Ein Bett, ein Holzschreibtisch, eine Künstlerresidenz

Früher war die Künstlerresidenz in der Kolonnadenstraße einmal ein Blumenladen. Heute ist der ehemalige Ladenraum mit den großen Schaufenstern zugleich Atelier und Ausstellungsraum. Dahinter verbirgt sich eine kleine Wohnung. Seit 2006 haben Künstler dort die Chance, einige Monate zu leben und auszustellen. Umsonst – versteht sich?

von Cäcilia Schallwig

Ein Bett, ein Holzschreibtisch, eine gelbe Stehlampe finden sich im Schlafzimmer der Künstlerresidenz. Daneben eine Wohnküche und ein kleines Bad, angrenzend an den Ausstellungsraum. Die Künstlerresidenz *blumen* ist klein, aber einladend.

Momentan lebt und arbeitet dort der kroatische Performance-Künstler Damir Očko.

Er erfuhr von dem Projekt durch das Internet, bewarb sich, wurde ausgewählt und zog sechs Monate später in die Atelierwohnung ein. Damir gefällt, dass er einen Platz hat, an dem er alleine und ungestört arbeiten kann – kostenlos.

Finanziert wird die Residenz unter anderem durch Fördergelder der Stadt Leipzig, von Botschaften und durch private Spenden. Wirklich möglich ist das Projekt aber erst durch das Engagement fünf junger Frauen und Männer, die dort ehrenamtlich arbeiten. Ihr Ziel: Noch unbekannten internationalen Künstlern die Möglichkeit geben, in einer lebendigen Stadt zu leben und neue Projekte zu verwirklichen. „Die Künstler beteiligen sich ja aber auch selbst am Kunstgeschehen und tragen dazu bei, Leipzig international bekannter zu machen“, so Julia Görner, Mitorganisatorin bei der Residenz.

Leipzig als künstlerische Inspiration

Jedes Jahr werden unter mehr als achtzig Bewerbern drei Künstler ausgewählt, die dann nacheinander für einige Monate eingeladen werden. Während ihrer kreativen Zeit in Leipzig können sie sich in zwei Ausstellungen präsentieren. Die Antrittsausstellung zu Beginn zeigt ihr bisheriges Schaffen. Nach drei bis vier Monaten stellen die Künstler dann die Werke aus, die während ihres Aufenthalts in Leipzig entstanden.

„Viele, die bei uns arbeiten, sammeln Eindrücke in der Stadt und agieren mit den Gegebenheiten vor Ort“, so die junge Studentin Julia Görner, die seit sechs Monaten in der Künstlerresidenz arbeitet. „Spannend zu sehen ist, wie die Künstler und ihre Arbeit sich durch den Bezug zu Leipzig entwickeln“.

Neben den Ausstellungen finden in der Kunstresidenz und im benachbarten Kunstverein begleitende Veranstaltungen statt. Sie sollen den Blick auf die jeweilige Arbeitsweise kommentieren – zum Beispiel mit Film- und Konzertabenden, literarischen Kommentaren und Diskussionen.

→ ab 22.4. Event Horizon, Ausstellung von Damir Očko, Kunstverein Leipzig e.V., Kolonnadenstraße 6

residence-blumen.de

Dirk interessiert sich hauptsächlich für Kriminalität, Wirtschaft, und auch Wirtschaftskriminalität, Infrastruktur und IT. Geboren und aufgewachsen in Schkeuditz, hat er sich quasi sein Leben lang mit Leipzig beschäftigt. Dirk studiert (noch) Journalistik und Psychologie.

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