Stadtgespräch: Was wichtig war // Was wichtig wird

Was wichtig war

Asche verrät Brandstifter
Am 5. Februar nahm die Polizei einen Mann fest, den sie für den Urheber mehrerer Brandanschläge auf parkende Autos in Leipzig hält. Zu der Serie von Brandstiftungen im Januar hatte sich eine politisch orientierte „Militante Gruppe“ in E-Mails bekannt. In einem Blog rühmt sich die „Gruppe“ ihrer hervorragenden Computerkenntnisse. Rußpartikel auf der Kleidung des Verdächtigen sollen aus einem der Brandsätze stammen. (jk)

Stadt bürgt für KWL-Geschäfte
Die Stadt will voll für die riskanten Kreditsicherungsgeschäfte bürgen, die die stadteigenen Wasserwerke (KWL) ohne den Segen des Stadtrats abgeschlossen hatten. Die Höhe des möglichen Schadens soll fast 300 Millionen Euro betragen. Allerdings mehren sich Zweifel, ob die Stadt wirklich nichts von den Geschäften wusste: Geschäftsberichte enthielten schon 2006 Hinweise auf die Transaktionen. (jk)

Kehraus bei Quelle
200 Menschen arbeiten noch bis zum Ende des Monats im Leipziger Logistikzentrum des insolventen Versandhändlers Quelle – länger als geplant, eigentlich sollte Ende 2009 Schluss sein. Der Insolvenzverwalter will noch weiter arbeiten lassen, die letzten Quelle-Leute stellen Warencontainer für Großkunden zusammen. Vor der Pleite des Arcandor-Konzerns, zu dem Quelle gehört, waren in dem Betriebsteil zeitweise über 3000 Menschen beschäftigt. (jk)

Geldbuße für glatte Gehwege
Achtung Anlieger: Es besteht Pflicht zur Räumung und Streuung der Gehwege vor dem Hause! Derweil umso notwendiger, da angetauter Schnee nachts überfriert. 37 Mitarbeiter des Ordnungsamtes schwärmen aus, um die Räumpflicht zu überprüfen. Im Falle uneinsichtiger Anwohner kann’s dann auch mal teuer werden: Von 30 bis hin zu 500 Euro muss man blechen, wenn die Fußwege vor dem Haus nicht mit Sand oder Salz „abgestumpft“ werden. (jf)

Durchstich zum Lindenauer Hafen
Und noch ein Gewässer für Leipzig: Nach dem Fluss durch die Aue (siehe Ausgabe vom 29. Januar) folgt nun ein Durchstich zwischen Karl-Heine-Kanal und Lindenauer Hafen. Die Kosten belaufen sich auf rund 8,8 Millionen Euro, Baubeginn ist für November geplant. Nicht nur wirtschaftlich ist der Bau spannend, sondern vor allem auch touristisch. Übrigens ist mit dem Fluss nicht Schluss: Die Stadt kündigt an, Hafen und Kanäle weiter auszubauen, um Leipzigs Wasseranbindung zu stärken. (jf)

Was wichtig wird

City-Tunnel mit Verspätung
Der S-Bahn-Tunnel soll nicht im Dezember 2012, sondern frühestens ein Jahr später in Betrieb gehen. Als Ursache für die Verspätung gelten Einspruchsverfahren von nicht beteiligten Bauunternehmen und der schwer kalkulierbare Untergrund im Bereich des Hauptbahnhofs. Das Großprojekt aus der Milbradt-Ära wird mit Baukosten von rund 900 Millionen Euro etwa um die Hälfte teurer als geplant. (jk)

Neues Dach für altes Bad
2004 schloss das „Stadtbad“ in der Eutritzscher Straße für immer – beide Schwimmhallen waren baufällig. Nun soll das 1916 eingeweihte Bad bis zum Jahresende ein neues Dach bekommen. Die Kosten von rund 2,5 Millionen Euro übernimmt der Bund im Rahmen des „Konjunkturpakets II“, aber auch die Stadt, Spender und Sponsoren. Die Sanierung des übrigen Gebäudes soll weitere 20 Millionen kosten – die Finanzierung ist noch offen. (jk)

Häftlingsfolter im Jugendgefängnis
Im Prozess gegen die zwei jungen Insassen des Jugendgefängnisses (JVA) Regis-Breitingen werden zusätzliche Zeugen gehört, das Urteil soll nun erst im April gefällt werden. Die Angeklagten sollen versucht haben, einen Mithäftling in den Selbstmord zu treiben. Das erst 2007 eröffnete Jugendgefängnis gilt als sächsischer Vorzeigeknast – aber seit der Eröffnung mehren sich Berichte über exzessive Gewalt zwischen den Insassen der JVA. (jk)

Mehr Förderung für freie Szene?
„Fünf für Leipzig“ war das Motto der freien Kulturveranstalter im vergangenen Jahr – Kulturstätten wie naTo, Anker oder Werk II, die bisher nur projektbezogen von der Stadt gefördert werden. Fünf Prozent vom Kulturetat wollten die „Freien“ für fünf Jahre zugesichert haben. Nun will die Stadt den Anteil tatsächlich aufstocken: von bisher ca. 2,5 auf nun 3,2 Prozent. Allerdings ist die Zahl bislang nur eine Willenserklärung der städtischen Experten – der Stadtrat muss den Vorschlag noch absegnen. (jk)

Gegen Wildtrinker im Westen
In einem Pilotprojekt setzt die Stadt Leipzig gemeinsam mit dem Verein Suchtzentrum zwei Sozialarbeiter ein, die sich gezielt um Trinker auf öffentlichen Plätzen kümmern sollen. Ziel: Das Image der westlichen Stadtteile soll verbessert, das Sicherheitsgefühl der Anwohner gestärkt werden. In einer Vorerhebung wurden 200 Trinker an rund 20 „Trinkplätzen“ im Westen gezählt. Das Projekt kostet rund 200.000 Euro, ist auf zwei Jahre befristet und wird von der Stadt und durch EU-Mittel finanziert. (jk)

Veröffentlicht unter: 8. Ausgabe, 12.02.2010

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