Editorial: Print ist tot – oder doch nicht?

Der Printjournalismus ist tot. Wie oft haben wir diesen Satz im zurückliegenden Jahr gehört. Haben für weiter Kopfschütteln geerntet. Sind von Kollegen und Freunden für verrückt erklärt worden. Nun ist weiter ein Jahr alt. Und Sie, liebe Leser, halten die vorerst letzte gedruckte Ausgabe in den Händen.
Nach dieser, nach der Ausgabe 27, wandert weiter ins Netz. Ab dem 8. November wird unsere Website nochweiter.de in neuem Gewand all die Inhalte des Heftes bieten, und noch einiges mehr. Dazu noch kostenlos!
Hatten die Kritiker Recht? Nein. Dass wir uns vom Papier verabschieden, ist nicht alleine eine Frage des Geldes. An der Printfassung von weiter hat zwar im vergangenen Jahr keiner der Macher auch nur einen Cent verdient. Aber die Kosten für Produktion und Vertrieb, Druck und Material konnten wir stets einspielen.

Das, wohlgemerkt, bei einem Team, das aus jungen Journalisten besteht, also keine Erfahrung im Verlagswesen mitbrachte. Wir haben Schritt für Schritt ein eigenes Vertriebsnetz aufgebaut, spärliches Marketing per Facebook betrieben und hin und wieder nach Anzeigenkunden Ausschau gehalten. Alles neben Studium und Nebenjob. Und natürlich neben der eigentlichen Produktion des Heftes, unserem ursprünglichen Anliegen.

Mit dem Einjährigen wollen wir uns nun auf ebendiese Tugenden konzentrieren. Und das Netz hilft uns dabei, Ihnen, liebe Leser, die Inhalte schnell, einfach und kostenlos zur Verfügung zu stellen.

weiter war als Versuch gedacht, eine Lücke in der Leipziger Medienlandschaft zu schließen. Diese Nische haben wir gefunden. Und entscheiden uns nun nicht gegen das Papier, sondern für inhaltliche Qualität.

Print ist nicht tot. Das haben Sie mit uns bewiesen. Danke dafür.
Und bis bald – auf nochweiter.de.

Veröffentlicht unter: 27. Ausgabe, 05.11.2010, Gemein(t)

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