste, sondern wie ein einheitlicher Haufen. Deswegen haben auch alle das gleiche Hemd an. Darauf steht noch einmal ganz genau geschrieben, wo es hingeht, von wann bis wann die Reise dauert und wie der Verein überhaupt heißt. Der Eingeborene soll schließlich sehen: Da kommt nicht irgendwer, da kommt Germania 05. Das Hemd steckt grundsätzlich fest in der kurzen Hose, und ich weiß nicht warum, aber: Die Hose wird immer genau so gegürtelt, dass der Wirtschaftswunderbauch richtig schön zum Vorschein kommt.</p>
<p>Das Reisen in der Gruppe findet für die meisten im Passiv statt: Es wird gefrühstückt, es wird gezeigt, um halb eins wird gegessen, es wird gewandert und – das ist mein Liebling – es wird Freizeit angeordnet.</p>
<p>Wenn alles vorbei ist, verfasst ein Mitglied einen Reisebericht für die Vereinszeitung, der so lang ist, dass nur diejenigen ihn lesen, die sowieso dabei waren. Der Bericht wird auch an die Lokalzeitung geschickt, mit der Erwartungshaltung „Der wird eh nicht gedruckt.“ Einfach damit man sich drüber aufregen kann, dass das Käseblatt seinen Platz lieber für unwichtigen Kram wie Politik verschwendet.</p>
<p>Der bürgerliche Gruppenreisende ist der klassische Typ des deutschen Urlaubers. Der Heino unter den Touristen. Ein Fossil, das lebendiger ist als je zuvor. Für jede heranwachsende Generation ist er sowas wie das absolute Negativ-Vorbild: Wenn ich mal so alt bin und sowas mache, dann erschieß mich, sagen wir gern. Und trotzdem: 30 Jahre später sind die Reisebusse wieder voll. Irgendwann setzt also im Hirn des Menschen eine Wandlung ein und plötzlich findet er die organisierten Gruppentouren total toll. Ich frag mich nur, wann diese Wandlung kommt – ich weiß es nicht, jedenfalls noch nicht. Und im Moment bin ich auch sehr froh darüber.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Ein Bett, ein Holzschreibtisch, eine Künstlerresidenz</title>
		<link>http://nochweiter.de/allgemein/2010/02/27/0546_kunstlerresidenz-blumen/</link>
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		<pubDate>Sat, 27 Feb 2010 11:15:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Damir Očko]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Früher war die Künstlerresidenz in der Kolonnadenstraße einmal ein Blumenladen. Heute ist der ehemalige Ladenraum mit den großen Schaufenstern zugleich Atelier und Ausstellungsraum. Dahinter verbirgt sich eine kleine Wohnung. Seit 2006 haben Künstler dort die Chance, einige Monate zu leben und auszustellen. Umsonst – versteht sich?<span id="more-546"></span></p>
<p><em>von Cäcilia Schallwig</em></p>
<p>Ein Bett, ein Holzschreibtisch, eine gelbe Stehlampe finden sich im Schlafzimmer der Künstlerresidenz. Daneben eine Wohnküche und ein kleines Bad, angrenzend an den Ausstellungsraum. Die Künstlerresidenz *blumen* ist klein, aber einladend.</p>
<p><a href="http://nochweiter.de/allgemein/2010/02/27/kunstlerresidenz-blumen/attachment/blumen_02b/" rel="attachment wp-att-545"><img src="http://nochweiter.de/wp-content/uploads/blumen_02b-300x216.jpg" alt="" title="Das Zimmer" width="300" height="216" class="alignright size-medium wp-image-545" /></a></p>
<p>Momentan lebt und arbeitet dort der kroatische Performance-Künstler Damir Očko.</p>
<p>Er erfuhr von dem Projekt durch das Internet, bewarb sich, wurde ausgewählt und zog sechs Monate später in die Atelierwohnung ein. Damir gefällt, dass er einen Platz hat, an dem er alleine und ungestört arbeiten kann – kostenlos.</p>
<p>Finanziert wird die Residenz unter anderem durch Fördergelder der Stadt Leipzig, Botschaften und private Spenden. Wirklich möglich ist das Projekt aber erst durch das Engagement fünf junger Frauen und Männer, die dort ehrenamtlich arbeiten. Ihr Ziel: Noch unbekannten internationalen Künstlern die Möglichkeit geben, in einer lebendigen Stadt zu leben und neue Projekte zu verwirklichen. „Die Künstler beteiligen sich ja aber auch selbst am Kunstgeschehen und tragen dazu bei, Leipzig international bekannter zu machen“, so Julia Görner, Mitorganisatorin bei der Residenz.<br />
<strong><br />
Leipzig als künstlerische Inspiration</strong><br />
<a href="http://nochweiter.de/allgemein/2010/02/27/kunstlerresidenz-blumen/attachment/blumen/" rel="attachment wp-att-544"><img src="http://nochweiter.de/wp-content/uploads/BLUMEN-300x189.jpg" alt="" title="Blick von außen" width="300" height="189" class="alignleft size-medium wp-image-544" /></a>Jedes Jahr werden unter mehr als achtzig Bewerbern drei Künstler ausgewählt, die dann nacheinander für einige Monate eingeladen werden. Während ihrer kreativen Zeit in Leipzig können sie sich in zwei Ausstellungen präsentieren. Die Antrittsausstellung zu Beginn zeigt ihr bisheriges Schaffen. Nach drei bis vier Monaten stellen die Künstler dann die Werke aus, die während ihres Aufenthalts in Leipzig entstanden.</p>
<p>„Viele, die bei uns arbeiten, sammeln Eindrücke in der Stadt und agieren mit den Gegebenheiten vor Ort“, so die junge Studentin Julia Görner, die seit sechs Monaten in der Künstlerresidenz arbeitet. „Spannend zu sehen ist, wie die Künstler und ihre Arbeit sich durch den Bezug zu Leipzig entwickeln“.</p>
<p>Neben den Ausstellungen finden in der Kunstresidenz und im benachbarten Kunstverein begleitende Veranstaltungen statt. Sie sollen den Blick auf die jeweilige Arbeitsweise kommentieren &#8211; zum Beispiel mit Film- und Konzertabenden, literarischen Kommentaren und Diskussionen.<br />
<code><br />
→ ab 22.4. <a href="http://www.kunstvereinleipzig.de/damir_ocko.html">Event Horizon, Ausstellung von Damir Očko</a>, Kunstverein Leipzig e.V., Kolonnadenstraße 6</p>
<p>→ <a href="http://residence-blumen.de">residence-blumen.de</a></code></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Jedem sein Plätzchen</title>
		<link>http://nochweiter.de/leseproben/2010/02/26/0529_jedem-sein-platzchen/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 11:48:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stascheit</dc:creator>
				<category><![CDATA[9. Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Leseproben]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Leipzig hat einiges zu bieten. Neben vielen anderen tollen Dingen vor allem – Platz. Wir haben uns umgeschaut, was man damit Schönes, Kreatives, Spannendes und Zukunftsweisendes anstellen kann.<span id="more-529"></span></p>
<p><em>Von Hannes Engl, Constanze Kretzschmar, Cäcilia Schallwig und Dirk Stascheit</em></p>
<p>Eigentlich gibt es einen Trend zur Heimarbeit: Während die nach Berechnungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft 2003 nur von 7,8 Prozent der Unternehmen angeboten wurde, waren es 2006 bereits 18,5 Prozent. Längst ermöglichen flächendeckendes Internet, Laptops und diverse Softwarelösungen, von zu Hause aus im Prinzip genauso gut zu arbeiten wie im Büro.</p>
<p><strong>Noch einen Kaffee …<br />
</strong>Aber eben nur im Prinzip – denn ob man zu Hause tatsächlich arbeitet, ist vor allem eine Typfrage. Viele Heimarbeiter lassen sich zu Hause leichter ablenken, es gehört eine große Selbstdisziplin dazu, sich eben nicht wieder und wieder noch einen Kaffee zu machen. Zudem fehlt die persönliche Interaktion mit den Kollegen oder anderen Arbeitern, die neben einer sozialen Kontrolle auch neue Impulse für die eigene Arbeit geben kann.<br />
Unter anderem das ist der Ansatz von „Le Space“. Das Projekt bringt einen Trend nach Leipzig, der sich momentan noch heimlich, still und leise in Deutschland ausbreitet: das Coworking.</p>
<p>Dies ist eine Leseprobe – der gesamte Text findet sich in Weiter.9 (<a href="http://bestellen.nochweiter.de/gedruckt/heft-9/">bestellen</a>, <a href="http://nochweiter.de/kaufen">kaufen</a>,<a href="http://bestellen.nochweiter.de/elektronisch/weiter-volltext/">ePaper</a>)</p>
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