Stadtgespräch: Was wichtig war und wird

Von Johannes Kiehl

Rad ersteigern und besteigen
Am Mittwoch, 13. Oktober 11 Uhr versteigert das Ordnungsamt gefundene Fahrräder auf dem Platz vor der Moritzbastei. Wer diesen Herbst noch keinen zweirädrigen Gefährten hat, könnte hier fündig werden – sofern die Konkurrenz aus der nahen Uni-Mensa nicht schneller oder spendabler ist. Etwa 100 Räder werden aufgerufen, besichtigt werden kann ab 10 Uhr 30 vor Ort. Wer sein Rad vermisst, sollte allerdings nicht so lange warten: „Ansprüche hinsichtlich der zur Versteigerung freigegebenen Fundsachen können bis zum 12. Oktober, 18 Uhr, im Fundbüro, Prager Straße 130, 04317 Leipzig und unter der Telefonnummer 123-8400 geltend gemacht werden“, teilt die Behörde mit.

Die Revolution und ihre Schauplätze
Metallsäulen mit Fotos und Texten sollen an die Ereignisse vor 20 Jahren erinnern, als die Ostdeutschen ihre Regierung zum Teufel schickten und sich für eine schnelle Vereinigung mit dem Westen entschieden. Zwei Säulen werden am kommenden Samstag am Dittrichring (Stasi-Zentrale) und am Augustusplatz (vor der Oper) enthüllt, bis zu 23 weitere will der Verein Bürgerkomitee bis zum Jahresende an anderen wichtigen Orten aufstellen. Zuvor hatte es Krach im Stadtrat gegeben: Kulturbürgermeister Michael Faber (parteilos/Die Linke) soll im persönlichen Gespräch mit dem Bürgerkomitee von einer „temporären Aufstellung“ gesprochen, das Geschichtsereignis eines unter vielen in Leipzig genannt haben. Die anderen Fraktionen intervenierten – und Faber stellte diplomatisch klar: Die Ausstellung wird bleiben, nur sind noch nicht alle Aufstellungsorte zwischen Stadt und Organisatoren abgestimmt. Und: 1989 sei ein sehr bedeutsames Jahr, und die Geschichtsbetrachtung dürfe darüber hinausreichen.

Die Stadt und ihre Schulden
Mit rund 780 Millionen Euro steht die Stadt am Jahresende in der Kreide. „Die müssen wir weiter senken“, sagte Finanzbürgermeister Torsten Bonew dem Radiosender mephisto 97.6 – ganz so, als hätte seine Behörde bisher große Erfolge im Schuldenabbau vorzuweisen. Dabei ist der CDU-Mann erst seit sechs Monaten im Amt – und die Verschuldung seither um mindestens 30 Millionen gestiegen. Allerdings sind solche Schwankungen nicht ungewöhnlich: Je nachdem, in welchen Tranchen eine Stadt Altschulden tilgt und neue Schulden aufnimmt, kann das Schuldenbarometer durchaus um einige Prozentpunkte auf- oder abspringen. Ende 2009 hatte die Stadt Leipzig einen 100-Millionen-Kredit abbezahlt, der auf einmal getilgt werden musste. Deshalb fielen die Schulden sozusagen auf Vorrat – auch wenn es inzwischen wieder etwas mehr wurden, zeigt der Trend tatsächlich nach unten. Die höchsten Schulden hatte Leipzig 2004, 15 Jahre nach der Wende: 911 Millionen Euro standen damals in den Büchern.

Die Platten und ihre Tektonik
Seismische Wellen haben am vergangenen Mittwoch um 5 Uhr früh den Leipziger Süden sanft geschaukelt – die Seismologen meldeten ein Beben der Stärke 3,2 („sehr leicht“). Leipzig liegt auf der sogenannten „Störungszone von Leipzig-Regensburg“. Klingt gefährlich, aber Beben sind hier eher selten: Zuletzt bebte in Nordwestsachsen im Sommer 2003 die Erde – Stärke 2,3 („extrem leicht“).

Dirk interessiert sich hauptsächlich für Kriminalität, Wirtschaft, und auch Wirtschaftskriminalität, Infrastruktur und IT. Geboren und aufgewachsen in Schkeuditz, hat er sich quasi sein Leben lang mit Leipzig beschäftigt. Dirk studiert (noch) Journalistik und Psychologie.

Veröffentlicht unter: 25. Ausgabe, 08.10.2010, Johannes Kiehl

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