Stadtgespräch: Was wichtig war // Was wichtig wird

Was wichtig war

Tiefensee eröffnet Café

Ein Politiker bittet zum Kaffeekränzchen: Wolfgang Tiefensee, Leipziger Ex-Bürgermeister und Bundesminister a.D., hat sein Abgeordnetenbüro umdefiniert und lädt nun regelmäßig ein zum Kaffeeschwatz in die Zentralstraße 1. Zu den Öffnungszeiten – wochentags jeweils von 14 bis 19, freitags bis 17 Uhr – herrscht Parlamentsatmosphäre: Ein Fernseher zeigt Debatten. (jf)

Sachsen für Ökostrom

Schwarz-Gelb in Berlin will die Subventionen für Solardächer schneller herunterfahren. „Unverantwortlich“, findet der sächsische Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP). Solar-unternehmen und Hausbesitzer bräuchten mehr Zeit, um sich umzustellen. Morloks Öko-Vorstoß ist kein Lokalpatriotismus: Die Fabrik des Marktführers steht in Bitterfeld (Sachsen-Anhalt). (jk)

Neue Löcher bei Wasserwerken

Noch immer durchforsten Rechnungsprüfer die Finanzen des kommunalen Betriebs – und so lange sie suchen, kommen wahrscheinlich immer weitere Millionenrisiken ans Licht. Auf 290 Millionen Euro bezifferte der Oberbürgermeister zuletzt die Verluste aus den Wasserwerke-Deals. Das wäre ein knappes Fünftel des gesamten Haushalts der Stadt (2009: 1,5 Milliarden Euro). (jk)

Wunderwaffe gegen den Winter

Alle städtischen Betriebe sollen nächsten Winter beim Schneeräumen helfen, schlug die CDU in der vergangenen Stadtratssitzung am 20. Januar vor – auch Beschäftigungs-Projekte wie der „Bürgerdienst L.E.“. So sollen bei Wintereinbruch die städtischen Betriebe entlastet werden, die Angestellte zum Schneeräumen entbehren müssen. Da fehlt nicht mehr viel zum Brutalo-Populismus eines Roland Koch: Der wollte Ein-Euro-Jobber zum Schippen schicken. (jk)

Neuer Fluss durch die Aue

Der Grüne Ring Leipzig plant nach einem LVZ-Bericht vom Donnerstag, 28. Februar, einen neuen Fluß. Er soll den Auwald bewässern, etwa fünf bis zehn Meter breit sein – und fischdurchgängig. Für dieses Jahr ist die Planungsphase angedacht, Baubeginn soll 2012 sein. Der Grüne Ring – ein Planungsverbund aus Gemeinden und Lankreisen des Leipziger Raumes – hofft offenbar, diese Maßnahme als „Sammelausgleich“ für verschiedene Eingriffe in die Natur ausweisen zu können. (ds)

Was wichtig wird

Garten der toten Kinder

Im März wird der Stadtrat darüber beraten, ob ein Schlangenpfad im Friedenspark an Euthanasieopfer erinnern wird. 100 Kinder, die in Leipziger Kliniken während des Nazi-Regimes als „lebensunwert“ bezeichnet und ermordet wurden, sind hier begraben, wie Thomas Seyde vom Gesundheitsamt rekonstruiert hat. Seyde kämpft mit Initiativen seit mehreren Jahren für das Denkmal. (jk)

Südvorstadt als Filmkulisse

Sonst Kneipenmeile und Heimat von „Eis-Pfeifer“: Jetzt wird die Kochstraße im Leipziger Süden Kulisse eines Publikumsfilms. „Ein russischer Sommer“ heißt der Streifen, der diese Woche im Passage-Kino anläuft. Der Film führt dem Publikum vor, dass Kultur-Heroen wie Leo Tolstoi auch keine interessanteren Probleme hatten als du und ich. (jk)

Nachspiel in der Riemannstraße?

Ein Fall, offiziell abgeschlossen, bewegt immer noch einige Gemüter: die Affäre um den dubios günstigen Verkauf der Riemannstraße 52. Ermittlungen ergaben, dass Fördergelder falsch verwendet worden waren. Die Grünen-Fraktion im Landtag fragt nun noch einmal in Details nach. Wahrscheinlich hüllt sich die Landesregierung aber in Schweigen, so ein Grünen-Sprecher. (jf)

Knatsch um neue LVB-Website

50 000 Euro haben sich die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) ihren neuen Webauftritt kosten lassen. Seitdem protzt die Seite pragmatisch grau und mit Piktogrammen statt Menüs. Doch Nutzer und Internetgemeinde liefen seit dem Relaunch Mitte Januar Sturm. Mit Erfolg: Am Montag, 1. Februar, stellen sich die Macher der Seite auf dem Leipziger Web-Montag, einem Treffen der Internetköpfe der Stadt, der Kritik. Lobenswert –
man darf gespannt sein, wie offen die Ohren wirklich sind. (jf)

Baufällige Schwimmhallen

Die städtischen Schwimmbäder sind beliebt: 2009 kamen so viele Gäste wie noch nie seit 1989, über eine Million. Aber städtische Zuschüsse (2009: 4,5 Millionen Euro) und Einnahmen reichen nicht aus, um die oft maroden Hallen in Schuss zu halten. Der Chef der Sportbäder, Joachim Helwing, hofft noch auf Extrageld vom Rat für 2010. Bekommt er es nicht, dann könnte die Gohliser „Schwimmhalle Mitte“ der nächste Kandidat für eine Hallenschließung werden. (jk)

Veröffentlicht unter: 7. Ausgabe, 29.01.2010

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