Satire: Von geehrten Schulen und leeren Weinflaschen

„Schule der Zukunft“: Die Gewinner stehen fest!
Ein Jahr lang hat das BuLLschiT die „Schule der Zukunft“ gesucht: Welche deutsche Schule hat das innovativste Konzept? Nun stehen die Preisträger fest. Wir gratulieren:

3. Preis
(15 neue Atlasse Atlanten, mit Karten von nach 1990!)
Michel-Friedman-Kolleg,
Frankfurt am Main
Hier wird noch jeden Morgen der korrekte Halt der Frisur kontrolliert. Das Motto: still sitzen, laut reden. Die Schule brilliert immer wieder in Rhetorikwettbewerben, weil außer ihren Schülern keiner zu Wort kommt. Mit ihrem so geförderten Geltungsbedürfnis sind die Absolventen bestens auf die Karriere vorbereitet.

2. Preis
(Eine Runde Ritalin für alle!)
Heino-Musikhauptschule,
Bad Münstereifel
Mit dem Schwerpunkt Volksmusikkunde entsagen die Hauptschüler dem Schund des Privatfernsehens und werden dem des gebührenfinanzierten Fernsehens zugeführt. Beliebt ist der Schulgründer vor allem wegen seiner dicken Sonnenbrillen. Den Abschluss kriegt, wer sämtliche drei Akkorde traditioneller deutscher Musik klampfen kann und einen Aufsatz schreibt über ihre unendliche Themenvielfalt: Wandern, Frühling, Rhein(land-Pfalz).

1. Preis
(25x die besten Folgen „Unser Lehrer
Doktor Specht“ auf DVD!)
Lothar-Matthäus-Mädchenschule,
Herzogenaurach
Diese Schule verzichtet auf übermäßige sprachliche oder grammatische Lehrinhalte, ganz nach der Philosophie ihres Gründers: „Ein Lothar Matthäus braucht keine dritte Person, ein Lothar Matthäus kommt allein zurecht.“ Dieser große Pädagoge hat erkannt, dass Sprachkenntnisse eher hinderlich sind für zukunftsträchtige Berufsbilder wie „taff“-Moderatorin oder Nobeldiscoschlampe. Die Schule überzeugt durch ihre Praxisnähe: Den Abschluss gibt es nach bestandener Ehe mit dem Chef – vorausgesetzt, die Schülerinnen sind bereits raus aus dem schulpflichtigen Alter.

Pressespiegel: Die lieben Kollegen

weiter ist regelmäßig drolliger Berichterstattung ausgesetzt. Zuletzt wurden die Kollegen des „UniSPIEGEL“ auf uns wohlwollend aufmerksam – hier gibt’s exklusiv eine kleine Revue.

HOHLSPIEGEL
„Zwischen leeren Rot- und Glühweinflaschen treffen sich dort nun wöchentlich die vier Chefredakteure am Küchentisch, trinken Tee und planen das nächste Heft.“
UniSPIEGEL über unsere 2Wochenzeitung

GEGENDARSTELLUNG
In der Ausgabe 1/2010 des UniSPIEGEL stand auf Seite 32/33 zu lesen:
„Die rund 50 Abonnenten belieferte Jan Kröger anfangs noch persönlich, mit dem Fahrrad; inzwischen können die vier Blattmacher sich das Porto leisten.“
Hierzu stellen wir fest: Im Prinzip ja. Beim Ausliefernden handelte es sich jedoch um Dirk und beim Fahrrad um ein Auto.

Veröffentlicht unter: 8. Ausgabe, 12.02.2010, Gemein(t)

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