nochweiter » Archive

Stadtgespräch: Was wichtig war und wird

Von Johannes Kiehl Schwerer Vorwurf Zwei Mitarbeiter der Bank UBS hätten bewusst dabei geholfen, die kommunalen Wasserwerke (KWL) zu schädigen – das behauptet ein am Mittwoch präsentiertes Papier, mit dem die KWL-Anwälte eine Verlegung des Rechtsstreits von London nach Leipzig erreichen wollen. Die Argumentationslinie: Die beiden für die KWL tätigen Anlageberater, die die Geschäfte vermittelt hatten, haben bereits eingeräumt, den damaligen KWL-Geschäftsführer bestochen zu haben. Nun sollen zwei UBS-Mitarbeiter als sogenanntes „Deal-Team“ das Geschäft zum Schaden der KWL mit den beiden Beratern geplant haben – im Juristendeutsch: Banker und Berater haben in „kollusivem Zusammenwirken gehandelt“. Die UBS und andere an dem Geschäft beteiligte Banken fordern bis zu 300 Millionen Euro von den KWL, für die die Kommune geradestehen müsste. Gesunder Ehrgeiz Ab dem 1. Januar 2011 hat Leipzig, wenn es nach dem Willen der Stadtverwaltung … noch weiter lesen »

Veröffentlicht unter: Johannes Kiehl, Redaktion

Stadtgespräch: Was wichtig war und wird

Von Johannes Kiehl Spießer im Trend 20 Fragen zum „Sinn des Lebens“ stellt das sächsische Sozialministerium über ein Marktforschungsunternehmen alle zwei Jahre an die Jugend im Freistaat. Die weitaus meisten damit erhobenen Einstellungen sind über die Jahre gleich geblieben. Doch bei drei Themen zeigt sich ein Trend: Existenzangst macht die Jugendlichen offenbar egoistischer und karriereorientierter – Sachsens Jugend verspießert. So wünschten sich in der vergangene Woche veröffentlichten jüngsten Studie „Jugend 2009“ zwei Drittel der Befragten (2001: die Hälfte) materielle Sicherheit, noch jeder zweite wollte die Welt kennen lernen (2001: zwei von drei Jugendlichen) und jede fünfte sich für ein hehres Ziel einsetzen (2001: jede dritte Jugendliche). Sozialministerin Christine Clauß (CDU) freut sich: Die Jugendlichen setzten sich aktiver mit der Zukunft auseinander und zeigten eine „von selbstbewussten Lebensentwürfen getragene Grundeinstellung“, schreibt sie im … noch weiter lesen »

Veröffentlicht unter: 24. Ausgabe, 24.09.2010, Johannes Kiehl

Stadtgespräch: Was wichtig war und wird

Von Johannes Kiehl und Dorothea Hecht Rechte sehen schwarz Rechtsextremisten haben für den 16. Oktober zwei Demonstrationen in Leipzig angemeldet – Wunschrouten sind nach Presseberichten der gesamte Innenstadtring und die lange Strecke zwischen S-Bahnhof Plagwitz und Hauptbahnhof. Für beide Strecken steht allerdings bisher noch die städtische Genehmigung aus. Die Organisatoren wollen dieses Jahr mit Hinweisen auf die Wirtschaftskrise, die alternde Gesellschaft und die geplatzte Demo vom Vorjahr mobilisieren: „Die Krise kommt auch noch zu dir“, orakelt einer der Demo-Slogans. Zum düsteren Gesamtbild passt die Kleiderordnung: Symbole und Jacken sollen bei den rechten Demonstranten diesmal „nicht nach Antifa“ aussehen und einheitlich schwarz sein. Eine erste Gegenveranstaltung wurde für die Freifläche gegenüber des Felsenkellers durch die Vereine „Leipzig. Courage zeigen“ und Erich-Zeigner-Haus angemeldet. Städte machen Strom Acht große deutsche Stadtwerke sind tatsächlich noch städtisch, also mehrheitlich … noch weiter lesen »

Veröffentlicht unter: 23. Ausgabe, 10.09.2010, Dorothea Hecht, Johannes Kiehl

An jedem 16. Tag

Der Tod ist allgegenwärtig, aber wir blenden ihn aus. Weil wir Angst haben, weil wir nicht wissen, was danach kommt. Doch es gibt Häuser, in denen der Tod transparent wird: in der Villa Auguste, dem dritten Hospiz Sachsens – und im Kinderhospiz Bärenherz in Markkleeberg. Zwei Geschichten über den Umgang mit einem Tabuthema, das keines ist. Von Jonathan Fasel Montagmorgen. Ich bin unruhig. Heute werde ich ins Hospiz gehen. Ich bin nicht todkrank. Ich gehe dorthin, weil ich dort Menschen treffen will, die täglich mit dem Tod zu tun haben. Mit sterbenden Menschen und solchen, die sie dabei unterstützen. Aber über die kaum jemand spricht – weil wir lieber leben wollen, als uns Fragen über den Tod zu stellen. Über etwas, auf das es keine eindeutige Antwort gibt. Der Tod ist ein Tabu. Das … noch weiter lesen »

Veröffentlicht unter: 22. Ausgabe, 27.08.2010, Jonathan Fasel

Stadtgespräch: Was wichtig war und wird

Von Johannes Kiehl Rettende Sprachlosigkeit Die Staatsanwaltschaft hat im Fall des im Januar entlassenen Wasserwerke-Geschäftsführers offentlichtlich keine Lust, den Hauptverdächtigen wieder freizulassen – und deshalb noch innerhalb der Sechs-Monatsfrist nach seiner Verhaftung Anklage erhoben. Dem Ex-Manager, der die Annahme von mehreren Millionen Schmiergeld bereits zugegeben hat, wird Bestechlichkeit, Untreue, Bilanzfälschung und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Das Verfahren gegen seinen ebenfalls entlassenen Mitgeschäftsführer Andreas Schirmer wird abgetrennt: Schirmer konnte glaubhaft machen, wegen mangelhafter Englischkenntnisse nicht alle Verträge verstanden zu haben, die er im Namen seines Arbeitgebers unterschrieb. Gefühlte Unsicherheit Gewaltsame Episoden – Belästigungen oder handfetse Gewalt – in Trambahnen und Bussen sollen nach Angaben der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) im laufenden Jahr gegenüber 2009 zugenommen haben. 2009 wurden rund 80 Pöbeleien oder Belästigungen registriert. Schon fordern besorgte Bürger, allen voran die hiesige große Lokalzeitung, private Sicherheitskräfte: Mifahrende „schwarze … noch weiter lesen »

Veröffentlicht unter: 22. Ausgabe, 27.08.2010, Johannes Kiehl

Weiter zum Durchblättern

Vollbild durch draufklicken. … noch weiter lesen »

Veröffentlicht unter: Allgemein

Tabak statt Trockner

Der Versandhändler Quelle ist Geschichte. Von der Insolvenz sind auch die Quelle-Shop-Inhaber in Leipzig betroffen. Dem Quelle-Shop im Gohlispark sieht man noch nicht an, wie es um das Versandunternehmen steht. Fein säuberlich sortiert lagern Haushalts- und Spielwaren in vollen Regalen, Waschmaschinen und Trockner stehen zum Ausliefern bereit. Von „Alles muss raus!“-Schildern, die viele Insolvenzen begleiten, fehlt hier noch jede Spur. Doch hinter den Kulissen kämpft Inhaberin Renate Wagler um ihre Existenz und um die ihrer beiden Mitarbeiterinnen. Seit 2003 betreibt sie einen eigenen Shop für das Quelle-Unternehmen. Zuerst lief alles gut. So gut sogar, dass sie den Shop vor vier Jahren vergrößert hat. Doch seit im August dieses Jahres die Arcandor-Pleite bekannt wurde, sind viele Kunden verunsichert. Der Verkauf ging zurück. Trotzdem hatte Renate Wagler Hoffnung: In einer E-Mail ließ Quelle verlauten, ihr … noch weiter lesen »

Veröffentlicht unter: Allgemein, Geschichten